Schlafen Kinder im Kinderzimmer oder im Elternbett?

Schlaf KinderSchlafen, aber wo?

Viele Eltern richten vor der Geburt des Babys das „perfekte Kinderzimmer“ für den Familienzuwachs her. Doch kaum ist der neue Erdenbürger da, stellen sie fest: Das Baby lässt sich nicht so einfach ins eigene Bettchen ablegen und schläft dann friedlich. Neben Mami im Elternbett hingegen schlummert die ganze Familie besser.
Doch plötzlich wissen es alle anderen besser und die Eltern sind verunsichert. Doch keine Gute Idee den Nachwuchs bei sich schlafen zu lassen?
Ob Bettchen im Kinderzimmer, Beistellbett oder Baby im Familienbett- diese Entscheidung sollten alle Eltern selbst treffen und sich auf ihr Gefühl verlassen.

gemeinsame Schlafrythmen entwickeln sich im gemeinsamen Bett

Fakt ist, so auch Nicola Schmidt in ihrem Buch „artgerecht, Das andere Babybuch“: „Wenn Eltern und Kinder nach der Geburt gemeinsam schlafen, etablieren sich gemeinsame Schlafrythmen. Das heißt, wenn das Baby in eine leichtere Schlafphase kommt, geht Mama mit und umgekehrt.“
Fakt ist auch: Es ist Unsinn, dass Kinder, die im Familienbett mit den Eltern schlafen sich dort für den Rest ihres Lebens einquartieren. Im Gegenteil, Kinder, die sich geborgen und sicher fühlen und wissen, sie können jederzeit zu den Eltern kommen, ziehen ganz von selbst irgendwann, oft zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr ins eigene Bett um.

Unabhängigkeit durch Co-Sleeping

Meret Keller und Wendy Goldberg von der Universität Kalifornien veröffentlichten 2004 eine Studie zum „Co-Sleeping“ (Familienbettkinder). Hierbei untersuchten sie Mütter und ihre Vorschulkinder daraufhin, ob Co-Sleeping die Unabhängigkeit von Kindern eher fördert oder behindert.
Die Ergebnisse:
– Alleinschläfer schliefen allein ein, schliefen die Nacht durch und wurden früher abgestillt als Familienbettkinder.
– Familienbettkinder waren selbständiger (sie konnten sich zum Beispiel früher allein anziehen) und sozial unabhängiger (sie fanden zum Beispiel neue Freunde ohne Hilfe der Mutter).
Familienbettkinder entwickeln sich anders als Alleinschläfer. Sie brauchen wie auch Sears in seinem Buch … sagt, für manche Entwicklungsschritte länger, vor allem das Allein-Einschlafen und später das Durchschlafen. Dafür stärkt das Familienbett ihre sozialen Fähigkeiten und oft schlicht ihr Selbstbewusstsein.

Das Kind schläft mit 10 noch immer im Bett der Eltern. Was tun?

Ab einem gewissen Alter jedoch ist das Schlafen im Elternbett für alle Beteiligten nicht mehr angenehm und ist nicht selten Ausdruck, das etwas im Familiengefüge nicht ganz stimmig ist. Häufig ist auch eine übergroße Ängstlichkeit der Kinder Grund dafür. Hier ist liebevolles Verständnis und klare Grenzen im Sinne dessen was die ganze Familie braucht von Nöten. Psychotherapeutische Beratung kann hier sehr hilfreich sein.

Autorin: Nina Petz

Buchtipp: Artgerecht, Das andere Babybuch“  von  Nicola Schmidt

Bildergebnis für Artgerecht, Das andere Babybuch" von Nicola Schmidt

Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren?

Dieses und andere Bücher zum Thema finden Sie in der Buchhandlung Buchhandlung Alexowsky

 Weitere Blogartikel, die Sie interessieren könnten:

Full-time Job Mama

Erziehung ohne Strafen

Was ist Kinderpsychotherapie

Die Jugend von heute ist genau das was wir brauchen

Selbstbewusstsein-Selbstbehauptung-Selbstverteidigung

ICh bin starkSelbstverteidigung für Mädchen und Frauen

Machen Sie mit bei dem Seminar für Mütter und Töchter!!!

