Schlafen Kinder im Kinderzimmer oder im Elternbett?

Schlaf KinderSchlafen, aber wo?

Viele Eltern richten vor der Geburt des Babys das „perfekte Kinderzimmer“ für den Familienzuwachs her. Doch kaum ist der neue Erdenbürger da, stellen sie fest: Das Baby lässt sich nicht so einfach ins eigene Bettchen ablegen und schläft dann friedlich. Neben Mami im Elternbett hingegen schlummert die ganze Familie besser.
Doch plötzlich wissen es alle anderen besser und die Eltern sind verunsichert. Doch keine Gute Idee den Nachwuchs bei sich schlafen zu lassen?
Ob Bettchen im Kinderzimmer, Beistellbett oder Baby im Familienbett- diese Entscheidung sollten alle Eltern selbst treffen und sich auf ihr Gefühl verlassen.

gemeinsame Schlafrythmen entwickeln sich im gemeinsamen Bett

Fakt ist, so auch Nicola Schmidt in ihrem Buch „artgerecht, Das andere Babybuch“: „Wenn Eltern und Kinder nach der Geburt gemeinsam schlafen, etablieren sich gemeinsame Schlafrythmen. Das heißt, wenn das Baby in eine leichtere Schlafphase kommt, geht Mama mit und umgekehrt.“
Fakt ist auch: Es ist Unsinn, dass Kinder, die im Familienbett mit den Eltern schlafen sich dort für den Rest ihres Lebens einquartieren. Im Gegenteil, Kinder, die sich geborgen und sicher fühlen und wissen, sie können jederzeit zu den Eltern kommen, ziehen ganz von selbst irgendwann, oft zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr ins eigene Bett um.

Unabhängigkeit durch Co-Sleeping

Meret Keller und Wendy Goldberg von der Universität Kalifornien veröffentlichten 2004 eine Studie zum „Co-Sleeping“ (Familienbettkinder). Hierbei untersuchten sie Mütter und ihre Vorschulkinder daraufhin, ob Co-Sleeping die Unabhängigkeit von Kindern eher fördert oder behindert.
Die Ergebnisse:
– Alleinschläfer schliefen allein ein, schliefen die Nacht durch und wurden früher abgestillt als Familienbettkinder.
– Familienbettkinder waren selbständiger (sie konnten sich zum Beispiel früher allein anziehen) und sozial unabhängiger (sie fanden zum Beispiel neue Freunde ohne Hilfe der Mutter).
Familienbettkinder entwickeln sich anders als Alleinschläfer. Sie brauchen wie auch Sears in seinem Buch … sagt, für manche Entwicklungsschritte länger, vor allem das Allein-Einschlafen und später das Durchschlafen. Dafür stärkt das Familienbett ihre sozialen Fähigkeiten und oft schlicht ihr Selbstbewusstsein.

Das Kind schläft mit 10 noch immer im Bett der Eltern. Was tun?

Ab einem gewissen Alter jedoch ist das Schlafen im Elternbett für alle Beteiligten nicht mehr angenehm und ist nicht selten Ausdruck, das etwas im Familiengefüge nicht ganz stimmig ist. Häufig ist auch eine übergroße Ängstlichkeit der Kinder Grund dafür. Hier ist liebevolles Verständnis und klare Grenzen im Sinne dessen was die ganze Familie braucht von Nöten. Psychotherapeutische Beratung kann hier sehr hilfreich sein.

Autorin: Nina Petz

Buchtipp: Artgerecht, Das andere Babybuch“  von  Nicola Schmidt

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Selbstbewusstsein-Selbstbehauptung-Selbstverteidigung

ICh bin starkSelbstverteidigung für Mädchen und Frauen

Machen Sie mit bei dem Seminar für Mütter und Töchter!!!

Eine selbstbewusste Ausstrahlung und die richtige Körpersprache sind der erste Schritt um sich vor Belästigungen und Übergriffen zu schützen.
Selbstbewusstsein und Selbstbehauptungstraining sind deshalb ebenso wichtige Teile in den Kursen, wie die konkreten Selbstverteidigungstechniken.

Wo sind meine Grenzen?

Das Bewusstsein zum eigenen Körper, sowie den eigenen Bedürfnissen wird gestärkt und an der Wahrnehmung von Grenzüberschreitungen gearbeitet.
Auf der psychischen Ebene – der Selbst-Behauptung üben wir den Einsatz von Körperhaltung und Körpersprache. Wir probieren das Raum einnehmen aus und üben das bewusste Setzen von Grenzen.
Auf der physischen Ebene der Selbstverteidigung erarbeiten wir die Schutzhaltung und lernen einfache Ausweich-, Abwehr- und Befreiungstechniken.
Drehungen, die Selbstverteidigungsmethode nach der ich arbeite wurde von Frauen speziell für Frauen und Mädchen entwickelt und wird ausschließlich von Trainerinnen an diese weitergegeben.
Die Techniken bauen auf den Stärken und den vorhandenen Potentialen des weiblichen Körpers auf. Sportlichkeit ist nicht erforderlich – jede Frau ist in der Lage die Methode zu erlernen.

Autorin: Dsa Barbara Bettesch

nächster Kurs:

Selbstverteidigungsseminar für Mütter und Töchter im Alter von 10-14 Jahren.
Trainerinnen: Dsa Barbara Bettesch und Dsa Anita Jahrmann
Termin: 22.6. 16.-19.30 Uhr und 23.6. 9.00-12.00 und 14.00-17.30 Uhr
Kleiner Stadtsaal in Groß-Enzersdorf, Rathausstrasse 5
Seminarbeitrag 75€ pro Teilnehmerin mit Tochter
gefördert durch die Initiative „tut gut“

Anmeldungen unter psychotherapie@bettesch.at oder 0664 496 91 69

Durch friedliche Gedanken wird die Welt ein friedlicher Ort

Der Kampf gegen das, was ist

Friedliche WeltDer Kampf gegen die Realität ist zwar häufig, aber man verliert ihn und zwar absolut und ausnahmslos immer!!! Das kann man mit 100%iger Wahrscheinlichkeit vorhersagen. Die Realität fragt nicht um unsere Zustimmung. Sie ist einfach.

Sich über die Realität zu beschweren bedeutet zwei innere Bilder, die sich gegenseitig ausschließen gegenübergestellt zu sehen. Das eine Bild ist die Phantasie, wie wir uns die Realität ausdenken, wie sie unserer Meinung nach sein sollte. Der Markt sollte offen haben, wenn ich etwas zu essen brauche. Die Socken meiner Kinder sollten aufgeräumt sein. Das Geschirr in der Küche sollte abgewaschen sein, wenn ich nach Hause komme. Es sollte heute die Sonne scheinen, weil wir heute wandern gehen wollen.

Zwei Bilder: „Wie es sein sollte“ vs. „wie es ist“

Das andere Bild ist die Realität, wie sie tatsächlich zu Tage tritt. Dieses Bild ist die Tatsache des Lebens, des Moments, des Jetzt. Es zeigt genau, das was gerade ist. Dieses Bild fragt nicht um Erlaubnis. Es ist einfach.

Ein innerer Konflikt entsteht, wenn sich die beiden Bilder gegenseitig widersprechen. Der Markt ist geschlossen, die Socken liegen am Boden, das Geschirr stapelt sich schmutzig in der Spüle und es gießt in Strömen.  Dieser Konflikt, dieser Kampf bedeutet Schmerz, denn er kann niemals gewonnen werden.

Der Grund warum wir uns gegen die Realität wehren, wie sie ist, ist der, dass wir der Überzeugung sind, dass sie an etwas mangelt. Es gibt zu wenig Liebe, zu wenig Sonnenschein, zu wenig Sicherheit, zu wenig Kontrolle, zu wenig Ordnung, zu wenig Klarheit, zu wenig Steuern, zu wenig Geld, zu wenig Unterstützung, zu wenig Vertrauen, zu wenig Verständnis, zu wenig Wärme, zu wenig Freundlichkeit, zu wenig Vergebung, zu wenig Humor, zu wenig Kunden, zu wenig Erfolg, zu wenig Verlässlichkeit, zu wenig Ruhe und Erholung, zu wenig Unterhaltung, zu wenig Freiheit….. Ich denke Sie haben verstanden. Doch kann dieser gefühlte Mangel durch  Beschwerde darüber ausgeglichen werden? Anders formuliert ändert die Beschwerde über die Realität etwas an der Situation? – Ist die innere Beschwerde in irgendeiner Weise dienlich, um mit diesem Mangel umzugehen? Die Beschwerde ändert nichts an der Wirklichkeit. Sie fühlt sich jedoch in jedem Fall unangenehm für dich und dein Umfeld an.

Denn die Realität ist, wie sie eben ist – nicht besser und nicht schlechter, sondern genauso wie sie ist. Wenn man sich dieser Tatsache des Lebens hingibt, sinkt der innere  Stresslevel bereits um einen gewaltig.

Beschwerde über die Realität raubt Kraft

Mein Lieblingsbeispiel ist die Fahrt auf einer Autobahn. Nehmen wir an Sie sitzen  im Auto und fahren die Autobahn entlang. Nun haben Sie  zwei Möglichkeiten über die Autobahn zu denken: Sie beschweren sich oder Sie nehmen die Autobahn dankbar an.

Die Beschwerde könnte zum Beispiel lauten: „Diese Autobahn ist eine Umweltkatastrophe. Fruchtbarer Boden wird für stinkende, laute Autos zu betoniert. Tausende von Lebewesen mussten für diese Autobahn ihr Leben lassen. Ständig gibt es nur Baustellen und Staus. Die Wartung der Autobahn lässt wirklich zu wünschen übrig.“

Wie geht es Ihnen während dieser Autofahrt, wenn Sie so über die Autobahn denken, die ja Realität ist und mit all ihren Unannehmlichkeiten so ist wie sie ist? Fühlen Sie sich gestresst, frustriert und resigniert?

Die andere Möglichkeit der Dankbarkeit wäre: „Ich danke der Menschheit, dass Sie mir Möglichkeiten zur Verfügung stellt in dieser Geschwindigkeit von A nach B zu kommen. Ich danke der Autobahn, dass sie eine sichere und komfortable Reiseform bietet. Ich danke für die technische Entwicklung, dass Autos immer umweltschonender und leiser werden. Usw.“

Wie geht es Ihnen während dieser Autofahrt, wenn Sie so über die Autobahn denken, die ja Realität ist und mit all ihren Unannehmlichkeiten auch viele Annehmlichkeiten bietet? Wie gestresst und frustriert fühlen Sie sich jetzt? Fühlen Sie sich resigniert oder aktiviert?

Die Autobahn ist da. Das ist eine Tatsache, die sich nicht ändern lässt. Welchen Sinn hat also die Beschwerde außer Frust und Resignation? Beenden Sie den Kampf gegen die Realität und ihr Leben wird um vieles leichter. Machen Sie sich bewusst, dass Sie ihr Denken auf Sinnhaftigkeit überprüfen kannst.

Friedvolle Gedanken machen die Welt friedlicher

Leider lauert die Beschwerde überall. Sie ist ein gesellschaftlich tradiertes, tief eingefahrenes Muster.  Um also einen wichtigen Beitrag zu mehr Frieden auf der Welt zu leisten, fangen Sie mit dem Frieden Ihrer Gedanken über die Welt an. Üben Sie sich in Dankbarkeit über die Welt und Sie betrachten dadurch die Welt mit ganz anderen Augen.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

Unsere Buchempfehlung:

 

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Gleichaltrigenorientierung – Verlieren wir unsere Kinder an die Gleichaltrigen?

„Schlägerei unter Jugendlichen“, „Cyber-Mobbing in Schulklasse“ – die Medienberichte zeichnen derzeit nicht gerade ein optimistisches Bild unserer Jugend. Neufeld führt das auf die Gleichaltrigenorientierung zurück.

Gleichaltrigenorientierung
Straffällige Jugendliche haben eins gemeinsam: Sie haben keine sichere Bindung an ihre Eltern. Daher sollen diese ihre Autorität als „Leitwölfe“ ernst nehmen – gerade in der Pubertät.

„In der Pubertät haben wir einfach nichts mehr zu sagen.“ Diesen Satz hört man häufig, wenn man sich mit Eltern von Kindern im Teenager-Alter unterhält. Und fast schon resignierend fügen sie oft hinzu: „Meinem Kind sind nur seine Freunde wichtig – alles was wir sagen, ist uncool. Aber wir waren in der Pubertät ja auch nicht anders. Das ist scheinbar normal.“ Beim kanadischen Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld schrillen bei solchen Sätzen die Alarmglocken. Er arbeitet viel mit delinquenten Jugendlichen. „Schwierige Kinder“ sind seit Jahren sozusagen sein Hauptgeschäft. Er ist davon überzeugt, dass es höchst an der Zeit ist, in der Kindererziehung umzudenken. „Studien belegen, dass straffällige Jugendliche eines gemeinsam haben: Sie haben keine sichere Bindung an ihre Eltern oder andere erwachsene Bezugspersonen. Diese jungen Menschen sind vor allem auf ihre Altersgenossen fixiert. Diese haben den Platz der Eltern übernommen und von diesen übernehmen die Jugendlichen ihre Werte, Gedanken und Ideen.“ Doch wie können unerfahrene Jugendliche sich gegenseitig Orientierung fürs Leben geben und dabei helfen, Entwicklungsaufgaben zu meistern? „Es klappt eben nicht, und genau das ist das Problem der Gleichaltrigenorientierung“, so Neufeld. Er setzt den Hebel bei den Eltern an. Diese sollten nie aufhören sich einzubringen – vom Babyalter bis zum Ende der Pubertät – denn nur eine sichere Eltern-Kind-Bindung sei die beste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung.

Elterliche Autorität ist gefragt

GleichaltrigenorientierungNeufeld will Eltern dazu ermutigen, ihre elterliche Autorität wieder ernst zu nehmen. „Mama und Papa sollen wieder führen. Der Nachwuchs soll wieder zu den Eltern aufschauen können, ihnen vertrauen und sich nach den Eltern richten – und nicht nach den Schulfreunden“. Auch der dänische Erziehungsexperte Jesper Juul sieht viel mehr Eltern als „Leitwölfe“, die sowohl Vorbilder sein sollen als auch Verantwortung für die Qualität der Beziehung zu ihren Sprösslingen übernehmen sollen. Juul spricht vom Ende des „Kuschelkurses“. Dabei geht es folglich nicht um eine autoritäre Erziehung per se. Strafen, wie Zimmerarrest, wirken eher manipulativ, ein Verhaltensdrill würde die Eltern-Kind-Bindung nur nachhaltig schädigen, warnen die Experten. Gerade in Krisensituationen gilt es gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten, den Nachwuchs „zu sich zu holen“ und den Kontakt zu den Gleichaltrigen einzuschränken. „Eine enge, gute Bindung schafft, dass Kinder zuhören und kooperieren möchten“, ist sich Neufeld sicher. Eltern können sich daher vom Druck befreien, „cool“ sein zu müssen. Wichtig ist vielmehr, dass sie authentisch und für Ihre Kinder der Nähe- und Ankerpunkt sind. „Nicht was wir tun als Eltern ist wichtig, sondern wer wir sind als Eltern für unsere Kinder“, so Neufeld.

Elterliche Bindung für große und kleine Kinder wichtig

Auch das oft genannte „Fremdeln“ von Kleinkindern lässt sich durch diese Bindungstheorie leicht erklären. Denn die kindlichen Vorbehalte vor neuen Personen stellen sicher, dass die Bindung zu Mama und Papa enger wird. Emotionale Szenen bei der Eingewöhnung in Krippe oder Kindergarten sind für den Experten nicht verwunderlich, ganz im Gegenteil: „Kinder gehören nicht zu Kindern, sondern zuerst zu ihren Eltern. Natürlich sind Freunde wichtig, aber zur Ausformung einer stabilen Persönlichkeit ist es entscheidend, dass die Eltern-Kind-Bindung nicht mit dieser zu Gleichaltrigen konkurriert“.

Autorin: Nina Petz

„Kinder gehören nicht zu Kindern, sondern zuerst zu ihren Eltern. Für eine stabile Persönlichkeit ist es entscheidend, dass die Eltern-Kind-Bindung nicht mit dieser zu Gleichaltrigen konkurriert.“ – Gordon Neufeld (Unsere Kinder brauchen uns)

Buchtipp von Freiraum-Lobau:

Unsere Kinder brauchen uns!  von Gordon Neufeld

Gleichaltrigenorientierung

 

GleichaltrigenorientierungGordon Neufeld ist ein international renommierter kanadischer Entwicklungspsychologe.

In seinem Bestseller „Unsere Kinder brauchen uns“ (2004) ermutigt Dr. Gordon Neufeld Eltern und Erzieher, selbst der wichtigste Einfluss im Leben ihrer Kinder zu bleiben, anstatt dies deren Altersgenossen zu überlassen. Im Zuge der „Gleichaltrigenorientierung“ komme es zu einem Entwicklungsstillstand der Kinder, der die Individualität unterdrückt. Der nach ihm benannte „Neufeld-Ansatz“ spießt sich dadurch mit den derzeit oft vorherrschenden

Erziehungspraktiken und auch der Familien- und Bildungspolitik vielerorts. Doch trotz Kritik, Neufeld ist überzeugt, dass seine Erkenntnisse Eltern davor bewahren können, ihre Kinder zu „verlieren“ und helfen, wenn nötig, die tiefe Verbindung zu ihnen wiederherzustellen: „Wir sind die beste Chance für unsere Kinder. Auch wenn sie es manchmal nicht wissen, sie brauchen uns“.

Der kanadische Entwicklungspsychologe ist selbst fünffacher Vater und arbeitet seit über 30 Jahren mit Kindern und den für sie verantwortlichen Erwachsenen. Bekannt wurde Neufeld u.a. auch für seine mehrjährige Zusammenarbeit im Gefängnis mit jugendlichen Gewaltverbrechern. Er hat 20 Jahre lang an der University of British Columbia als Professor gelehrt und war viele Jahre in eigener therapeutischer Praxis tätig. Inzwischen konzentriert er sich auf die Weitergabe seines Wissens und die Schulung von Eltern und beruflich mit Kindern Tätigen in der hilfreichen Anwendung der von ihm gewonnenen Erkenntnisse über Bindungen. Der 69-jährige ist außerdem gern gesehener Gast in zahlreichen US-Fernseh- und Radiosendungen.

http://neufeldinstitute.org/

Weiterer Buchtipp: Jesper Juul – Leitwölfe sein; Liebevolle Führung in der Familie

Jesper Juul

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Was ist Kinderpsychotherapie?

Der Wunsch nach Veränderung

VeränderungAlte Gedanken bilden eine synaptische Autobahn im Gehirn

Ich will nicht ständig depressiv und ängstlich sein, sondern mich des Lebens erfreuen können. Wie kann Psychotherapie helfen den Wunsch nach Veränderung zu begleiten und zu verwirklichen?

Gedanken die bereits oft gedacht wurden, sind synaptisch besonders gut verschaltet. Je öfter ein Gedanke durch unsere Gehirnwindungen geflutscht ist, desto schneller und einfacher tut sich der Gedanke. Es bildet sich eine synaptische Autobahn im Gehirn. Diese Nervenbahnen sind hervorragend verschaltet. Das gilt für Gedanken, die gut tun: Ich kann genießen und erfreue mich an all den Schätzen der Welt. Leider auch für Gedanken, die nicht gut tun: „Ich schaffe das nicht. Ich kann nichts. Ich verbocke eh alles. Ich fürchte mich ständig. Ich bekomme sicher Kopfschmerzen, wenn das so weiter geht.“

Neue Gedanken zu denken, ist wie einen völlig verwilderten Waldweg zu beschreiten.

Um neue Gedanken zulassen zu können, müssen im Gehirn neue unbekannte Wege beschritten werden und möglichst oft durch gedacht werden, sodass der neue Gedanke vertraut wird und sich neue Synapsen bilden können. Das bedeutet, man muss sich von der tief eingefahrenen, so vertraut gewordenen, sich tief im Gehirn und im Körper eingebrannten, bereits als zu einem selbst gehörig wahrgenommen Einstellung über sich selbst und das eigene Leben, die eigenen Gedanken über die Welt und sich selbst, verlassen und neue ungewohnte, völlig unbekannte Gedankengänge erkunden. Um Neues zu erfahren, um das eigene Leben zu ändern und sei es auch nur geringfügig, sind andere Gedanken, andere Denkmuster, neuer Wege notwendig. Solange man an seinen alten Gedankengängen festhält, bleibt es bei den alten Gewohnheiten, Lebenseinstellungen und Lebenserfahrungen.

Wie soll sich etwas ändern, wenn weiterhin so getan wird, wie bisher?

Veränderung bedeutet Neues zu wagen. Ohne neue Gedanken, werden wir wie gewohnt handeln und damit die gewohnten Erfahrungen machen. Man muss sich vom Alten lösen, sonst kann nichts Neues entstehen. Und gerade dieser wunderschöne Prozess, scheint der aller schwierigste zu sein. Dieser Prozess macht oft große Angst. Neues zu wagen ist ungewohnt und oftmals beängstigend. Körper und Geist klammern sich häufig in verzweifelter Angst vor dem Neuen an das Alte. Doch dadurch kann keine Veränderung stattfinden.

Mit professioneller Unterstützung in einer vertrauensvollen und wohlwollenden Beziehung zu dem Psychotherapeuten, wird Veränderung leichter und einfacher. Lassen Sie sich an der Hand führen und vertrauen Sie Ihren Möglichkeiten!

Autorin: MMag. Karin Haiderer

Erfahren Sie mehr über Glück und Zufriedenheit, über die Angst vor dem Glück oder über Hier und Jetzt.

Buchtipp: Eckhart Tolle: Jetzt! Die Kraft der Gegenwart

Unsere Buchempfehlung: Du bist das Placebo. Bewusstsein wird Materie. von Dr. Joe Dispenza

 

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Was ist Kinderpsychotherapie?

Wenn Kinder plötzlich ihr Verhalten ändern, sich zurückziehen, öfter gereizt reagieren oder sie Angst haben in die Schule zu gehen, fühlen sich Eltern oft hilflos. In den Situationen, in denen der Leidensdruck der Kinder/Jugendlichen offensichtlich scheint, ist es ratsam professionelle Unterstützung hinzu zu ziehen und an eine Kinderpsychotherapie zu denken.

Wann ist Kinderpsychotherapie sinnvoll?

Kinder stehen immer wieder  neuen Herausforderungen und Entwicklungsschritten gegenüber, die sie beKinderpsychotherapiewältigen müssen. In den meisten Fällen gelingt dies gut.  Kritische Situationen, wie Trennungen, Verluste, Belastungen in der Schule u.v.m. gibt es bereits in vielen Kinderleben. Wenn sie nicht mehr verarbeitet werden können, führt dies zu psychischen Erkrankungen.

Kinder drücken ihre erlebten emotionalen Belastungen meist nicht eindeutig aus, es gibt eine Reihe von Verhaltensweisen, die einen Hinweis auf den Leidensdruck des Kindes geben können, wie:

  • Schlafstörungen
  • Einnässen
  • vermehrte Ängste
  • Rückzugsverhalten
  • auffälliges aggressives Verhalten
  • traumatische Erlebnisse
  • Schulverweigerung
  • Selbstverletzungen, u.v.m.

Halten diese Symptome länger an, nehmen Sie bitte Kontakt mit einer Psychotherapeutin auf.

Was passiert in einer Kinderpsychotherapie?

Allgemein hat die Kinderpsychotherapie das Ziel psychische Erkrankungen und Leidenszustände zu lindern bzw. zu heilen. Dies gelingt durch Veränderung und Entwicklung neuer Lösungswege.

In den ersten Einheiten steht der Beziehungsaufbau im Vordergrund. Die Beziehung und das Vertrauen bilden den Grundstein der Psychotherapie zwischen dem Kind/Jugendlichen und der Psychotherapeutin. Dadurch kann das Kind entsprechend seinen Möglichkeiten zeigen wie es ihm geht.

Kinder drücken ihre erlebten Erfahrungen vor allem im Spiel oder mittels kreativer Medien (malen, Tonarbeit, Sandspiel u.v.m.) aus. Die Psychotherapeutin hält den „roten Faden“ fest und leitet daraus ab, was das Kind ausdrücken möchte, wie es ihm geht u.s.w.

Gemeinsam werden Probleme gemeistert und neue Lösungswege erarbeitet.  Das Kind lernt, dass es selbst sein Erleben und den Umgang mit unangenehmen Situationen beeinflussen kann. Die Psychotherapeutin beachtet im Kontakt mit dem Kind immer den emotionalen und geistigen Entwicklungsstand. Gespräche mit den Eltern sind ebenso bedeutend für die Kinderpsychotherapie. Bei Kleinkindern werden die Eltern stärker mit einbezogen als bspw. bei Jugendlichen.

Ein Kind muss nicht perfekt sein, sondern glücklich!

Im Zuge der Elterngespräche wird auch der Verlauf besprochen und die mögliche Dauer der notwendigen therapeutischen Begleitung. Jedes Kind ist einzigartig und benötigt einen individuellen Behandlungsplan!

Autorin: Mag. Birgit Prislinger

Erfahren Sie mehr über Schulprobleme.

Buchtipp: Ängstliche Kinder unterstützen von Haim Omer und Eli Lebowitz

 

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Kompetenzzentrum für Psychotherapie und Körperarbeit

Freiraum Lobau eröffnet mit vollem Haus

Der Tag der Offenen Tür des Kompetenzzentrums „Freiraum Lobau“ war ein voller Erfolg. Besucher informierten sich über Psychotherapie und verschiedenste Körper-bezogene Therapien. Auch Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec ließ sich die Backstage-Führung nicht entgehen und gratulierte zur Praxis-Eröffnung.

Nach monatelanger Vorbereitung war es am 14. April endlich soweit. Unter dem Motto „Psychotherapie backstage“ eröffneten die vier Psychotherapeutinnen Karin Haiderer, Nina Petz, Andrea Leidlmayr und Barbara Bettesch, sowie die beiden Cranio Sacral-Therapeutinnen Ulrike Kerschbaum und Bettina Bolzer mit großem Erfolg ihre Gemeinschaftspraxis im Herzen von Groß Enzersdorf. In der Elisabethstrasse 7 fanden sich zahlreiche Interessierte ein, die sich von der Arbeitsweise der Therapeutinnen, ihren liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten – die Praxisräume tragen übrigens Namen, wie „Blätterrauschen“ oder „Blütenduft“ – und dem riesigen Garten ein erstes Bild machen wollten. Besonders beliebt waren die informativen Workshops und Vorträge zu Kinder-, Jugendlichen-, Eltern- und Familienthemen, dem „Spezialgebiet“ des Freiraum Lobau. Ein buntes Rahmenprogramm mit u.a. Feuerjonglage, leckere Kärntner Kas-Broten von Peter Fürnhammer und ein herrlich sonniges Frühlingswetter rundeten den vollends gelungenen Tag der Offenen Tür noch weiter ab.

Psychotherapeutinnen informieren über ihre Arbeit

Vier Psychotherapeutinnen arbeiten mittlerweile im Kompetenzzentrum und bieten regelmäßig Unterstützung bei den unterschiedlichsten seelischen Erkrankungen und Beschwerden. Ihr Ziel war es auch, am Tag der Offenen Tür mit einem bekannten Tabu zu brechen. „Es ist in unserer heutigen Gesellschaft immer noch so, dass körperliche Erkrankungen oft mehr Stellenwert und „Berechtigung“ erfahren als seelische. Dabei beweisen Studien, dass psychische Belastungen genauso krank machen, wie körperliche – nur sieht man sie oft nicht so deutlich auf den ersten Blick, wie zum Beispiel eine rote, rinnende Nase bei einer Erkältung“, erklärte „Freiraum Lobau“-Gründerin Karin Haiderer und schilderte anschaulich die Vorteile einer Psychotherapie.

Das Kompetenzzentrum zeichnet sich durch Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen aus.

Tierische Unterstützung und Backstage-Unterhaltung lieferte „Co-Therapeut“ Cosmo. Der Retriever Mischling unterstützt normalerweise Psychotherapeutin Andrea Leidlmayr bei ihren Therapiesitzungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In einem weiteren Vortrag konnten viele Besucher erstmals eine Trance hautnah miterleben. „Eltern-Kids-Coach“ Nina Petz, die für die Hypnose-Psychotherapie im Freiraum Lobau steht, lud zu einer kurzen Entspannung mit Hypnose ein. Barbara Bettesch informierte über Selbstverteidigung von Frauen und Mädchen. „Die Fähigkeit sich zu behaupten und wehren zu können, steigere das Selbstbewusstsein,“ so die Psychotherapeutin

Auch die beiden Cranio Sacral-Therapeutinnen Ulrike Kerschbaum und Bettina Bolzer standen den zahlreichen Interessierten, darunter auch die Groß Enzersdorfer Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec, gerne für Fragen zur Verfügung.

Nach dem erfolgreichen Eröffnungs-Tag planen die sechs „Freiraum-Frauen“ bereits ihre nächsten Schritte, unter anderem steht im Mai ein Vortrag über die richtige Mediennutzung für Kinder und Jugendliche auf der „To-Do-Liste“. Barbara Bettesch bietet einen Selbstverteidigungskurs für Mütter und Töchter an.

Autorin: Nina Petz

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Im Hier und Jetzt

Genuss beim Kaffeetrinken und LesenEiner der wichtigsten Aspekte der integrativen Gestalttherapie ist das sogenannte Hier und Jetzt. Doch was soll das sein? Jeder kennt diesen Ausdruck – aber was versteht man darunter? Wie man denn ins „Hier und Jetzt“ gelangen kann, ist vielen völlig unklar.

Oft malen sich Eltern die eigene und die Zukunft ihrer Kinder aus. Wie wird es werden, wenn der Sprössling endlich zwei geworden ist und weniger Aufmerksamkeit braucht. Wie es wohl sein wird, wenn der Nachwuchs endlich in die Schule geht, wenn er endlich selbständig arbeitet und Geld verdient.

Zukunft und Vergangenheit existieren ausschließlich in unseren Köpfen

Die Gedanken kreisen um die Zukunft. Man macht sich Sorgen, ob die Kinder wohl genügend lernen, ob sie mal einen guten Job bekommen werden und, und, und. Das Ziel in der Zukunft, das sowieso nie gewiss sein kann, wird so groß, dass die Beschäftigung mit dem augenblicklichen Moment – dem Jetzt –wie das Baby in diesem Moment einzigartig lächelt, wie seine kleinen Haarsträhnen kleine Löckchen bilden, wie seine Füße riechen, wie die Sonne auf das Gesicht des Babies fällt, wie es sich anfühlt das Kind im Arm zu halten und ihm etwas vorzusingen– verpasst wird.

Dabei ist das Handeln und Wahrnehmen im Moment der einzige Einfluss der tatsächlich und real überhaupt möglich ist. Sowohl die Zukunft, als auch die Vergangenheit existieren ausschließlich in unseren Köpfen. Die Zukunft kann nur ausgedacht sein, da wir sie unmöglich kennen können, obwohl wir uns das gerne einreden. Die Vergangenheit ist das, was in unserer Erinnerung bleibt, die Gefühle und Stimmungen, die wir im Kopf abgespeichert haben. Doch real ist nur das Jetzt….

Genuss entsteht im Moment

Den jetzigen Moment zu verpassen, bedeutet die bewusste Wahrnehmung und damit den Genuss zu verpassen. Denn was ist Genuss? Denken Sie an den Film „die fabelhafte Welt der Amelie“ – Amelie mag es die Finger in einen Sack Bohnen gleiten zu lassen. Was ist die Voraussetzung dafür? Sie nimmt wahr und fühlt jede einzelne Bohne an ihren Fingern vorbeigleiten. Amelie fühlt den Tanz der runden Bohnen, die die Hand umspielen. Das Mädchen ist im Moment ausschließlich mit Wahrnehmung beschäftigt und das macht diese simple Handlung zum Hochgenuss.

Genuss löst die Wahrnehmung von Raum und Zeit auf

In diesem Moment ist kein Gedanke an die Zukunft möglich. – sonst wäre die Wahrnehmung eingeschränkt. Das Gefühl von Zeit ist ebenfalls nicht wichtig und löst sich vor dem Hintergrund der Wahrnehmung auf. Das ist ein Zen-artiger Zustand von No-Mind. Erwachsene sind oft nur für wenige Sekunden, wenn überhaupt voll und ganz im Hier und Jetzt, bevor der Verstand erneut einsetzt und pausenlos kommentiert. –  Immer wieder bewertet er und wälzt Gedanken, die schon häufig in der Form gedacht wurden und zu keiner Lösung geführt haben und vermutlich nicht werden.

Kinder als Vorbilder

Kinder sind wunderbare Zen-Meister. Sie lieben intensive Wahrnehmungen von Kleinigkeiten, um diese voll und ganz zu genießen mit allen Sinnen, die ihnen zur Verfügung stehen. Kleine Kinder inspizieren den Boden und ertasten jedes Staubkörnchen. Sie erkunden Bausteine mit dem Mund und nehmen wahr, wie sich das lackierte Holz mit der Zunge anfühlt. Sie sind Wahrnehmung. Alles andere ist nicht wichtig.

Der innere Beobachter

Eckard Tolle beschreibt in seinem Buch „Jetzt“, wie der innere Beobachter aktiviert werden kann, um im Jetzt bleiben zu können. Er empfiehlt die eigenen Gedanken zu beobachten. So können Sie sich bewusst werden, wie die eigenen Gedanken davon galoppieren, oft wirr und unzusammenhängend,  wie sie Furcht einflößen und oftmals der einzige Grund für Sorgen und Ängste sind. Mit diesem Bewusstsein kann nun noch tiefer beobachtet werden. Nämlich wie fühlt es sich an diese sorgenvollen Gedanken zu wälzen. Dieses Bewusstsein ermöglicht die Entscheidung, ob diese Gedanken wirklich weiter gesponnen werden wollen. Trotzdem lächelt der Beobachter die Gedanken liebevoll an und damit können diese Gedanken schließlich losgelassen werden.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

Erfahren Sie mehr über Glück und Zufriedenheit und über die Angst vor dem Glück.

Buchtipp: Eckhart Tolle: Jetzt! Die Kraft der Gegenwart

Eckhart Tolle

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Es ist gar nicht so einfach glücklich zu sein….

Angst vor dem Glück„Das kann ich doch gar nicht glauben“, werden sie sagen. „Was soll denn daran beängstigend sein?“ Doch glücklich zu sein bedeutet oftmals einen völlig neuen Kurs als bisher einzuschlagen, alles anders zu machen, zu denken und zu fühlen als bisher. Das ist Veränderung und Veränderung macht sehr oft große Angst, weil wir damit das Gefühl aufgeben unser Leben unter Kontrolle zu haben, zu wissen, wie der Hase läuft, zu wissen, was als Nächstes auf uns zukommen wird.

Verzweifelt reden wir uns ein zu wissen, was die vorhersehbare Zukunft bringen wird. Wir machen uns selbst vor, die Zukunft unter Kontrolle zu haben und geben uns dieser Illusion hin. Dieser Kontrollzwang über das was kommen wird, basiert vor allem auf der Angst, dass etwas Unvorhergesehenes, etwas Neues eintritt. Doch dass wir durch diese scheinbare Kontrolle über die Zukunft, uns unglaublich einschränken, verweigern wir wahrzunehmen. Wir schränken uns durch unser Denken selbst ein. Wir glauben auf A folgt B. Das war immer schon so und wird auch so bleiben.

Wenn ich zum Zahnarzt gehe, wird es schmerzhaft. Wenn ich ein falsches Wort zu meinem Vorgesetzten sage, werde ich gefeuert. Wenn ich einen Knollenblätterpilz esse, sterbe ich. Wenn ich Falten und graue Haare bekomme, bin ich nicht mehr begehrenswert. Wenn ich nicht trainiere, übe und Leistung erbringe, werde ich keine Erfolge erzielen. Wenn ich von einer Giftschlange gebissen werde, sterbe ich. Was sich alles eröffnen kann, wenn man diese Glaubenssätze aufbricht und neu beleuchtet, ist eine kaum betrachtete Welt. Was passiert, wenn diese scheinbaren Naturgesetze in Frage gestellt werden? Was wenn sie gar nicht stimmen.

Tatsächlich gibt es Menschen, die das Gift der Schlangen aushalten…. Nur weil sie nicht davon überzeugt sind, dass das Gift tödlich ist. Es gibt Menschen, die beim Zahnarzt keine Schmerzen spüren, weil sie Selbsthypnose üben. Und viele Beispiele mehr. Das bedeutet aber auch, dass B nur dann auf A folgt, wenn das innere Denkmuster und die Gefühlshaltung davon überzeugt sind.

Wie funktioniert Veränderung?

Wie kann sich etwas ändern, wenn wir alles so sehen wie wir es immer gesehen haben, wenn wir uns nichts Neues zu wagen trauen, wenn wir nichts Ungewohntes ausprobieren und einfach mal Kopf stehen? Wie kann sich etwas ändern, wenn wir an alten Überzeugungen, Vorstellungen, Glaubenssätzen über unsere Welt verhaftet bleiben?Was genau ist so schwierig daran aus alten Denkmustern der Vergangenheit auszubrechen?

Stellen wir uns mal für einen kurzen Moment vor, wir hätten die Macht all unsere Wünsche und Träume zu verwirklichen, die Welt so zu gestalten, wie wir sie uns wünschen – nämlich zu unserem  größten Glück. Dann gäbe es plötzlich keine Ausreden mehr für Griesgram, Ärger und Sorgen. Wir hätten keine Möglichkeit mehr für Niedergeschlagenheit – schließlich könnten wir unsere Welt ja auch anders gestalten. Nehmen wir an, wir hätten diese Macht. Können Sie sicher sein, dass Sie diese Welt wollen würden – eine Welt ohne Ausreden, wie Angst, Sorgen, Bedenken und Trostlosigkeit?

Je größer die Möglichkeiten der Veränderung, desto größer die Angst vor der Veränderung.

Die Angst, dass die eigenen Träume tatsächlich realisiert werden können wird unermesslich. Es stellt sich die Frage: „Wer und wie bin ich, wenn ich glücklich bin? Kann ich das, will ich das? Das bedeutet ja ernsthaft mich von meiner, schon so vertrauten schlechten Laune und all meinen Ängsten zu lösen. Nochmals: „Wer bin ich ohne die Angewohnheit mich zu fürchten, mich unwohl zu fühlen, ohne meine Traurigkeit und Unzufriedenheit als ständiger Begleiter?“ Die Identifikation mit den eigenen Gedanken und Gefühlen löst sich auf und damit beinahe die vertraute Identität, so wie ich sie kenne. Wenn das nicht beängstigend ist. — Es ist gar nicht so einfach glücklich zu sein, stellen wir hier fest. Lesen Sie mehr über Glück hier.

Tipp: Im Magazin Gehirn und Geist ist dazu ein interessanter Artikel zu lesen.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

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Erziehung ohne Strafe und Verbote

Wenn der Spross einen zur Weißglut bringt, ist es oft schwierig, ohne Verbote und ohne Strafe auszukommen. So kann es dennoch gelingen:

„Jetzt hör sofort auf, sonst fahren wir nach Hause!“, „Es reicht, ich zähle bis drei, und wenn du dann nicht herkommst, gibt es heute keine Gute-Nacht-Geschichte“ – Sätze wie diese kennen wir nur allzu gut. Denn groß ist oft die Überforderung und stressig der Alltag. Da rutschen einem dann schon Sätze über die Lippen, die man aus der eigenen Kindheit kennt und die man eigentlich nie sagen wollte. Aber sind Strafen und Drohungen denn wirklich so schlimm? „Ja“, sagt der amerikanische Erziehungsexperte Alfie Sohn, „Bestrafung setzt auf Kontrolle. Sie vermittelt Kindern, dass sie nur geliebt werden, wenn sie uns gefallen oder uns beeindrucken.“

Let’s talk about Stress!

Strafen und Drohungen schädigen die Eltern-Kind-Bindung und das Selbstvertrauen des Nachwuchses nachhaltig. Der Schlüssel liegt in der Kommunikation. Reden Sie miteinander darüber! Gehen Sie in Beziehung zu Ihrem Kind, fragen Sie nach, und sprechen Sie seine Gefühle offen an: Worum geht es bei dieser Auseinandersetzung wirklich? Welche Bedürfnisse hat mein Kind, und was will ich als Elternteil? Kurzfristig ist diese vielleicht die aufwendigere Lösung, aber langfristig ist sie besser für das Klima daheim, und der Nachwuchs lernt Verständnis und Konfliktmanagement.

Verbote sorgen für Funkstille

Jeder gerät im gemeinsamen Zusammenleben das ein oder andere Mal an seine Grenzen. Doch mit Verboten zerstören Sie mehr als sie glauben. Die Eltern-Kind-Beziehung gilt es zu hegen und zu pflegen, ist sie schließlich auch später in der Pubertät wichtig, um an gemeinsame Werte zu erinnern und den Nachwuchs vor gefahren zu bewahren. Fakt ist: Strafen und Drohungen machen Angst und lösen das Problem keineswegs langfristig. Bei Fernseh- oder Handyverbot zum Beispiel, denken Kinder bestenfalls darüber nach, wie sie das Verbot schnellstmöglich umgehen können, aber nicht über das eigentliche Thema. Außerdem brechen Strafen die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ab. Dabei wollen wir doch genau das Gegenteil: Endlich gehört werden!

Mehr Verständnis durch Empathie

Versuchen Sie herauszufinden, worum es Ihrem Nachwuchs in der jeweiligen Situation wirklich geht. Nehmen Sie Ihr Kind ernst! Was braucht es gerade? Natürlich dürfen und sollen Sie neben den Gefühlen Ihres Kindes auch Ihre eigenen Gefühle und Ihre persönliche Grenze ansprechen. Sätze, wie „Offensichtlich bist du gerade sehr wütend, das kann ich gut verstehen“ helfen dem Nachwuchs sich angenommen zu fühlen auch, wenn dieser gerade von seinen Gefühlen überwältigt wird und überfordert ist.

Ein „Nein“ ist kein Weltuntergang!

Eine wertschätzende Kommunikation bedeutet keineswegs das alles erlaubt ist und daheim die „Diktatur der Kinder“ herrscht. Selbstverständlich braucht es im Alltag, vor allem wenn es um Sicherheit geht oder um das Einhalten gemeinsamer Familienregeln, auch mal ein klares „Nein“. Natürlich dürfen – und sollen! – Eltern „Nein“ sagen. Aber auch ein „Nein“ kann wertschätzend formuliert werden und muss nicht zum Machtkampf zwischen den Generationen ausarten.

Autorin: Nina Petz

Buchtipp:

                         Katia Saalfrank: Erziehung ohne Strafen

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Weitere Buchtipps:

Alfie Kohn: Liebe und Eigenständigkeit, Der Mythos des verwöhnten Kindes

Jesper Juul: Das kompetente Kind

Thomas Gordon: Familienkonferenz

Marshall B. Rosenberg: Kinder einfühlend ins Leben begleiten – Elternschaft im Licht der gewaltfreien Kommunikation

Danielle Graf und Katja Seide: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn