Ratschläge bei Schulproblemen!

Ratschläge bei SchulproblemenDiese Ratschläge betreffen die Fortsetzung des am 23.02. geposteten Thema: „Schulprobleme?! Hochbegabt? Lese- oder Rechtschreibstörung? Teilleistungsschwächen?“.

Der Schwerpunkt liegt in den Empfehlungen an die Eltern, die sich aus der klinisch-psychologischen Diagnostik ergeben haben.

Die Empfehlungen an die Eltern basieren auf den Ergebnissen der psychologischen Testverfahren, der Verhaltensbeobachtungen sowie der persönlichen Vorgeschichte des Kindes und der Eltern und den zusätzlich ausgefüllten Fragebögen der Eltern zu einem spezifischen Thema, die das Kind bzw. den Jugendlichen betreffen.

Therapien bei Schulproblemen

Im Prinzip teilen sich die möglichen Behandlungen in zwei große Teilbereiche. Der erste Bereich betrifft die Förderung bestimmter Alltagsfertigkeiten des Kindes, durch sogenannte „funktionelle Therapien“, die im Folgenden kurz dargestellt werden.

Ergotherapie

Ergotherapie bedeutet übersetzt „Arbeitstherapie“ und meint, dass die Ergotherapeutin das Kind in bestimmten schulischen Fertigkeiten trainiert und unterstützt um den Alltag besser zu meistern. Dazu gehört die Förderung der visuellen Wahrnehmung, die für das Erlernen des Schreibens notwendig ist. Manche Kinder haben Schwierigkeiten in der Dosierung der Kraft beim Schreiben, hier wird die die Feinmotorik beim Schreiben geschult. Einige Kinder haben ein regelrechtes Chaos in der Schultasche, finden die Aufgabenstellungen oft nicht, in diesem Falle unterstütz die Ergotherapeutin die Kinder in der Handlungsplanung.

Lesen Sie näheres unter: www.ergotherapie.at

Logopädie

Der Bereich der Logopädie umfasst ein breites Gebiet, beginnend mit der Förderung der Aussprache, der Grammatik sowie der Erweiterung des Wortschatzes. Bei Kindern, die die Laute nicht richtig wahrnehmen und verarbeiten können, kann auch eine Unterstützung seitens der LogopädIn erfolgen.

LogopädInnensuche auf: www.logopaedieaustria.at/logopaedische-therapie-hauptmenu

Physiotherapie

In der Beobachtung können Haltungsproblemen bei Kindern sichtbar werden, die möglicherweise mit Schmerzen verbunden sind. In diesem Falle und bei Kindern, die eine körperliche Einschränkung haben, wird auf die Physiotherapie verwiesen.

PhysiotherapeutInnen finden Sie auf: www.physioaustria.at/og/wien

Psychotherapeutische/Psychologische Behandlung

Kinderpsychotherapie ist ein Spezialgebiet, das eine besondere Qualifikation voraussetzt.

Lesen Sie dazu näheres unter:

www.psychotherapie.at/oebvp/arbeitsbereiche/saeuglings-kinder-und-jugendpsychotherapie

Die erste Hürde besteht natürlich darin Kontakt mit einer Kinderpsychotherapeutin aufzunehmen, es ist nicht leicht mit einer fremden Person über Schwierigkeiten, die das Familienleben betreffen, zu sprechen. Anzumerken ist, dass die (Kinder-)PsychotherapeutInnen einer strengen Verschwiegenheitspflicht unterliegen, dies bedeutet, dass absolut keine Informationen nach außen gelangen dürfen.

Im Erstgespräch lernen sich die Psychotherapeutin, die Eltern und das Kind kennen. Die Psychotherapeutin klärt in diesem Rahmen ab, ob eine behandlungsbedürftige Krankheit vorliegt, wie stark das Alltagsleben der Familie beeinträchtigt ist und welche Ressourcen innerhalb der Familie aktiviert werden können.

Ganz allgemein gilt, dass je jünger die Kinder sind umso mehr gewinnt die Elternarbeit an Bedeutung. Dies bedeutet, dass KinderpsychotherapeutInnen sowohl mit den Kindern arbeiten als auch regelmäßige Elterngespräche führen, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten.

Wenn bei den Kindern eine erhöhte Angst im Vordergrund steht, in Zusammenhang mit bestimmten Schulfächern oder aber auch im Kontakt mit Mitschülern u.v.m., wird eine psychotherapeutische Behandlung und/oder Elternberatung empfohlen. Kinder können auch aufgrund der alltäglichen Belastungen in der Schule eine Depression entwickeln, die sich in gereiztem Verhalten, Rückzug, Schlafproblemen und/oder gedrückter Stimmung äußern. In diesen Fällen sind nicht nur die Gefühle der Kinder beeinträchtigt, sondern auch die Leistungsfähigkeit ist meist deutlich vermindert.

Kinder drücken ihre erlebten Belastungen oft auf

eine andere Weise als Erwachsene aus. Wichtig hierbei ist, dass sich die Eltern aufmerksam und offen den Erzählungen ihrer Kinder widmen sowie veränderte Verhaltensweisen, wie Rückzug, Gereiztheit, nicht ignorieren. Wenn sich die Situation nicht verbessert sollte eine professionelle Hilfe hinzugezogen werden.

Das Team Freiraum-Lobau ist spezialisiert auf Kinderpsychotherapie und Kinderpsychologie und steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung (http://www.freiraum-lobau.at/team).

Autorin: Mag. Birgit Prislinger

Buchtipp:

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Dieses und andere Bücher zum Thema finden Sie in der Buchhandlung Buchhandlung Alexowsky

 

Schulproleme?! Hochbegabt? Lese- oder Rechtschreibstörung? Teilleistungsschwächen?

Schulschwierigkeiten

Was kann die klinisch-psychologische Testung?

Schulprobleme können das Leben von Kindern/Jugendlichen und deren Familien sehr beeinträchtigen. Angefangen von Hänseleien gegenüber dem Kind in der Klasse, über Schwierigkeiten mit der Lehrerin bis hin zum erhöht erlebten Druck, finden sich alle erdenklich möglichen Schwierigkeiten. Schwierigkeiten, die das Seelenleben eines Kindes negativ beeinflussen. Die klinisch-psychologische Testung hilft Klarheit zu verschaffen um so einen optimalen Behandlungsplan, der für Eltern und Kind Erleichterung verschafft, zu entwickeln.

Ablauf einer klinisch-psychologischen Testung bei Kindern und Jugendlichen im Leistungsbereich

Erstgespräch

Zunächst werden sämtliche Informationen über das Kind zusammengesammelt. Dabei werden natürlich die Eltern stark einbezogen. Es wird gemeinsam herausgefunden, seit wann die Problematik besteht, wie die Säuglings- und Kleinkindzeit  verlaufen ist, welche prägenden Ereignisse vorgefallen sind, wie sich das Kind allgemein entwickelt hat, uvm. Besonders wichtig ist mir, auf jedes Kind speziell einzugehen und herauszufinden, wie das Kind die bestehende Problematik für sich erlebt und bewertet. Welche Werkzeuge stehen dem Kind zur Verfügung , mit belastenden und schwierigen Situationen umzugehen. Das Ziel des ersten Gespräches ist es, Ideen zu sammeln, welche Faktoren zu den Schwierigkeiten geführt haben könnten. 

Testung

Ich lege besonderen Wert darauf, dass die Auswahl der klinisch-psychologischen Testverfahren individuell auf die Problematik des Kindes abgestimmt ist. Die Testung soll die Annahmen des Erstgesprächs wissenschaftlich überprüfen oder widerlegen. Folgende Tests kommen bei Schulproblemen unter anderem zum Einsatz:

  • Entwicklungstests (Kindergarten, Vorschulalter)
  • Intelligenztests (Schulalter)
  • Leistungstests (Erhebung spezieller Fertigkeiten, wie bspw. Handlungsplanung)
  • Konzentrationstests

Bei der Durchführung der Testung beobachte ich die Herangehensweise des Kindes an Aufgabenstellungen sehr genau. Dabei finde ich zum Beispiel heraus, ob das Kind verunsichert ist, sich zu wenig zu traut, es leicht ablenkbar ist und wie hoch die sogenannte Frustrationstoleranz beim Kind ist.

Die Intelligenztestung kann bereits auf eine Über- oder Unterforderung hinweisen, beide Umstände sind belastend, in erster Linie für das Kind und in weiterer Folge auch für die Familie. Im Falle einer Unterforderung (Hochbegabung) weist das Kind/Jugendlicher einen weit überdurchschnittlichen Intelligenzwert (> 130) auf. Im Falle einer Überforderung, kann es einerseits sein, dass die allgemeine Leistungsfähigkeit des Kindes unter dem Altersdurchschnitt liegt und das Kind dadurch einem dauerhaften Stress in der Klasse ausgesetzt ist. Eine Überforderung kann auch entstehen, wenn das Kind gut durchschnittlich begabt ist, jedoch in einem oder mehr Teilbereichen eine Schwäche aufweist, wie bspw. eine „visuelle Teilleistungsschwäche“. Dies würde bedeuten, dass es dem Kind schwer fällt von der Tafel abzuschreiben bzw. Objekte zu erkennen und unterschiedlich wahrzunehmen.

Teilleistungsschwächen können mittels oben angeführtem Testmaterial in der Raum-Lage-Wahrnehmung, in der Graphomotorik, in der Visuomotorik, in der auditiven Wahrnehmung, im Lesen, Schreiben und Rechnen, u.v.m. diagnostisch erfasst werden.

Mehr über Behandlungsmöglichkeiten bei Schulproblemen gibt es am 23.03.2018!

Autorin:  Mag. Birgit Prislinger