Vortrag: Medienkonsum bei Kindern- aber wie viel?

 

TV, Smartphone, Computer und Co- wie viel Medienzeit ist gut für mein Kind?

Vortrag von Nina Petz und Andrea Leidlmayr am 29.10.2018 um 18:00 im  Heimatmuseum, Groß-Enzersdorf

In diesem Vortrag wollen wir uns unter anderem mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit Medienkonsum in der Familie 
  • Neueste Studienergebnisse! 
  • Wieviel Medienzeit ist wirklich gut für mein Kind?
  • Welche Auswirkungen hat Medienkonsum auf mein Kind?
  • Prävention und erste Hilfe bei Mobbing, Suchtverhalten, …
  • Zeit für individuelle Fragen und Beratung

Wir freuen uns auf ihr Kommen!

Für mehr Details: Medien_Tut gut_Okt2018

Patchworkfamilien – meine, deine, unsre

Patchwork-Familie

In Österreich leben rund 9 % aller minderjährigen Kinder in sogenannten Patchworkfamilien. Der Begriff bezeichnet einen bunten Mix verschiedenster Mitglieder unterschiedlicher Familien, die aufgrund einer neuen Partnerschaft zusammengeschlossen sind und demnach eine neue Familie bilden.

Meine, deine, unsre Kinder

So leben laut Österreichischem Institut für Familienforschung der Universität Wien (OIF) „Familien in Zahlen 2017“, 67.056 Patchwork/Stieffamilien mit minderjährigen Kindern in Österreich. Dies entspricht rund 9% aller Familien in Österreich.

Stieffamilien gibt es schon lange. Früher allerdings vermehrt durch den Tod eines Elternteils, haben sich neue Partnerinnen und Partner zu einer neuen Familienkonstellation zusammengefunden. In neuester Zeit sind es weniger die Sterbefälle, sondern Scheidungen und das Finden neuer Partnerinnen und Partner, aus denen dann neue Patchworkfamilien entstehen.

Eigentlich ist es wunderschön. Zwei Menschen lernen sich kennen und verlieben sich ineinander. Eine neue, aufregende Beziehung entsteht. Beide haben Kinder und beschließen nach langen Gesprächen und Überlegungen, dem jeweils anderen, die eigenen Kinder vorzustellen.

Das Abenteuer „Patchworkfamilie“ beginnt.

Mit dem Kennenlernen der neuen Partnerin/des neuen Partners und den jeweiligen anderen Nachkommen stellen sich alle Beteiligten den unterschiedlichsten Herausforderungen und Situationen, die sie sich zuvor so in der Art und Weise nicht hätten ausmalen können.

Da sind die Kinder, die plötzlich anderen gegenüberstehen, aber nicht nur denen. Der Nachwuchs erlebt, dass die jeweils wichtige Bezugsperson jemand anderen liebt, als die „richtige“ Mama/den „leiblichen“ Papa. So können Loyalitätskonflikte entstehen, denn eigentlich wünschen Kinder sich meist, dass die Ursprungsfamilie wieder zusammenzieht und sich verträgt.

Zeit und Gespräch wichtig für ein gutes Gelingen

So gilt es nicht, die Mama/den Papa durch die neue Partnerin/den neuen Partner zu ersetzen. Es gilt, ihn zusätzlich als eine Person in das Leben des Kindes/der Kinder zu bringen. Da heißt es, dass alle Beteiligten sich kennen lernen und vertrauen lernen müssen. Dies braucht Zeit und Geduld. Wichtig für eine gute Basis bildet das Gespräch miteinander. Je klarer den Erwachsenen ist, dass die Kinder und auch sie selbst, Zeit brauchen um miteinander einen gangbaren Weg zu finden um die Patchworkfamilie miteinander zu gestalten, desto eher kann Gelassenheit in manche noch so herausfordernde Situation gelangen.

Konflikte nicht unter den Teppich kehren

Klar ist, dass es in Patchworkfamilien genauso wie in der Ursprungsfamilie auch, miteinander Konflikte geben wird. Wer darf wen um was bitten? Was darf wer wann wo entscheiden? Und wie viel Vertrauen hat welches Familienmitglied zu welchem? Viele unzählige Faktoren spielen mit, damit das Konstrukt Patchworkfamilie auch tragfähig werden kann. Unter anderem zählt da auch dazu, welche Gespräche über was zugelassen werden können und welche Themen nicht angebracht sind. So ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche Fragen stellen dürfen und sich Hilfe von den Erwachsenen erwarten können, denn sie sind es, die sich oftmals schwerer tun, in solchen neuen Situationen zurechtzukommen. Oft ist in den Köpfen der Kinder eine Vorstellung davon, dass sie selbst durch ihr Verhalten beeinflussen können, dass der „leibliche“ Elternteil wiederkommt. Sie müssen nur dieses oder jenes tun und schon haben sich Mama und Papa wieder lieb.

Ein neues Baby

Oftmals ist es so, dass es in der neuen Situation der Patchworkfamilie nicht nur neue „Geschwister“ mit einziehen, sondern auch ein Baby geboren wird. Hier kann Eifersucht der bereits geborenen Kinder entstehen und das Gefühl, dass die Bezugspersonen das Baby viel lieber haben. Auch hier hilft es dem Nachwuchs meist sehr, wenn es eingebunden ist und sich mit den Erwachsenen zusammen auf den neuen Erdenbürger freuen kann. Das Erleben, dass ein Baby zwar mehr Aufmerksamkeit braucht, aber die Liebe zu dem größeren Kind nicht aufhört, kann den Zusammenhalt in einer Patchworkfamilie durchaus stärken und fördern.

Jede Familie ist anders

Bei alledem ist wichtig, dass sich Eltern im Klaren darüber sind, dass jede Patchworkfamilie anders ist und es bei allem Austausch und Gespräch klar sein muss, dass jede Familie ihre eigenen Werte, Wünsche und Vorstellungen hat. Keine Patchworkfamilie gleicht der anderen!

Autorin: Dipl.-Päd. Andrea Leidlmayr, BEd

Schulangst – Keine Angst vor schlechten Noten

Schulangst zeigt sich ganz unterschiedlich

Gerade in der Zeit des Halbjahres und der damit verbundenen Schulnachricht sind Eltern und Bezugspersonen, sowie Kinder und Jugendliche manchmal ganz schön aus dem Häuschen – Schulangst ist ein großes Thema für viele Familien. Da werden noch die letzten Tests und Schularbeiten geschrieben. Es ist eine ziemlich stressbeladene Zeit, die dann doch in die wohlverdienten Ferien mündet.

Mit dem Stress der guten Leistung und der Notwendigkeit Erfolg zu haben, gehen Kinder und Jugendliche unterschiedlich um. Da kann es nach mehreren schlechten Noten passieren, dass die Angst vor der Schule oder vor dem Versagen so groß wird, dass allein der Gedanke an die Schule Angst in den unterschiedlichen Formen auslöst. Manche Kinder entwickeln Syndrome wie Bauchschmerzen, andere wiederum beginnen schon allein bei dem Gedanken, am nächsten Tag wieder in die Schule zu müssen, zu weinen und verzweifeln.

Unterschiedliche Formen von Angst

In ihrer Unterschiedlichkeit zeigen Kindern und Jugendliche ihre Angst vor der Schule und dem Versagen anders. Meist aber ist irgendetwas passiert, dass darauf beruht, dass sie ihr Vertrauen in was auch immer verloren haben und damit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Kommt dies immer wieder vor, entsteht Angst und diese hemmt.

Das Vertrauen ist nicht so einfach wieder herstellbar. Ist das Vertrauen verloren, ist es meist nicht so einfach dies wieder zu fassen. Meist ist es zu diesem Zeitpunkt wichtig, dass Kinder und Jugendliche hier Hilfe erhalten. In einer Psychotherapie können diese Ängste Platz finden und das erschütterte Vertrauen wiedererlangt werden.

Stress von außen – bestimmt innerlichen Stress

Die meisten, seien es Kinder als auch Erwachsene haben das Gefühl, dass es bei jedem Test, jede Schularbeit, jede Überprüfung des Wissens, um das ganze Leben des Kindes oder Jugendlichen geht.

Laut Österreichischem Kinder- und Jugendgesundheitsbericht aus dem Jahr 2016 geben 19% aller Schülerinnen und Schüler in Österreich an, sehr stark durch die Schule belastet zu sein.

Die Noten, sowie der gute Schulerfolg oder eben der Misserfolg, scheinen bestimmend zu sein über das weitere Leben des heranwachsenden Menschen. Hier unterliegen Eltern und Bezugspersonen oft der Angst, dass durch schlechte Noten die Zukunft der Kinder und Jugendlichen stark beeinträchtigt ist.

So geht es, zumindest im Gefühl letztlich immer darum gut genug zu sein, dem Druck von außen standzuhalten und in jeder Prüfungssituation bestehen zu können. Erfahren Kinder und Jugendliche, dass ihnen dies manchmal nicht möglich ist, kann dies in einer Prüfungsangst münden.

Angst vor der Schule, davor schlecht abzuschneiden und nicht genug zu sein, kann durch eine Psychotherapie überwunden werden. Deshalb ist es wichtig, dass neben der Unterstützung der Eltern und Bezugspersonen auch manchmal Hilfe von außen kommt.

Autorin: Dipl.-Päd. Andrea Leidlmayr, BEd.

 

Feste feiern wie sie fallen!

Alle Kinder lieben Feste! Und zugegeben, die meisten Erwachsenen auch! Diese allerdings ganz oft, wenn sie beim Feiern in leuchtende Kinderaugen schauen und sich von der Begeisterung der Kleinen richtig anstecken lassen können. So sind Kinder ganz schnell dabei, wenn es heißt ein Fest zu planen, Ideen dazu zu haben. Die kindliche Begeisterung steckt die Erwachsenen meist an und selbst, wenn Feste mehr Arbeit machen, sie werden dann doch gerne geplant und veranstaltet.

Feste sind es, die für Abwechslung im tristen Alltag sorgen. In noch so einem vollen Terminkalender findet man immer mal wieder dann doch Zeit dafür, zusammen zu feiern und sich mit Menschen zusammen zu freuen. Die Geselligkeit eines Festes schafft Verbindungen.

Feste sind oftmals in tiefer Erinnerung und Sie sind es, an die wir meist mit einem Schmunzeln zurückdenken und über die wir jederzeit erzählen können.

Da war sie, die lustige Begebenheit mit Menschen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Das lustige Geschenk über das sich das Gegenüber so sehr gefreut hat oder auch die anrührenden Momente, in denen man wieder weiß, wie wichtig Familie und Freunde sein können.

Oder war es der Moment für einen selbst. An dem man so richtig im Mittelpunkt stehen konnte und das Gefühl hatte für jemanden wichtig zu sein.

Feste geben Halt. Sie vermitteln Routine. Manchmal laufen sie immer gleich ab. Sie schaffen Beständigkeit und Verbindung mit anderen Menschen. Sie vertreiben Einsamkeit und lassen ein Wir-Gefühl aufkommen, das in der hektischen Zeit des Alltags auch schon mal durchaus verloren gehen kann.

Feste können trotz der Menge an Erledigungen durchaus entspannt verlaufen, wenn sie mit Leichtigkeit und Freude im Leben passieren können. Es nicht als gezwungen erlebt werden muss. Freude kann ansteckend sein und als lustvoll erlebt werden.

Autorin: Dipl.-Päd. Andrea Leidlmayr, BEd.