Eine selbstbewusste Ausstrahlung und die richtige Körpersprache sind der erste Schritt um sich vor Belästigungen und Übergriffen zu schützen.
Selbstbewusstsein und Selbstbehauptungstraining sind deshalb ebenso wichtige Teile in den Kursen, wie die konkreten Selbstverteidigungstechniken.

Wo sind meine Grenzen?

Das Bewusstsein zum eigenen Körper, sowie den eigenen Bedürfnissen wird gestärkt und an der Wahrnehmung von Grenzüberschreitungen gearbeitet.
Auf der psychischen Ebene – der Selbst-Behauptung üben wir den Einsatz von Körperhaltung und Körpersprache. Wir probieren das Raum einnehmen aus und üben das bewusste Setzen von Grenzen.
Auf der physischen Ebene der Selbstverteidigung erarbeiten wir die Schutzhaltung und lernen einfache Ausweich-, Abwehr- und Befreiungstechniken.
Drehungen, die Selbstverteidigungsmethode nach der ich arbeite wurde von Frauen speziell für Frauen und Mädchen entwickelt und wird ausschließlich von Trainerinnen an diese weitergegeben.
Die Techniken bauen auf den Stärken und den vorhandenen Potentialen des weiblichen Körpers auf. Sportlichkeit ist nicht erforderlich – jede Frau ist in der Lage die Methode zu erlernen.

Autorin: Dsa Barbara Bettesch

nächster Kurs:

Selbstverteidigungsseminar für Mütter und Töchter im Alter von 10-14 Jahren.
Trainerinnen: Dsa Barbara Bettesch und Dsa Anita Jahrmann
Termin: 22.6. 16.-19.30 Uhr und 23.6. 9.00-12.00 und 14.00-17.30 Uhr
Kleiner Stadtsaal in Groß-Enzersdorf, Rathausstrasse 5
Seminarbeitrag 75€ pro Teilnehmerin mit Tochter
gefördert durch die Initiative „tut gut“

Anmeldungen unter psychotherapie@bettesch.at oder 0664 496 91 69

Die „Jugend von heute“ ist genau das, was wir brauchen!

Jugend von heuteSteht es um unsere Jugend wirklich so schlimm wie alle sagen? Die deutsche Autorin Julia Dibbern ist sich sicher, dass es nicht so ist und plädiert in ihrem kurzweiligen Ratgeber „Die Tyrannenlüge – Warum unsere Kinder genau das sind, was die Welt von morgen braucht“ für mehr Gelassenheit im Umgang mit der Next Generation. Das Freiraum Lobau-Team hat das Buch vorab für Sie gelesen. Warum Sie es auch tun sollten, lesen Sie hier.

Wir wollen ja den Frieden. Gibt es denn da keine Möglichkeit, uns zu ändern, ehe es zu spät ist? Können wir es nicht versuchen, eine ganz neue Art von Mensch zu werden? Wie aber sollte das geschehen? Und wo sollte man anfangen? Ich glaube, wir müssen von Grund auf beginnen. Bei den Kindern.“

Mit diesem berühmten Zitat Astrid Lindgrens aus ihrer Rede anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises des Deutschen Buchhandels 1978 beginnt auch das neue Buch von Julia Dibbern. Die deutsche Weltenbummlerin – sie lebt mal in Hamburg, mal in Kalifornien, mal „anderswo in der Welt“ – ist nicht nur erfahrene Autorin zahlreicher Ratgeber, wie Verwöhn dein Baby nach Herzenslustoder Slow Family – sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern , sondern auch Mitbegründerin des wunderbaren artgerecht Projekts , Fachjournalistin für Nachhaltigkeit und, wie sie selbst schreibt, „Mutter eines phantastischen Teenagers“.

Disziplin, Respekt und Leistungsbereitschaft vs. Gelassenheit und Fröhlichkeit

Laut, sehr laut, hörte man in letzter Zeit immer wieder die Rufe Älterer nach mehr Disziplin, Respekt und Leistungswillen im Kinderzimmer. Und so bedacht ich bisher meine Rezensionsexemplare gewählt habe, so bewusst habe ich mich auch dieses Mal gegen einen der zahlreichen „Tyrannenkinder“-Titeln entschieden, die gerade die Bestsellerlisten stürmen und auf die auch Julia Dibbern im Buchtitel anspielt. Wenngleich ich auch verstehe, worauf diese abzielen, finde ich es alles andere als eine geeignete Sprache, um Eltern mit Herausforderungen im alltäglichen Familienleben zu begegnen.

Die positive Einstellung zu Kindern und dem Leben macht den Unterschied

Dibbern ist zwar keine Therapeutin, beschäftigt sich aber seit vielen Jahren persönlich und journalistisch mit erzieherischen Themen. Sie gibt auch ganz offen zu, dass sie nicht sagen könne, wie man mit Geschwisterstreit umgehen oder Konflikte beim Zähneputzen vermeiden soll.„Worin ich aber Wirklich gut bin, ist, eine positive Einstellung zu Kindern und dem Leben insgesamt zu entwickeln, die zu mehr Gelassenheit und Fröhlichkeit führt.“ Dies beschreibt die Essenz dieses erfrischend positiven Buches. Dibbern bestärkt Eltern darin, ihre Kinder liebevoll zu erziehen, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und zu verstehen. Der allgemeinen Panikmache rund um die Jugend von heute nimmt sie den Wind aus den Segeln. Sie ist sich sicher, die Welt von morgen braucht keine Ja-Sager, sondern mutige, kreative und sozial kompetente, junge Menschen, die anstehende Probleme auf ihre ganz eigene Weise lösen.

Vertrauen und der Glaube an sich und die Kinder

Die Tyrannenlüge“ ist eine herrliche Lektüre für den Sommer. Der Leser wird auf eine positive Welle aus Vertrauen zu den eigenen Kindern und zu sich selbst mitgezogen. Eltern werden ermuntert – abseits der Flut der immer gleichen Erziehungsratgeber – mehr an uns selbst und die eigene Familie zu glauben, und dies auch 110%-ig zu leben!

Die Autorin zeigt einfach, klar und anhand fundierter Fakten auf, dass die Next Generation keinesfalls mehr hohle Strenge oder gar Bestrafung braucht, sondern vielmehr dass die meisten Eltern heutzutage einen ziemlich guten Job machen.

Dibbern wünscht sich, „dass Eltern wissen, dass niemand auf Methoden aus dem letzten Jahrhundert zurückgreifen muss, um ein entspanntes Familienleben zu haben.“ Das unterschreibe ich gerne!

Trotzdem erlebe ich in meiner Praxis immer wieder Eltern am Rande der Ratlosigkeit und Verzweiflung. Dass die Gelassenheit entschwindet kann einmal sein, kann passieren und darf sein. In diesem Fall: Melden Sie sich jederzeit gerne bei uns! Freiraum Lobau bietet auch Elternberatungen an. Das Leben stellt uns und unsere Kinder vor viele Herausforderungen, nicht alle müssen oder können wir alleine meistern.

Autorin: Nina Petz

Buchtipp: Die Tyrannenlüge von Julia Dibbern

Tyrannenlüge Buch

Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren?

Dieses und andere Bücher zum Thema finden Sie in der Buchhandlung Buchhandlung Alexowsky

 Weitere Blogartikel, die Sie interessieren könnten:

Full-time job Mama

Freiraum-Lobau meets Gerald Hüther

Woran scheitern Grenzen?

Gleichaltigenorientierung- verlieren wir unsere Kinder an die Gleichaltrigen?

 

Gleichaltrigenorientierung – Verlieren wir unsere Kinder an die Gleichaltrigen?

„Schlägerei unter Jugendlichen“, „Cyber-Mobbing in Schulklasse“ – die Medienberichte zeichnen derzeit nicht gerade ein optimistisches Bild unserer Jugend. Neufeld führt das auf die Gleichaltrigenorientierung zurück.

Gleichaltrigenorientierung
Straffällige Jugendliche haben eins gemeinsam: Sie haben keine sichere Bindung an ihre Eltern. Daher sollen diese ihre Autorität als „Leitwölfe“ ernst nehmen – gerade in der Pubertät.

„In der Pubertät haben wir einfach nichts mehr zu sagen.“ Diesen Satz hört man häufig, wenn man sich mit Eltern von Kindern im Teenager-Alter unterhält. Und fast schon resignierend fügen sie oft hinzu: „Meinem Kind sind nur seine Freunde wichtig – alles was wir sagen, ist uncool. Aber wir waren in der Pubertät ja auch nicht anders. Das ist scheinbar normal.“ Beim kanadischen Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld schrillen bei solchen Sätzen die Alarmglocken. Er arbeitet viel mit delinquenten Jugendlichen. „Schwierige Kinder“ sind seit Jahren sozusagen sein Hauptgeschäft. Er ist davon überzeugt, dass es höchst an der Zeit ist, in der Kindererziehung umzudenken. „Studien belegen, dass straffällige Jugendliche eines gemeinsam haben: Sie haben keine sichere Bindung an ihre Eltern oder andere erwachsene Bezugspersonen. Diese jungen Menschen sind vor allem auf ihre Altersgenossen fixiert. Diese haben den Platz der Eltern übernommen und von diesen übernehmen die Jugendlichen ihre Werte, Gedanken und Ideen.“ Doch wie können unerfahrene Jugendliche sich gegenseitig Orientierung fürs Leben geben und dabei helfen, Entwicklungsaufgaben zu meistern? „Es klappt eben nicht, und genau das ist das Problem der Gleichaltrigenorientierung“, so Neufeld. Er setzt den Hebel bei den Eltern an. Diese sollten nie aufhören sich einzubringen – vom Babyalter bis zum Ende der Pubertät – denn nur eine sichere Eltern-Kind-Bindung sei die beste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung.

Elterliche Autorität ist gefragt

GleichaltrigenorientierungNeufeld will Eltern dazu ermutigen, ihre elterliche Autorität wieder ernst zu nehmen. „Mama und Papa sollen wieder führen. Der Nachwuchs soll wieder zu den Eltern aufschauen können, ihnen vertrauen und sich nach den Eltern richten – und nicht nach den Schulfreunden“. Auch der dänische Erziehungsexperte Jesper Juul sieht viel mehr Eltern als „Leitwölfe“, die sowohl Vorbilder sein sollen als auch Verantwortung für die Qualität der Beziehung zu ihren Sprösslingen übernehmen sollen. Juul spricht vom Ende des „Kuschelkurses“. Dabei geht es folglich nicht um eine autoritäre Erziehung per se. Strafen, wie Zimmerarrest, wirken eher manipulativ, ein Verhaltensdrill würde die Eltern-Kind-Bindung nur nachhaltig schädigen, warnen die Experten. Gerade in Krisensituationen gilt es gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten, den Nachwuchs „zu sich zu holen“ und den Kontakt zu den Gleichaltrigen einzuschränken. „Eine enge, gute Bindung schafft, dass Kinder zuhören und kooperieren möchten“, ist sich Neufeld sicher. Eltern können sich daher vom Druck befreien, „cool“ sein zu müssen. Wichtig ist vielmehr, dass sie authentisch und für Ihre Kinder der Nähe- und Ankerpunkt sind. „Nicht was wir tun als Eltern ist wichtig, sondern wer wir sind als Eltern für unsere Kinder“, so Neufeld.

Elterliche Bindung für große und kleine Kinder wichtig

Auch das oft genannte „Fremdeln“ von Kleinkindern lässt sich durch diese Bindungstheorie leicht erklären. Denn die kindlichen Vorbehalte vor neuen Personen stellen sicher, dass die Bindung zu Mama und Papa enger wird. Emotionale Szenen bei der Eingewöhnung in Krippe oder Kindergarten sind für den Experten nicht verwunderlich, ganz im Gegenteil: „Kinder gehören nicht zu Kindern, sondern zuerst zu ihren Eltern. Natürlich sind Freunde wichtig, aber zur Ausformung einer stabilen Persönlichkeit ist es entscheidend, dass die Eltern-Kind-Bindung nicht mit dieser zu Gleichaltrigen konkurriert“.

Autorin: Nina Petz

„Kinder gehören nicht zu Kindern, sondern zuerst zu ihren Eltern. Für eine stabile Persönlichkeit ist es entscheidend, dass die Eltern-Kind-Bindung nicht mit dieser zu Gleichaltrigen konkurriert.“ – Gordon Neufeld (Unsere Kinder brauchen uns)

Buchtipp von Freiraum-Lobau:

Unsere Kinder brauchen uns!  von Gordon Neufeld

Gleichaltrigenorientierung

 

GleichaltrigenorientierungGordon Neufeld ist ein international renommierter kanadischer Entwicklungspsychologe.

In seinem Bestseller „Unsere Kinder brauchen uns“ (2004) ermutigt Dr. Gordon Neufeld Eltern und Erzieher, selbst der wichtigste Einfluss im Leben ihrer Kinder zu bleiben, anstatt dies deren Altersgenossen zu überlassen. Im Zuge der „Gleichaltrigenorientierung“ komme es zu einem Entwicklungsstillstand der Kinder, der die Individualität unterdrückt. Der nach ihm benannte „Neufeld-Ansatz“ spießt sich dadurch mit den derzeit oft vorherrschenden

Erziehungspraktiken und auch der Familien- und Bildungspolitik vielerorts. Doch trotz Kritik, Neufeld ist überzeugt, dass seine Erkenntnisse Eltern davor bewahren können, ihre Kinder zu „verlieren“ und helfen, wenn nötig, die tiefe Verbindung zu ihnen wiederherzustellen: „Wir sind die beste Chance für unsere Kinder. Auch wenn sie es manchmal nicht wissen, sie brauchen uns“.

Der kanadische Entwicklungspsychologe ist selbst fünffacher Vater und arbeitet seit über 30 Jahren mit Kindern und den für sie verantwortlichen Erwachsenen. Bekannt wurde Neufeld u.a. auch für seine mehrjährige Zusammenarbeit im Gefängnis mit jugendlichen Gewaltverbrechern. Er hat 20 Jahre lang an der University of British Columbia als Professor gelehrt und war viele Jahre in eigener therapeutischer Praxis tätig. Inzwischen konzentriert er sich auf die Weitergabe seines Wissens und die Schulung von Eltern und beruflich mit Kindern Tätigen in der hilfreichen Anwendung der von ihm gewonnenen Erkenntnisse über Bindungen. Der 69-jährige ist außerdem gern gesehener Gast in zahlreichen US-Fernseh- und Radiosendungen.

http://neufeldinstitute.org/

Weiterer Buchtipp: Jesper Juul – Leitwölfe sein; Liebevolle Führung in der Familie

Jesper Juul

Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren?

Dieses und andere Bücher zum Thema finden Sie in der Buchhandlung Buchhandlung Alexowsky

 Weitere Blogartikel, die Sie interessieren könnten:

Woran scheitern Grenzen?

Erziehung ohne Strafen und Verbote

Ratschläge bei Schulproblemen

Selbstsicheres Nein-Sagen

Was ist Kinderpsychotherapie?

Erziehung ohne Strafe und Verbote

Wenn der Spross einen zur Weißglut bringt, ist es oft schwierig, ohne Verbote und ohne Strafe auszukommen. So kann es dennoch gelingen:

„Jetzt hör sofort auf, sonst fahren wir nach Hause!“, „Es reicht, ich zähle bis drei, und wenn du dann nicht herkommst, gibt es heute keine Gute-Nacht-Geschichte“ – Sätze wie diese kennen wir nur allzu gut. Denn groß ist oft die Überforderung und stressig der Alltag. Da rutschen einem dann schon Sätze über die Lippen, die man aus der eigenen Kindheit kennt und die man eigentlich nie sagen wollte. Aber sind Strafen und Drohungen denn wirklich so schlimm? „Ja“, sagt der amerikanische Erziehungsexperte Alfie Sohn, „Bestrafung setzt auf Kontrolle. Sie vermittelt Kindern, dass sie nur geliebt werden, wenn sie uns gefallen oder uns beeindrucken.“

Let’s talk about Stress!

Strafen und Drohungen schädigen die Eltern-Kind-Bindung und das Selbstvertrauen des Nachwuchses nachhaltig. Der Schlüssel liegt in der Kommunikation. Reden Sie miteinander darüber! Gehen Sie in Beziehung zu Ihrem Kind, fragen Sie nach, und sprechen Sie seine Gefühle offen an: Worum geht es bei dieser Auseinandersetzung wirklich? Welche Bedürfnisse hat mein Kind, und was will ich als Elternteil? Kurzfristig ist diese vielleicht die aufwendigere Lösung, aber langfristig ist sie besser für das Klima daheim, und der Nachwuchs lernt Verständnis und Konfliktmanagement.

Verbote sorgen für Funkstille

Jeder gerät im gemeinsamen Zusammenleben das ein oder andere Mal an seine Grenzen. Doch mit Verboten zerstören Sie mehr als sie glauben. Die Eltern-Kind-Beziehung gilt es zu hegen und zu pflegen, ist sie schließlich auch später in der Pubertät wichtig, um an gemeinsame Werte zu erinnern und den Nachwuchs vor gefahren zu bewahren. Fakt ist: Strafen und Drohungen machen Angst und lösen das Problem keineswegs langfristig. Bei Fernseh- oder Handyverbot zum Beispiel, denken Kinder bestenfalls darüber nach, wie sie das Verbot schnellstmöglich umgehen können, aber nicht über das eigentliche Thema. Außerdem brechen Strafen die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ab. Dabei wollen wir doch genau das Gegenteil: Endlich gehört werden!

Mehr Verständnis durch Empathie

Versuchen Sie herauszufinden, worum es Ihrem Nachwuchs in der jeweiligen Situation wirklich geht. Nehmen Sie Ihr Kind ernst! Was braucht es gerade? Natürlich dürfen und sollen Sie neben den Gefühlen Ihres Kindes auch Ihre eigenen Gefühle und Ihre persönliche Grenze ansprechen. Sätze, wie „Offensichtlich bist du gerade sehr wütend, das kann ich gut verstehen“ helfen dem Nachwuchs sich angenommen zu fühlen auch, wenn dieser gerade von seinen Gefühlen überwältigt wird und überfordert ist.

Ein „Nein“ ist kein Weltuntergang!

Eine wertschätzende Kommunikation bedeutet keineswegs das alles erlaubt ist und daheim die „Diktatur der Kinder“ herrscht. Selbstverständlich braucht es im Alltag, vor allem wenn es um Sicherheit geht oder um das Einhalten gemeinsamer Familienregeln, auch mal ein klares „Nein“. Natürlich dürfen – und sollen! – Eltern „Nein“ sagen. Aber auch ein „Nein“ kann wertschätzend formuliert werden und muss nicht zum Machtkampf zwischen den Generationen ausarten.

Autorin: Nina Petz

Buchtipp:

                         Katia Saalfrank: Erziehung ohne Strafen

Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren?

Dieses und andere Bücher zum Thema finden Sie in der Buchhandlung Buchhandlung Alexowsky

Weitere Buchtipps:

Alfie Kohn: Liebe und Eigenständigkeit, Der Mythos des verwöhnten Kindes

Jesper Juul: Das kompetente Kind

Thomas Gordon: Familienkonferenz

Marshall B. Rosenberg: Kinder einfühlend ins Leben begleiten – Elternschaft im Licht der gewaltfreien Kommunikation

Danielle Graf und Katja Seide: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn