Beziehung heilt

Der Neurobiologe Gerald Hüther schreibt:

Beziehung wirkt heilend„“Niemand verliert die Freude am freien Denken von alleine. Dafür ist eine leidvolle Beziehung verantwortlich.“

Damit ist klar, dass Beziehung das Fundament für Lernen und Denken legt. Unser Gehirn wächst an der Beziehung zu den Eltern, zu anderen Erwachsenen, zu älteren, jüngeren, Geschwistern aber auch zu den Gleichaltrigen. Beziehung strukturiert die synaptischen Verschaltungen in unserem Gehirn und entscheidet über unser Denken und Fühlen entscheidend mit. Auch unser Selbstbild definiert sich durch die Beziehungsgestaltung zu anderen Menschen. Je jünger das Kind und je mehr Zeit  und je intensivere Zeit mit dem Kind verbracht wurde, desto größer der Einfluss der Beziehung auf die persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten.

Beziehung heilt

Martin Buber geht sogar soweit zu behaupten, dass die Beziehung nicht nur prägt, sondern auch heilend wirkt. Nehmen wir an dieser Stelle an, Martin Buber hat Recht mit seiner Aussage, dass Beziehung heilt. Dann würde das bedeuten, dass Eltern und Großeltern heilend auf das Kind einwirken können. Und auch umgekehrt von dem Kind geheilt werden können. Bedenken Sie nur die Möglichkeiten! Wir haben die Macht der Heilung in unserer Hand.

Daraus ergeben sich zwei Fragen:

  1.  Was ist Beziehung?
  2. „Wie kann man Beziehung heilend und nicht leidvoll gestalten?“

Zunächst zur ersten Frage.

Was ist Beziehung?

Beziehung ist die Fähigkeit miteinander in Kontakt zu treten und diesen Kontakt über einen längeren Zeitraum zu gestalten. Beziehung spielt sich zwischen zwei Menschen oder zwischen zwei Gehirnen ab. Dabei ist nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen vornehmlich die rechte Gehirnhälfte an dem Aufbau, der Interpretation, dem Mitgefühl und dem tragfähigen Halten dieser Beziehung beteiligt.

Giacomo Rizzolati gilt als der Entdecker der „Spiegel-Nervenzellen“. Wenn nun jemand ein schmerzverzerrtes Gesicht macht und dabei stöhnende Laute von sich gibt, können wir aufgrund der „mirror-neurons“ die Gefühle unseres Gegenübers beobachten, einprägen und selbst fühlen, wie es dem Anderen geht. Auf Grund der Spielgelneuronen ist der Säugling in der Lage, die mimischen Gesichtsausdrücke, den Klang ihrer Stimme aufzunehmen und versuchen nachzuahmen. Das Kind lernt über die Spiegelneuronen von seiner Mutter, von der Umwelt, die ihm bereitgestellt wird.

Beziehung ist also Aufnehmen, Interpretieren, Gefühle in sich entstehen lassen, Gefühle ausdrücken und damit im Gegenüber etwas auszulösen, das daraufhin wieder eine Reaktion folgen lässt. Wir bekommen also einen Vorgeschmack, wie unglaublich wichtig Beziehungserfahrung für menschliche Entwicklung ist. Diese Erfahrung strukturiert die synaptische Verschaltung in unserem Gehirn. Wir lernen an und von Beziehung uns selbst kennen.

Wie kann man Beziehung heilend gestalten?

Um diese Frage zu beantworten, stelle ich Ihnen folgende Übung zur Verfügung. Stellen Sie sich eine Ihnen wichtige Person vor. Das könnten beispielsweise die eigenen Eltern, das eigene Kind, der Partner eine beste Freundin, ein wichtiger Arbeitskollege sein. Bedenken Sie nun alle Probleme, die Sie mit der Person haben. Bedenken Sie all die Probleme, die diese Person mit Ihnen hat und welche Probleme die Person in ihrem Leben hat. Schreiben Sie die Probleme stichwortartig auf.

Nun gestalten Sie ein zweites Blatt Papier zur selben Person und erfreuen Sie sich an all den Stärken, die diese Person besitzt und fühlen Sie Dankbarkeit in sich aufsteigen, dass es die Person gibt und dass Sie Erfahrungen mit dieser Person teilen können, dass Sie sie kennen, dass es die Person gibt. Alles was wundervoll, großzügig, liebenswert an der bestimmten Person ist, darf nun zu Papier gebracht werden.

Welche der beiden Übungen ist angenehmer für Sie? Welche der beiden Blätter würden Sie lieber mit der Person besprechen? Wenn Sie beide Blätter besprechen würden, bei welcher Besprechung ginge es Ihnen besser?

Um Beziehung heilend zu gestalten, ist es wichtig in uns all das wachzurufen, was wir an der Person schätzen, die Dankbarkeit dass es die Person gibt und wie Sie hilft und bemüht ist.

Das innere Bild, das wir über die Person in uns kreieren hat entscheidenden Einfluss auf die Beziehung

Sobald wir ein negatives Bild von einem Menschen in uns erzeugen vergiften wir die Beziehung zwischen uns. Das Bild, das wir von anderen Menschen haben transportieren wir ständig mit, auch wenn wir noch so gute Schauspieler sind, wie tragen diese Energie nach außen. Und das wirkt auf die Meschen und auf die Beziehung zu den Menschen.

Sehen Sie Ihr Kind, Ihre Eltern, Ihren Partner so, als wären all Ihre Wünsche an Ihn bereits erfüllt.

Dieses Bild als wäre Ihr Gegenüber vollkommen wirkt ebenfalls nach außen und wirkt im wahrsten Sinne des Wortes heilend. Joachim Bauer schreibt in seinem Buch „das Gedächtnis des Körpers“ auf Seite 13: „Eine der wichtigsten Erkenntnissse der Stressforschung,….., ist, dass gute zwischenmenschliche Beziehungen nicht nur im Gehirn abgebildet und gespeichert werden, sondern dass sie die am besten wirksame und völlig nebenwirkungsfreie „Droge“ gegen seelischen und körperlichen Stress darstellen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind das Medium, in dem sich nicht nur unser seelisches Erleben bewegt, sondern in dem sich auch unsere körperliche Gesundheit bewahren lässt. Überall da, wo sich Quantität und Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen vermindern, erhöht sich das Krankheitsrisiko.“

Psychotherapie basiert auf zwischenmenschlicher Beziehung und ist die Basis der Behandlung. Auf Grund dieser wertvollen zwischenmenschlichen Begegnung wird Veränderung möglich.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

Unsere Buchempfehlung:

Joachim Bauer: „Das Gedächtnis des Körpers“

Das Gedächtnis des Körpers - Joachim Bauer

 

Gerald Hüther und Uli Hauser: „Jedes Kind ist hoch begabt“

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VeränderungAlte Gedanken bilden eine synaptische Autobahn im Gehirn

Ich will nicht ständig depressiv und ängstlich sein, sondern mich des Lebens erfreuen können. Wie kann Psychotherapie helfen den Wunsch nach Veränderung zu begleiten und zu verwirklichen?

Gedanken die bereits oft gedacht wurden, sind synaptisch besonders gut verschaltet. Je öfter ein Gedanke durch unsere Gehirnwindungen geflutscht ist, desto schneller und einfacher tut sich der Gedanke. Es bildet sich eine synaptische Autobahn im Gehirn. Diese Nervenbahnen sind hervorragend verschaltet. Das gilt für Gedanken, die gut tun: Ich kann genießen und erfreue mich an all den Schätzen der Welt. Leider auch für Gedanken, die nicht gut tun: „Ich schaffe das nicht. Ich kann nichts. Ich verbocke eh alles. Ich fürchte mich ständig. Ich bekomme sicher Kopfschmerzen, wenn das so weiter geht.“

Neue Gedanken zu denken, ist wie einen völlig verwilderten Waldweg zu beschreiten.

Um neue Gedanken zulassen zu können, müssen im Gehirn neue unbekannte Wege beschritten werden und möglichst oft durch gedacht werden, sodass der neue Gedanke vertraut wird und sich neue Synapsen bilden können. Das bedeutet, man muss sich von der tief eingefahrenen, so vertraut gewordenen, sich tief im Gehirn und im Körper eingebrannten, bereits als zu einem selbst gehörig wahrgenommen Einstellung über sich selbst und das eigene Leben, die eigenen Gedanken über die Welt und sich selbst, verlassen und neue ungewohnte, völlig unbekannte Gedankengänge erkunden. Um Neues zu erfahren, um das eigene Leben zu ändern und sei es auch nur geringfügig, sind andere Gedanken, andere Denkmuster, neuer Wege notwendig. Solange man an seinen alten Gedankengängen festhält, bleibt es bei den alten Gewohnheiten, Lebenseinstellungen und Lebenserfahrungen.

Wie soll sich etwas ändern, wenn weiterhin so getan wird, wie bisher?

Veränderung bedeutet Neues zu wagen. Ohne neue Gedanken, werden wir wie gewohnt handeln und damit die gewohnten Erfahrungen machen. Man muss sich vom Alten lösen, sonst kann nichts Neues entstehen. Und gerade dieser wunderschöne Prozess, scheint der aller schwierigste zu sein. Dieser Prozess macht oft große Angst. Neues zu wagen ist ungewohnt und oftmals beängstigend. Körper und Geist klammern sich häufig in verzweifelter Angst vor dem Neuen an das Alte. Doch dadurch kann keine Veränderung stattfinden.

Mit professioneller Unterstützung in einer vertrauensvollen und wohlwollenden Beziehung zu dem Psychotherapeuten, wird Veränderung leichter und einfacher. Lassen Sie sich an der Hand führen und vertrauen Sie Ihren Möglichkeiten!

Autorin: MMag. Karin Haiderer

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Im Hier und Jetzt

Genuss beim Kaffeetrinken und LesenEiner der wichtigsten Aspekte der integrativen Gestalttherapie ist das sogenannte Hier und Jetzt. Doch was soll das sein? Jeder kennt diesen Ausdruck – aber was versteht man darunter? Wie man denn ins „Hier und Jetzt“ gelangen kann, ist vielen völlig unklar.

Oft malen sich Eltern die eigene und die Zukunft ihrer Kinder aus. Wie wird es werden, wenn der Sprössling endlich zwei geworden ist und weniger Aufmerksamkeit braucht. Wie es wohl sein wird, wenn der Nachwuchs endlich in die Schule geht, wenn er endlich selbständig arbeitet und Geld verdient.

Zukunft und Vergangenheit existieren ausschließlich in unseren Köpfen

Die Gedanken kreisen um die Zukunft. Man macht sich Sorgen, ob die Kinder wohl genügend lernen, ob sie mal einen guten Job bekommen werden und, und, und. Das Ziel in der Zukunft, das sowieso nie gewiss sein kann, wird so groß, dass die Beschäftigung mit dem augenblicklichen Moment – dem Jetzt –wie das Baby in diesem Moment einzigartig lächelt, wie seine kleinen Haarsträhnen kleine Löckchen bilden, wie seine Füße riechen, wie die Sonne auf das Gesicht des Babies fällt, wie es sich anfühlt das Kind im Arm zu halten und ihm etwas vorzusingen– verpasst wird.

Dabei ist das Handeln und Wahrnehmen im Moment der einzige Einfluss der tatsächlich und real überhaupt möglich ist. Sowohl die Zukunft, als auch die Vergangenheit existieren ausschließlich in unseren Köpfen. Die Zukunft kann nur ausgedacht sein, da wir sie unmöglich kennen können, obwohl wir uns das gerne einreden. Die Vergangenheit ist das, was in unserer Erinnerung bleibt, die Gefühle und Stimmungen, die wir im Kopf abgespeichert haben. Doch real ist nur das Jetzt….

Genuss entsteht im Moment

Den jetzigen Moment zu verpassen, bedeutet die bewusste Wahrnehmung und damit den Genuss zu verpassen. Denn was ist Genuss? Denken Sie an den Film „die fabelhafte Welt der Amelie“ – Amelie mag es die Finger in einen Sack Bohnen gleiten zu lassen. Was ist die Voraussetzung dafür? Sie nimmt wahr und fühlt jede einzelne Bohne an ihren Fingern vorbeigleiten. Amelie fühlt den Tanz der runden Bohnen, die die Hand umspielen. Das Mädchen ist im Moment ausschließlich mit Wahrnehmung beschäftigt und das macht diese simple Handlung zum Hochgenuss.

Genuss löst die Wahrnehmung von Raum und Zeit auf

In diesem Moment ist kein Gedanke an die Zukunft möglich. – sonst wäre die Wahrnehmung eingeschränkt. Das Gefühl von Zeit ist ebenfalls nicht wichtig und löst sich vor dem Hintergrund der Wahrnehmung auf. Das ist ein Zen-artiger Zustand von No-Mind. Erwachsene sind oft nur für wenige Sekunden, wenn überhaupt voll und ganz im Hier und Jetzt, bevor der Verstand erneut einsetzt und pausenlos kommentiert. –  Immer wieder bewertet er und wälzt Gedanken, die schon häufig in der Form gedacht wurden und zu keiner Lösung geführt haben und vermutlich nicht werden.

Kinder als Vorbilder

Kinder sind wunderbare Zen-Meister. Sie lieben intensive Wahrnehmungen von Kleinigkeiten, um diese voll und ganz zu genießen mit allen Sinnen, die ihnen zur Verfügung stehen. Kleine Kinder inspizieren den Boden und ertasten jedes Staubkörnchen. Sie erkunden Bausteine mit dem Mund und nehmen wahr, wie sich das lackierte Holz mit der Zunge anfühlt. Sie sind Wahrnehmung. Alles andere ist nicht wichtig.

Der innere Beobachter

Eckard Tolle beschreibt in seinem Buch „Jetzt“, wie der innere Beobachter aktiviert werden kann, um im Jetzt bleiben zu können. Er empfiehlt die eigenen Gedanken zu beobachten. So können Sie sich bewusst werden, wie die eigenen Gedanken davon galoppieren, oft wirr und unzusammenhängend,  wie sie Furcht einflößen und oftmals der einzige Grund für Sorgen und Ängste sind. Mit diesem Bewusstsein kann nun noch tiefer beobachtet werden. Nämlich wie fühlt es sich an diese sorgenvollen Gedanken zu wälzen. Dieses Bewusstsein ermöglicht die Entscheidung, ob diese Gedanken wirklich weiter gesponnen werden wollen. Trotzdem lächelt der Beobachter die Gedanken liebevoll an und damit können diese Gedanken schließlich losgelassen werden.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

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Eckhart Tolle

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Es ist gar nicht so einfach glücklich zu sein….

Angst vor dem Glück„Das kann ich doch gar nicht glauben“, werden sie sagen. „Was soll denn daran beängstigend sein?“ Doch glücklich zu sein bedeutet oftmals einen völlig neuen Kurs als bisher einzuschlagen, alles anders zu machen, zu denken und zu fühlen als bisher. Das ist Veränderung und Veränderung macht sehr oft große Angst, weil wir damit das Gefühl aufgeben unser Leben unter Kontrolle zu haben, zu wissen, wie der Hase läuft, zu wissen, was als Nächstes auf uns zukommen wird.

Verzweifelt reden wir uns ein zu wissen, was die vorhersehbare Zukunft bringen wird. Wir machen uns selbst vor, die Zukunft unter Kontrolle zu haben und geben uns dieser Illusion hin. Dieser Kontrollzwang über das was kommen wird, basiert vor allem auf der Angst, dass etwas Unvorhergesehenes, etwas Neues eintritt. Doch dass wir durch diese scheinbare Kontrolle über die Zukunft, uns unglaublich einschränken, verweigern wir wahrzunehmen. Wir schränken uns durch unser Denken selbst ein. Wir glauben auf A folgt B. Das war immer schon so und wird auch so bleiben.

Wenn ich zum Zahnarzt gehe, wird es schmerzhaft. Wenn ich ein falsches Wort zu meinem Vorgesetzten sage, werde ich gefeuert. Wenn ich einen Knollenblätterpilz esse, sterbe ich. Wenn ich Falten und graue Haare bekomme, bin ich nicht mehr begehrenswert. Wenn ich nicht trainiere, übe und Leistung erbringe, werde ich keine Erfolge erzielen. Wenn ich von einer Giftschlange gebissen werde, sterbe ich. Was sich alles eröffnen kann, wenn man diese Glaubenssätze aufbricht und neu beleuchtet, ist eine kaum betrachtete Welt. Was passiert, wenn diese scheinbaren Naturgesetze in Frage gestellt werden? Was wenn sie gar nicht stimmen.

Tatsächlich gibt es Menschen, die das Gift der Schlangen aushalten…. Nur weil sie nicht davon überzeugt sind, dass das Gift tödlich ist. Es gibt Menschen, die beim Zahnarzt keine Schmerzen spüren, weil sie Selbsthypnose üben. Und viele Beispiele mehr. Das bedeutet aber auch, dass B nur dann auf A folgt, wenn das innere Denkmuster und die Gefühlshaltung davon überzeugt sind.

Wie funktioniert Veränderung?

Wie kann sich etwas ändern, wenn wir alles so sehen wie wir es immer gesehen haben, wenn wir uns nichts Neues zu wagen trauen, wenn wir nichts Ungewohntes ausprobieren und einfach mal Kopf stehen? Wie kann sich etwas ändern, wenn wir an alten Überzeugungen, Vorstellungen, Glaubenssätzen über unsere Welt verhaftet bleiben?Was genau ist so schwierig daran aus alten Denkmustern der Vergangenheit auszubrechen?

Stellen wir uns mal für einen kurzen Moment vor, wir hätten die Macht all unsere Wünsche und Träume zu verwirklichen, die Welt so zu gestalten, wie wir sie uns wünschen – nämlich zu unserem  größten Glück. Dann gäbe es plötzlich keine Ausreden mehr für Griesgram, Ärger und Sorgen. Wir hätten keine Möglichkeit mehr für Niedergeschlagenheit – schließlich könnten wir unsere Welt ja auch anders gestalten. Nehmen wir an, wir hätten diese Macht. Können Sie sicher sein, dass Sie diese Welt wollen würden – eine Welt ohne Ausreden, wie Angst, Sorgen, Bedenken und Trostlosigkeit?

Je größer die Möglichkeiten der Veränderung, desto größer die Angst vor der Veränderung.

Die Angst, dass die eigenen Träume tatsächlich realisiert werden können wird unermesslich. Es stellt sich die Frage: „Wer und wie bin ich, wenn ich glücklich bin? Kann ich das, will ich das? Das bedeutet ja ernsthaft mich von meiner, schon so vertrauten schlechten Laune und all meinen Ängsten zu lösen. Nochmals: „Wer bin ich ohne die Angewohnheit mich zu fürchten, mich unwohl zu fühlen, ohne meine Traurigkeit und Unzufriedenheit als ständiger Begleiter?“ Die Identifikation mit den eigenen Gedanken und Gefühlen löst sich auf und damit beinahe die vertraute Identität, so wie ich sie kenne. Wenn das nicht beängstigend ist. — Es ist gar nicht so einfach glücklich zu sein, stellen wir hier fest. Lesen Sie mehr über Glück hier.

Tipp: Im Magazin Gehirn und Geist ist dazu ein interessanter Artikel zu lesen.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

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Entscheidungen treffen – Die Qual der Wahl

richtige EntscheidungIn einer immer komplexer werdenden Welt stehen auch immer mehr und tiefere Entscheidungen im Leben an. Doch wie kann ich große Entscheidungen treffen? Woher kann ich wissen, was für mich richtig ist? Welche Auswirkungen hat die Wahl die getroffen wurde?

Entscheidungen sind wie Weggabelungen

Soll ich nach links oder nach rechts fahren. Was passiert, wenn links ein riesiger Umweg ist? Was passiert, wenn ich nach rechts fahre und gleich da bin? Die Antworten auf diese Fragen liegen in der Zukunft. Und weil die Zukunft niemand kennt und die Informationen über Auswirkungen der Entscheidungen aus jetziger Sicht nie vollständig sein können, machen Entscheidungen auch so große Angst. Die Zukunft entzieht sich für jeden und immer der eigenen Kontrolle. Das ist nicht leicht auszuhalten.

Im Nachhinein können wir nicht wissen, was besser gewesen wäre

Und wenn wir uns für eine Seite an der Weggabelung entschieden haben, nehmen wir an die andere Seite wäre doch besser gewesen. Doch das stimmt nicht. Wir sind ja nur einen Weg gegangen und haben die Auswirkungen von nur einem Weg tatsächlich erlebt.

Am meisten Angst macht das Grübeln

Und obwohl uns ja vom Verstand her völlig klar ist, wie es sich mit Zukunft und Vergangenheit verhält, können wir nicht aufhören zu grübeln. Wir denken uns die verschiedensten Szenarien aus. Fantasieren über ihre Konsequenzen und meistens landen wir bei den Worstcase-Szenarien. Und zwar bei den Worstcase-Szenarien jeder Möglichkeit, die zur Wahl steht. Und wir fangen wieder von vorne an. Denken nochmals alles durch und landen bei noch schlimmeren Szenarien. Die Angst die falsche Entscheidung zu treffen wird immer größer. Schließlich landen wir beim Stillstand. Wir wünschen uns, dass keine der Möglichkeiten eintritt und alles beim Alten bleibt.

Die Möglichkeit alles bleibt wie es ist- funktioniert einfach nicht

Wendepunkten im Leben können wir einfach nicht aus dem Weg gehen und gewissen Entscheidungen auch nicht. Die Entscheidung, keine Entscheidung zu treffen ist langfristig die ungesündeste, schon allein, weil sie aus Angst getroffen wird.

Wie treffe ich eine selbstsichere Entscheidung, zu der ich stehen kann?

Wichtig ist, nicht nur die blanken Fakten zu betrachten, sondern auch die Gefühle, die Intuition, den Bauch mit einzubeziehen. Gefühlen und Intuition Vertrauen zu schenken ist gar nicht so leicht, wie es sich anhört. Das bedeutet sowohl den Verstand als auch das Gefühl zu nutzen. Um die Klarheit bezüglich Entscheidungen zu stärken gibt es in der Gestalttherapie die Methode zwei Stühle im Raum aufzustellen. Jeder Stuhl steht für eine der beiden Möglichkeiten. Man setzt sich abwechselnd auf beide Stühle. Durch gezielte Fragen des Therapeuten wird die innere Einstellung und Haltung klarer. Es etabliert sich eine Klarheit, die sehr erleichternd wirkt.

Was hindert mich Entscheidungen zu fällen?

Sollten Entscheidungen generell und immer, also auch bei kleineren Entscheidungen sehr schwer fallen, steckt meist mehr dahinter. Um sich selbst mit dieser Unsicherheit besser zu verstehen ist eine Psychotherapeutische Begleitung und Unterstützung sinnvoll.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

 

Glück und Zufriedenheit

Wie können wir dieses utopisch scheinende Ziel nach Glück und Zufriedenheit erreichen? Was macht uns Menschen glücklich und zufrieden? Dies ist eine der spannendsten Fragen. Schließlich sehen viele Menschen Glück und Zufriedenheit als den Sinn des Lebens. In Frühstück bei mir interviewte Barbara Stöckl den Glücksforscher Ha Vinh Tho . Er warf einige sehr interessante Fragen auf, die er auch in seinem Buch „Grundrecht auf Glück“ näher erläutert.

Wann haben wir genug?

….erwirtschaftet, gegessen, Autos, Straßen, Häuser, uvm.? Eine Frage, die sehr eng mit der Zufriedenheit zusammenhängt. Zufriedenheit entsteht durch Wertschätzung dessen, was wir bereits haben, sowie Dankbarkeit für all die wundervollen Seiten des Lebens. Gerade wir in unserer westlichen Welt leben in größtem materiellen Luxus, mit Überschuss an Essen, von dem sogar unglaublich viel im Abfall landet. Wir haben materiell gesehen von allem reichlich! Doch die innere Unzufriedenheit der Menschen wird dadurch eher größer. Materialismus ist also nicht die Lösung.

Wir nehmen hauptsächlich den Mangel wahr.

Die Werbung und die Konsumwirtschaft vermitteln uns genau das Gegenteil. Sie zeigen uns all das auf, was wir nicht haben. Sie konfrontiert uns ständig mit dem Mangel. Nach dem Motto: „Erst wenn dieses oder jenes gekauft wurde, oder konsumiert wurde, werden wir glücklich sein.“ Scheinbar glauben wir der Werbung, obwohl wir ständig am eigenen Leibe erfahren, dass es nicht stimmt.

Anscheinend sind wir über bereits Generationen gesellschaftlich programmiert, ständig den Mangel der Welt wahrzunehmen. Wir sehen all das was wir nicht haben. Damit beschäftigen wir uns intensiv. Die Dinge die wir noch brauchen, haben besondere Wichtigkeit für uns. Dieses Gefühl von „nicht genug“ lässt uns immer gieriger und unzufriedener werden.

„Lieben was ist“

Dieser wunderschöne Buchtitel von Byron Katie ist voller Wertschätzung und Dankbarkeit für die Realität, wie sie sich gerade zeigt. Den Moment – präsent im Jetzt- so anzunehmen, wie er ist, ohne in verändern zu wollen, sei der absolute Schlüssel zum Glück laut Eckard Tolle, dem Autoren des Bestsellers „Jetzt“.

Im Hier und Jetzt

Auch in der Gestalttherapie ist der Fokus auf das Hier und Jetzt gerichtet. Schließlich ist hier und jetzt das Einzige das existiert und tatsächlich real ist. Die Vergangenheit, die Zukunft, das Woanders sind ausgedacht und nur in unseren Gedanken existent. Sich bewusst zu machen, wie wir über die Vergangenheit oder die Zukunft denken – wertschätzend oder abwertend- gibt uns die Möglichkeit, die Gedanken auch zu verändern und damit das eigene Gefühl über die eigene Vergangenheit und Zukunft zu ändern.

Das Hier und Jetzt ermöglicht uns Bewusstheit oder Awareness. Mit diesem Bewusstsein verankert im Hier und Jetzt ist Veränderung hin zu Glück und Zufriedenheit im Leben möglich.

 

Autorin: MMag. Karin Haiderer

Depression und Burn-out. Was tun?

Die häufigste Empfehlung bei Depression und Burn-out lautet: Reiß dich zusammen! Diese Empfehlung lässt Betroffene jedoch nur schlechter fühlen, weil sie schlicht nicht befolgt werden kann und sich der Betroffene noch schuldiger fühlt.

Woran erkennt man Depression und Burn-out?depression und burn-out

  • gedrückte Stimmung
  • Verminderung von Antrieb und Aktivität
  • Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert.
  • Ausgeprägte Müdigkeit nach jeder kleinsten Anstrengung
  • gestörter Schlaf
  • verminderter Appetit
  • Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen beeinträchtigt
  • Schuldgefühle und Gedanken über die eigene Wertlosigkeit.

Abhängig von der Anzahl und Schwere der Symptome ist eine Depression als leicht, mittelgradig oder schwer einzustufen. (ICD10 )

Was hilft bei Depression und Burn-out?

Was nichts kostet und schnell viel bringt, ist Bewegung an der frischen Luft bei Tageslicht.  Die Lumenzahl im Freien ist weit höher als in hell beleuchteten Räumen und das wirkt auf das Gemüt. Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung und wirkt sich auf die Stimmung sehr positiv aus. Speziell in der dunklen Jahreszeit können Tageslichtlampen aus dem gut sortierten Elektrofachhandel zusätzlich hilfreich sein.

Bemühen Sie sich soziale Kontakte zu pflegen und besonders viele Freunde und Bekannte zu treffen. Versuchen Sie Hilfe anzunehmen und auch um Hilfe zu bitten. Fast alle Menschen helfen gerne, wenn sie darum gebeten werden. Meist ist eher die Angst um Hilfe zu bitten zu groß und verhindert den Kontakt zu den Mitmenschen.

Den Tag klar zu strukturieren regelt den Schlaf-Wachzyklus. Versuchen Sie Ihren Tag in Aktivitäts- und Ruhephasen einzuteilen.

Die eigenen Gedanken bewusster machen

Beobachten Sie Ihre eigenen Gedanken. Worum kreisen Ihre Gedanken? Wie denken Sie über sich? Was lösen diese Gedanken in Ihnen aus? Wie denken Sie über die Menschen in Ihrer Umgebung? Wie ehrlich sind Sie beim Zuhören Ihrer eigenen Gedanken? Können Sie sich die eigenen Gedanken eingestehen?

Eine der schwierigsten aber auch hilfreichsten Übungen ist es die Realität, das Leben, die Menschen, die Umwelt so anzunehmen, wie sie eben ist – ohne sie verändern zu wollen. Wir schimpfen über den lästigen Regen. Was löst das aus? Welche Gefühle entstehen dadurch in Ihnen? Der Regen ändert sich durch ihre Kritik an ihm jedoch nicht. Bewirkt haben Sie nichts außer negative Gefühle in sich. Den Kampf gegen die Realität können wir nicht gewinnen. Im Gegenteil wir verlieren ihn ausnahmslos immer. Das gilt auch für Mitmenschen.

Ein Hund bellt, eine Katze miaut und Tante Anna meckert. Wenn wir das Meckern der Tante verändern wollen, kämpfen wir um Kaisers Bart. Wir mischen uns in fremde Angelegenheiten und fühlen uns schlecht, weil Tante Anna genauso bleibt, wie sie ist. Die Realität wartet nicht auf unsere Zustimmung. Das anzunehmen und zu erkennen ermöglicht uns die Realität zu unserem Freund statt zu unserem Feind zu machen. Wir können versuchen in unserer Gedankenwelt aufzuräumen und die Welt mit völlig neuen Augen zu betrachten. Es könnte ja auch sein, dass der Regen genau richtig ist für uns. Dadurch bleiben wir heute zu hause und lesen ein gutes Buch, das wirklich wichtig für uns ist. Wenn wir in Betracht ziehen, dass die Realität unserem Glück statt unserem Unglück dient, fühlen wir uns besser. Grund genug das zu versuchen, wie ich meine!!!

Damit das gelingt braucht es verstärkte Wahrnehmungsfähigkeit über sich selbst und eine Erweiterung der Bewusstheit über die inneren Vorgänge und Gedanken.

Psychotherapie hilft!

Der Psychotherapeut bietet eine völlig neue und unbekannte Beziehungsform an. Innerhalb dieser Beziehungen können neue Erfahrungen gemacht werden. Durch das Vertrauen innerhalb der Beziehung zwischen Patient und Psychotherapeut können vergangene Gedanken- und Gefühlsmuster aufgelöst und neue, veränderte Gedanken- Gefühls- und Verhaltensmuster etabliert werden. Alles bleibt genauso wie es ist, wenn Sie nichts an sich ändern und in Ihren alten Schemen weiter denken. Eine neue Zukunft, die anders abläuft als Ihre Vergangenheit kann nur dadurch entstehen, dass Sie sich von alten Gedanken- und Gefühlsmustern lösen und neue Wege beschreiten! Wir begleiten Sie dabei sehr gerne.

Autorin: MMag. Karin Haiderer