Kompetenzzentrum für Psychotherapie und Körperarbeit

Freiraum Lobau eröffnet mit vollem Haus

Der Tag der Offenen Tür des Kompetenzzentrums „Freiraum Lobau“ war ein voller Erfolg. Besucher informierten sich über Psychotherapie und verschiedenste Körper-bezogene Therapien. Auch Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec ließ sich die Backstage-Führung nicht entgehen und gratulierte zur Praxis-Eröffnung.

Nach monatelanger Vorbereitung war es am 14. April endlich soweit. Unter dem Motto „Psychotherapie backstage“ eröffneten die vier Psychotherapeutinnen Karin Haiderer, Nina Petz, Andrea Leidlmayr und Barbara Bettesch, sowie die beiden Cranio Sacral-Therapeutinnen Ulrike Kerschbaum und Bettina Bolzer mit großem Erfolg ihre Gemeinschaftspraxis im Herzen von Groß Enzersdorf. In der Elisabethstrasse 7 fanden sich zahlreiche Interessierte ein, die sich von der Arbeitsweise der Therapeutinnen, ihren liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten – die Praxisräume tragen übrigens Namen, wie „Blätterrauschen“ oder „Blütenduft“ – und dem riesigen Garten ein erstes Bild machen wollten. Besonders beliebt waren die informativen Workshops und Vorträge zu Kinder-, Jugendlichen-, Eltern- und Familienthemen, dem „Spezialgebiet“ des Freiraum Lobau. Ein buntes Rahmenprogramm mit u.a. Feuerjonglage, leckere Kärntner Kas-Broten von Peter Fürnhammer und ein herrlich sonniges Frühlingswetter rundeten den vollends gelungenen Tag der Offenen Tür noch weiter ab.

Psychotherapeutinnen informieren über ihre Arbeit

Vier Psychotherapeutinnen arbeiten mittlerweile im Kompetenzzentrum und bieten regelmäßig Unterstützung bei den unterschiedlichsten seelischen Erkrankungen und Beschwerden. Ihr Ziel war es auch, am Tag der Offenen Tür mit einem bekannten Tabu zu brechen. „Es ist in unserer heutigen Gesellschaft immer noch so, dass körperliche Erkrankungen oft mehr Stellenwert und „Berechtigung“ erfahren als seelische. Dabei beweisen Studien, dass psychische Belastungen genauso krank machen, wie körperliche – nur sieht man sie oft nicht so deutlich auf den ersten Blick, wie zum Beispiel eine rote, rinnende Nase bei einer Erkältung“, erklärte „Freiraum Lobau“-Gründerin Karin Haiderer und schilderte anschaulich die Vorteile einer Psychotherapie.

Das Kompetenzzentrum zeichnet sich durch Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen aus.

Tierische Unterstützung und Backstage-Unterhaltung lieferte „Co-Therapeut“ Cosmo. Der Retriever Mischling unterstützt normalerweise Psychotherapeutin Andrea Leidlmayr bei ihren Therapiesitzungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In einem weiteren Vortrag konnten viele Besucher erstmals eine Trance hautnah miterleben. „Eltern-Kids-Coach“ Nina Petz, die für die Hypnose-Psychotherapie im Freiraum Lobau steht, lud zu einer kurzen Entspannung mit Hypnose ein. Barbara Bettesch informierte über Selbstverteidigung von Frauen und Mädchen. „Die Fähigkeit sich zu behaupten und wehren zu können, steigere das Selbstbewusstsein,“ so die Psychotherapeutin

Auch die beiden Cranio Sacral-Therapeutinnen Ulrike Kerschbaum und Bettina Bolzer standen den zahlreichen Interessierten, darunter auch die Groß Enzersdorfer Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec, gerne für Fragen zur Verfügung.

Nach dem erfolgreichen Eröffnungs-Tag planen die sechs „Freiraum-Frauen“ bereits ihre nächsten Schritte, unter anderem steht im Mai ein Vortrag über die richtige Mediennutzung für Kinder und Jugendliche auf der „To-Do-Liste“. Barbara Bettesch bietet einen Selbstverteidigungskurs für Mütter und Töchter an.

Autorin: Nina Petz

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Es ist gar nicht so einfach glücklich zu sein….

Angst vor dem Glück„Das kann ich doch gar nicht glauben“, werden sie sagen. „Was soll denn daran beängstigend sein?“ Doch glücklich zu sein bedeutet oftmals einen völlig neuen Kurs als bisher einzuschlagen, alles anders zu machen, zu denken und zu fühlen als bisher. Das ist Veränderung und Veränderung macht sehr oft große Angst, weil wir damit das Gefühl aufgeben unser Leben unter Kontrolle zu haben, zu wissen, wie der Hase läuft, zu wissen, was als Nächstes auf uns zukommen wird.

Verzweifelt reden wir uns ein zu wissen, was die vorhersehbare Zukunft bringen wird. Wir machen uns selbst vor, die Zukunft unter Kontrolle zu haben und geben uns dieser Illusion hin. Dieser Kontrollzwang über das was kommen wird, basiert vor allem auf der Angst, dass etwas Unvorhergesehenes, etwas Neues eintritt. Doch dass wir durch diese scheinbare Kontrolle über die Zukunft, uns unglaublich einschränken, verweigern wir wahrzunehmen. Wir schränken uns durch unser Denken selbst ein. Wir glauben auf A folgt B. Das war immer schon so und wird auch so bleiben.

Wenn ich zum Zahnarzt gehe, wird es schmerzhaft. Wenn ich ein falsches Wort zu meinem Vorgesetzten sage, werde ich gefeuert. Wenn ich einen Knollenblätterpilz esse, sterbe ich. Wenn ich Falten und graue Haare bekomme, bin ich nicht mehr begehrenswert. Wenn ich nicht trainiere, übe und Leistung erbringe, werde ich keine Erfolge erzielen. Wenn ich von einer Giftschlange gebissen werde, sterbe ich. Was sich alles eröffnen kann, wenn man diese Glaubenssätze aufbricht und neu beleuchtet, ist eine kaum betrachtete Welt. Was passiert, wenn diese scheinbaren Naturgesetze in Frage gestellt werden? Was wenn sie gar nicht stimmen.

Tatsächlich gibt es Menschen, die das Gift der Schlangen aushalten…. Nur weil sie nicht davon überzeugt sind, dass das Gift tödlich ist. Es gibt Menschen, die beim Zahnarzt keine Schmerzen spüren, weil sie Selbsthypnose üben. Und viele Beispiele mehr. Das bedeutet aber auch, dass B nur dann auf A folgt, wenn das innere Denkmuster und die Gefühlshaltung davon überzeugt sind.

Wie funktioniert Veränderung?

Wie kann sich etwas ändern, wenn wir alles so sehen wie wir es immer gesehen haben, wenn wir uns nichts Neues zu wagen trauen, wenn wir nichts Ungewohntes ausprobieren und einfach mal Kopf stehen? Wie kann sich etwas ändern, wenn wir an alten Überzeugungen, Vorstellungen, Glaubenssätzen über unsere Welt verhaftet bleiben?Was genau ist so schwierig daran aus alten Denkmustern der Vergangenheit auszubrechen?

Stellen wir uns mal für einen kurzen Moment vor, wir hätten die Macht all unsere Wünsche und Träume zu verwirklichen, die Welt so zu gestalten, wie wir sie uns wünschen – nämlich zu unserem  größten Glück. Dann gäbe es plötzlich keine Ausreden mehr für Griesgram, Ärger und Sorgen. Wir hätten keine Möglichkeit mehr für Niedergeschlagenheit – schließlich könnten wir unsere Welt ja auch anders gestalten. Nehmen wir an, wir hätten diese Macht. Können Sie sicher sein, dass Sie diese Welt wollen würden – eine Welt ohne Ausreden, wie Angst, Sorgen, Bedenken und Trostlosigkeit?

Je größer die Möglichkeiten der Veränderung, desto größer die Angst vor der Veränderung.

Die Angst, dass die eigenen Träume tatsächlich realisiert werden können wird unermesslich. Es stellt sich die Frage: „Wer und wie bin ich, wenn ich glücklich bin? Kann ich das, will ich das? Das bedeutet ja ernsthaft mich von meiner, schon so vertrauten schlechten Laune und all meinen Ängsten zu lösen. Nochmals: „Wer bin ich ohne die Angewohnheit mich zu fürchten, mich unwohl zu fühlen, ohne meine Traurigkeit und Unzufriedenheit als ständiger Begleiter?“ Die Identifikation mit den eigenen Gedanken und Gefühlen löst sich auf und damit beinahe die vertraute Identität, so wie ich sie kenne. Wenn das nicht beängstigend ist. — Es ist gar nicht so einfach glücklich zu sein, stellen wir hier fest. Lesen Sie mehr über Glück hier.

Tipp: Im Magazin Gehirn und Geist ist dazu ein interessanter Artikel zu lesen.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

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Freiraum Lobau meets Gerald Hüther

Gerald Hüther in Wien März 2018Am Mittwoch 7. März 2018 in Wien 15, hatte ich das große Vergnügen einen Vortrag von Prof. Gerald Hüther live zu hören. Und wenn ich sage Vergnügen, dann meine ich das so. Eineinhalb Stunden größte Redekunst. Der Mann kann mit Worten die Aufmerksamkeit fesseln ohne dazu Hilfsmittel wie PowerPoint zu brauchen. Er steht auf der Bühne und spricht in ganzen wohl formulierten Sätzen, erklärt dabei auf einfache Weise komplexe Gedankengänge, spannt einen riesigen Bogen über diese Rede, in der sich letztendlich alle Bausteine zu einem in sich logisch geschlossenen Ganzen zusammenfinden. Man hört, ich bin sehr beeindruckt.

Würde

Dieses Wort, legt  den Grundstein seiner Rede. Gerald Hüther hat ein neues Buch geschrieben: Würde. Was uns stark macht- als Einzelne und als Gesellschaft

Der Titel macht bereits sehr neugierig. Kann Würde mich als Einzelnen oder gar die ganze Gesellschaft stark machen? Und Hüther führt den Leser, oder Zuhörer behutsam zu dem Schluss: ja. Und zwar brauchen wir Würde, wie einen Bissen Brot. Dazu erklärt Hüther auch Einiges in dem Interview von Veit Lindau mit Prof. Hüther.

Hüther führt den Leser in seinem Buch durch die Geschichte. Er zeigt wie, die Menschheit mit zunehmender Komplexität ihre Probleme durch Einführung hierarchischer Systeme lösen konnte. Nunmehr steigt die Komplexität durch Digitalisierung und Globalisierung und viele andere Phänomene weiter an. Hierarchie kann diese Komplexität nicht mehr reduzieren. Sämtliche Trends gehen auch in Richtung Gleichberechtigung, flache Strukturen und Demokratisierung. Doch wer sagt uns dann, was richtig und was falsch ist? Wer gibt uns Richtung?

Hüther führt in seinem Buch aus, dass diese Leitung oder Orientierung aus einem inneren Kompass, aus dem zutiefst Menschlichen in uns erwächst. Die Besinnung auf die Würde ist laut Hüther die zentrale Aufgabe des 21. Jahrhunderts.

Kinder würdevoll begleiten

Die Würde zu wahren und unsere Kinder voll Würde zu begleiten und würdevoll zu behandeln wäre laut Hüther die Aufgabe von Eltern und Schule in einer Welt, wie sie sich heute zeigt. Kinder die immer wieder Demütigungen erfahren, egal ob durch Noten, ob durch achtlose Worte oder Gesten, ob durch tätliche Angriffe, sind versuchter ihre Probleme mit kurzfristigen Strategien zu lösen. Nach dem Motto: „Klaus war heute so gemein und die Frau Lehrerin auch. Wenn ich zwei Stunden Computer spiele, geht es mir wieder besser.“ Wie gesagt, kurzfristig stimmt das. Langfristig ist diese Lösungsstrategie weder würdevoll noch zielführend. Nach den abgelaufenen zwei Stunden Spiel am Computer verspüren Kinder häufig eine unglaubliche Leere und Sinnlosigkeit. Die Probleme mit Klaus konnten für zwei Stunden vergessen werden, gelöst sind sie jedoch nicht.

Hüther zeigt in seinem Buch, wie wir uns auf unsere Würde besinnen und diese zurückgewinnen können. Er macht klar, dass Würde ein sinnvoller Lösungsweg sein kann für sämtliche Probleme des 21. Jahrhunderts. Schließlich ruft er auf, seine ins Leben gerufene Petition über die Würde zu unterschreiben. Machen Sie doch auch mit!

Autorin: MMag. Karin Haiderer

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Ratschläge bei Schulproblemen!

Ratschläge bei SchulproblemenDiese Ratschläge betreffen die Fortsetzung des am 23.02. geposteten Thema: „Schulprobleme?! Hochbegabt? Lese- oder Rechtschreibstörung? Teilleistungsschwächen?“.

Der Schwerpunkt liegt in den Empfehlungen an die Eltern, die sich aus der klinisch-psychologischen Diagnostik ergeben haben.

Die Empfehlungen an die Eltern basieren auf den Ergebnissen der psychologischen Testverfahren, der Verhaltensbeobachtungen sowie der persönlichen Vorgeschichte des Kindes und der Eltern und den zusätzlich ausgefüllten Fragebögen der Eltern zu einem spezifischen Thema, die das Kind bzw. den Jugendlichen betreffen.

Therapien bei Schulproblemen

Im Prinzip teilen sich die möglichen Behandlungen in zwei große Teilbereiche. Der erste Bereich betrifft die Förderung bestimmter Alltagsfertigkeiten des Kindes, durch sogenannte „funktionelle Therapien“, die im Folgenden kurz dargestellt werden.

Ergotherapie

Ergotherapie bedeutet übersetzt „Arbeitstherapie“ und meint, dass die Ergotherapeutin das Kind in bestimmten schulischen Fertigkeiten trainiert und unterstützt um den Alltag besser zu meistern. Dazu gehört die Förderung der visuellen Wahrnehmung, die für das Erlernen des Schreibens notwendig ist. Manche Kinder haben Schwierigkeiten in der Dosierung der Kraft beim Schreiben, hier wird die die Feinmotorik beim Schreiben geschult. Einige Kinder haben ein regelrechtes Chaos in der Schultasche, finden die Aufgabenstellungen oft nicht, in diesem Falle unterstütz die Ergotherapeutin die Kinder in der Handlungsplanung.

Lesen Sie näheres unter: www.ergotherapie.at

Logopädie

Der Bereich der Logopädie umfasst ein breites Gebiet, beginnend mit der Förderung der Aussprache, der Grammatik sowie der Erweiterung des Wortschatzes. Bei Kindern, die die Laute nicht richtig wahrnehmen und verarbeiten können, kann auch eine Unterstützung seitens der LogopädIn erfolgen.

LogopädInnensuche auf: www.logopaedieaustria.at/logopaedische-therapie-hauptmenu

Physiotherapie

In der Beobachtung können Haltungsproblemen bei Kindern sichtbar werden, die möglicherweise mit Schmerzen verbunden sind. In diesem Falle und bei Kindern, die eine körperliche Einschränkung haben, wird auf die Physiotherapie verwiesen.

PhysiotherapeutInnen finden Sie auf: www.physioaustria.at/og/wien

Psychotherapeutische/Psychologische Behandlung

Kinderpsychotherapie ist ein Spezialgebiet, das eine besondere Qualifikation voraussetzt.

Lesen Sie dazu näheres unter:

www.psychotherapie.at/oebvp/arbeitsbereiche/saeuglings-kinder-und-jugendpsychotherapie

Die erste Hürde besteht natürlich darin Kontakt mit einer Kinderpsychotherapeutin aufzunehmen, es ist nicht leicht mit einer fremden Person über Schwierigkeiten, die das Familienleben betreffen, zu sprechen. Anzumerken ist, dass die (Kinder-)PsychotherapeutInnen einer strengen Verschwiegenheitspflicht unterliegen, dies bedeutet, dass absolut keine Informationen nach außen gelangen dürfen.

Im Erstgespräch lernen sich die Psychotherapeutin, die Eltern und das Kind kennen. Die Psychotherapeutin klärt in diesem Rahmen ab, ob eine behandlungsbedürftige Krankheit vorliegt, wie stark das Alltagsleben der Familie beeinträchtigt ist und welche Ressourcen innerhalb der Familie aktiviert werden können.

Ganz allgemein gilt, dass je jünger die Kinder sind umso mehr gewinnt die Elternarbeit an Bedeutung. Dies bedeutet, dass KinderpsychotherapeutInnen sowohl mit den Kindern arbeiten als auch regelmäßige Elterngespräche führen, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten.

Wenn bei den Kindern eine erhöhte Angst im Vordergrund steht, in Zusammenhang mit bestimmten Schulfächern oder aber auch im Kontakt mit Mitschülern u.v.m., wird eine psychotherapeutische Behandlung und/oder Elternberatung empfohlen. Kinder können auch aufgrund der alltäglichen Belastungen in der Schule eine Depression entwickeln, die sich in gereiztem Verhalten, Rückzug, Schlafproblemen und/oder gedrückter Stimmung äußern. In diesen Fällen sind nicht nur die Gefühle der Kinder beeinträchtigt, sondern auch die Leistungsfähigkeit ist meist deutlich vermindert.

Kinder drücken ihre erlebten Belastungen oft auf

eine andere Weise als Erwachsene aus. Wichtig hierbei ist, dass sich die Eltern aufmerksam und offen den Erzählungen ihrer Kinder widmen sowie veränderte Verhaltensweisen, wie Rückzug, Gereiztheit, nicht ignorieren. Wenn sich die Situation nicht verbessert sollte eine professionelle Hilfe hinzugezogen werden.

Das Team Freiraum-Lobau ist spezialisiert auf Kinderpsychotherapie und Kinderpsychologie und steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung (http://www.freiraum-lobau.at/team).

Autorin: Mag. Birgit Prislinger

Buchtipp:

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Full-time Job Mama

Frauen, die sich bewusst gegen Job und für Familie entscheiden, gelten fast schon als Exoten. Ein Plädoyer für einen Full-time Job, dem es oft an Wertschätzung mangelt.

Was, du bleibst wegen der Kinder zu Hause?Mutter und Kind

So, reagieren die meisten irritiert, wenn frau heutzutage zugibt, ihr Beruf sei Hausfrau und Mutter. Oft folgt dann die besorgte Nachfrage: „Ist das auf Dauer nicht langweilig?“ Keineswegs! Denn Mama zu sein ist ein Fulltime-Job – ohne fixe Arbeitszeiten, dafür mit einer Abrufbereitschaft rund um die Uhr, wechselnden Aufgabenbereichen – und nicht zu vergessen, einem durchaus emotionsgeladenen „Betriebsklima“. Für Sabine Mänken, Bettina Hellebrand und Gabriele Abel, die Herausgeberinnen des Buches „Die verkaufte Mutter“, sind Mamis „Frauen, die jenseits unseres Zeitgeistes ihr Muttersein ernst nehmen; die die Bedürfnisse ihrer Kinder fühlen. Und sich diesen stellen. Im Wissen, durch die eigene Präsenz Räume zu schaffen, die Ruhe, Beziehung, und Kreativität ermöglichen.“

Können sich Familien das leisten?

Und trotzdem: Die Freiheit dieser Frauen, die sich trotz beruflicher Chancen, für die Familie und somit gegen einen betreuten Krippen- oder Ganztagsschulplatz entscheiden, scheint immer eingeengter. Kaum eine Familie kann es sich noch leisten, dass nur ein Elternteil arbeiten geht. Wer in Österreich nach zwei Jahren nicht an seinen alten Arbeitsplatz zurückkehrt, verliert diesen. In Italien oder Spanien, endet der Mutterschutz gar schon nach vier Monaten. „Die ganz persönlichen Einstellungen, Erfahrungen und Lebensbedingungen der Frauen, die ein Zuhause für Kinder bewusst gestalten, werden nicht gehört“, klagen Mänken, Hellebrand und Abel unisono. Dafür bewirbt die Politik lautstark die „frühe Bildung“ in Kiga, Kita oder Schule. Eltern wird der Eindruck vermittelt, sie könnten ruhig arbeiten gehen und die Erziehung ihrer Kinder dem geschulten Fachpersonal überlassen. Durchaus! Doch wenn nicht? Dann erfordert es besonderen Mut sich all dem entgegenzustellen. Daher: Chapeau! Hut ab und Danke, liebe Mamas, für Euren Einsatz. Das muss an dieser Stelle auch mal gesagt werden.

Achtung: Burn-out Gefahr!

Mama sein ist ein Full-time Job. Wer also zusätzlich noch arbeitet, hat also eigentlich zwei Jobs gleichzeitig. Machen wir uns das klar, wird deutlich, warum wir einer gefährlichen Tendenz entgegensteuern. Burnout ist keine Erfindung der heutigen Gesellschaft sondern ein ernst zunehmender Überlastungszustand.

Wenn die Anerkennung fehlt… Burnout bei Müttern kommt immer häufiger vor

Kinder, Küche, Haushalt – in der Familie gibt es immer was zu tun. Doch selten gibt es hierfür die nötige Anerkennung. Dabei kommen gerade bei Müttern Burnout- und Überlastungszustände sehr häufig vor. Oft werden die Anzeichen dafür allerdings übergangen und nicht ernst genommen. Doch wer viel leistet, sollte auch viele kleine Pausen zwischendurch einlegen. Daher: Selbstfürsorge nicht vergessen – und dabei auch die Hilfe von Großeltern und Partner einfordern!

„Unser Gesellschaftssystem braucht Ganztagsschulen und Krippen. Kinder brauchen vor allem geborgene Beziehungserfahrungen“

Autorin: Nina Petz

Buchtipp:

5 Wochen Rabenmutter

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Weitere Buchtipps:

 

Psychotherapie backstage

Einblicke in die psychotherapeutische Praxis

Einblicke in die psychotherapeutische PraxisDie Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür laufen auf Hochtouren. Freiraum-Lobau freut sich die Tore aufzumachen! Von 10:00 bis 13:00 am 14. April 2018 haben Sie die Chance Psychotherapeuten mit Fragen zu löchern, die Räumlichkeiten zu besichtigen oder spannenden Kurzvorträgen zu lauschen. Nutzen Sie die Gelegenheit die Therapeutinnen persönlich kennen zulernen und sich ein Bild von den Räumlichkeiten zu machen. Der große Garten wird geöffnet sein. Angebote im Sinne des kreativen Spiels stehen für Kinder und Erwachsene zur Verfügung.

Das engagierte Team, bestehend aus Psychotherapeutinnen und einer Psychologin, das nun weiter gewachsen ist, beherbergt nun auch zwei Cranio Sacral Therapeutinnen, Bettina Bolzer und Ulrike Kerschbaum. Auch dieses Team wird am Tag der offenen Tür vertreten sein und für Fragen zur Verfügung stehen.

Freiraum-Lobau dankt für die Unterstützung durch die Gesunde Gemeinde Groß-Enzersdorf, vertreten durch DI Dr. Peter Cepuder.

Patchworkfamilien – meine, deine, unsre

Patchwork-Familie

In Österreich leben rund 9 % aller minderjährigen Kinder in sogenannten Patchworkfamilien. Der Begriff bezeichnet einen bunten Mix verschiedenster Mitglieder unterschiedlicher Familien, die aufgrund einer neuen Partnerschaft zusammengeschlossen sind und demnach eine neue Familie bilden.

Meine, deine, unsre Kinder

So leben laut Österreichischem Institut für Familienforschung der Universität Wien (OIF) „Familien in Zahlen 2017“, 67.056 Patchwork/Stieffamilien mit minderjährigen Kindern in Österreich. Dies entspricht rund 9% aller Familien in Österreich.

Stieffamilien gibt es schon lange. Früher allerdings vermehrt durch den Tod eines Elternteils, haben sich neue Partnerinnen und Partner zu einer neuen Familienkonstellation zusammengefunden. In neuester Zeit sind es weniger die Sterbefälle, sondern Scheidungen und das Finden neuer Partnerinnen und Partner, aus denen dann neue Patchworkfamilien entstehen.

Eigentlich ist es wunderschön. Zwei Menschen lernen sich kennen und verlieben sich ineinander. Eine neue, aufregende Beziehung entsteht. Beide haben Kinder und beschließen nach langen Gesprächen und Überlegungen, dem jeweils anderen, die eigenen Kinder vorzustellen.

Das Abenteuer „Patchworkfamilie“ beginnt.

Mit dem Kennenlernen der neuen Partnerin/des neuen Partners und den jeweiligen anderen Nachkommen stellen sich alle Beteiligten den unterschiedlichsten Herausforderungen und Situationen, die sie sich zuvor so in der Art und Weise nicht hätten ausmalen können.

Da sind die Kinder, die plötzlich anderen gegenüberstehen, aber nicht nur denen. Der Nachwuchs erlebt, dass die jeweils wichtige Bezugsperson jemand anderen liebt, als die „richtige“ Mama/den „leiblichen“ Papa. So können Loyalitätskonflikte entstehen, denn eigentlich wünschen Kinder sich meist, dass die Ursprungsfamilie wieder zusammenzieht und sich verträgt.

Zeit und Gespräch wichtig für ein gutes Gelingen

So gilt es nicht, die Mama/den Papa durch die neue Partnerin/den neuen Partner zu ersetzen. Es gilt, ihn zusätzlich als eine Person in das Leben des Kindes/der Kinder zu bringen. Da heißt es, dass alle Beteiligten sich kennen lernen und vertrauen lernen müssen. Dies braucht Zeit und Geduld. Wichtig für eine gute Basis bildet das Gespräch miteinander. Je klarer den Erwachsenen ist, dass die Kinder und auch sie selbst, Zeit brauchen um miteinander einen gangbaren Weg zu finden um die Patchworkfamilie miteinander zu gestalten, desto eher kann Gelassenheit in manche noch so herausfordernde Situation gelangen.

Konflikte nicht unter den Teppich kehren

Klar ist, dass es in Patchworkfamilien genauso wie in der Ursprungsfamilie auch, miteinander Konflikte geben wird. Wer darf wen um was bitten? Was darf wer wann wo entscheiden? Und wie viel Vertrauen hat welches Familienmitglied zu welchem? Viele unzählige Faktoren spielen mit, damit das Konstrukt Patchworkfamilie auch tragfähig werden kann. Unter anderem zählt da auch dazu, welche Gespräche über was zugelassen werden können und welche Themen nicht angebracht sind. So ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche Fragen stellen dürfen und sich Hilfe von den Erwachsenen erwarten können, denn sie sind es, die sich oftmals schwerer tun, in solchen neuen Situationen zurechtzukommen. Oft ist in den Köpfen der Kinder eine Vorstellung davon, dass sie selbst durch ihr Verhalten beeinflussen können, dass der „leibliche“ Elternteil wiederkommt. Sie müssen nur dieses oder jenes tun und schon haben sich Mama und Papa wieder lieb.

Ein neues Baby

Oftmals ist es so, dass es in der neuen Situation der Patchworkfamilie nicht nur neue „Geschwister“ mit einziehen, sondern auch ein Baby geboren wird. Hier kann Eifersucht der bereits geborenen Kinder entstehen und das Gefühl, dass die Bezugspersonen das Baby viel lieber haben. Auch hier hilft es dem Nachwuchs meist sehr, wenn es eingebunden ist und sich mit den Erwachsenen zusammen auf den neuen Erdenbürger freuen kann. Das Erleben, dass ein Baby zwar mehr Aufmerksamkeit braucht, aber die Liebe zu dem größeren Kind nicht aufhört, kann den Zusammenhalt in einer Patchworkfamilie durchaus stärken und fördern.

Jede Familie ist anders

Bei alledem ist wichtig, dass sich Eltern im Klaren darüber sind, dass jede Patchworkfamilie anders ist und es bei allem Austausch und Gespräch klar sein muss, dass jede Familie ihre eigenen Werte, Wünsche und Vorstellungen hat. Keine Patchworkfamilie gleicht der anderen!

Autorin: Dipl.-Päd. Andrea Leidlmayr, BEd

Entscheidungen treffen – Die Qual der Wahl

richtige EntscheidungIn einer immer komplexer werdenden Welt stehen auch immer mehr und tiefere Entscheidungen im Leben an. Doch wie kann ich große Entscheidungen treffen? Woher kann ich wissen, was für mich richtig ist? Welche Auswirkungen hat die Wahl die getroffen wurde?

Entscheidungen sind wie Weggabelungen

Soll ich nach links oder nach rechts fahren. Was passiert, wenn links ein riesiger Umweg ist? Was passiert, wenn ich nach rechts fahre und gleich da bin? Die Antworten auf diese Fragen liegen in der Zukunft. Und weil die Zukunft niemand kennt und die Informationen über Auswirkungen der Entscheidungen aus jetziger Sicht nie vollständig sein können, machen Entscheidungen auch so große Angst. Die Zukunft entzieht sich für jeden und immer der eigenen Kontrolle. Das ist nicht leicht auszuhalten.

Im Nachhinein können wir nicht wissen, was besser gewesen wäre

Und wenn wir uns für eine Seite an der Weggabelung entschieden haben, nehmen wir an die andere Seite wäre doch besser gewesen. Doch das stimmt nicht. Wir sind ja nur einen Weg gegangen und haben die Auswirkungen von nur einem Weg tatsächlich erlebt.

Am meisten Angst macht das Grübeln

Und obwohl uns ja vom Verstand her völlig klar ist, wie es sich mit Zukunft und Vergangenheit verhält, können wir nicht aufhören zu grübeln. Wir denken uns die verschiedensten Szenarien aus. Fantasieren über ihre Konsequenzen und meistens landen wir bei den Worstcase-Szenarien. Und zwar bei den Worstcase-Szenarien jeder Möglichkeit, die zur Wahl steht. Und wir fangen wieder von vorne an. Denken nochmals alles durch und landen bei noch schlimmeren Szenarien. Die Angst die falsche Entscheidung zu treffen wird immer größer. Schließlich landen wir beim Stillstand. Wir wünschen uns, dass keine der Möglichkeiten eintritt und alles beim Alten bleibt.

Die Möglichkeit alles bleibt wie es ist- funktioniert einfach nicht

Wendepunkten im Leben können wir einfach nicht aus dem Weg gehen und gewissen Entscheidungen auch nicht. Die Entscheidung, keine Entscheidung zu treffen ist langfristig die ungesündeste, schon allein, weil sie aus Angst getroffen wird.

Wie treffe ich eine selbstsichere Entscheidung, zu der ich stehen kann?

Wichtig ist, nicht nur die blanken Fakten zu betrachten, sondern auch die Gefühle, die Intuition, den Bauch mit einzubeziehen. Gefühlen und Intuition Vertrauen zu schenken ist gar nicht so leicht, wie es sich anhört. Das bedeutet sowohl den Verstand als auch das Gefühl zu nutzen. Um die Klarheit bezüglich Entscheidungen zu stärken gibt es in der Gestalttherapie die Methode zwei Stühle im Raum aufzustellen. Jeder Stuhl steht für eine der beiden Möglichkeiten. Man setzt sich abwechselnd auf beide Stühle. Durch gezielte Fragen des Therapeuten wird die innere Einstellung und Haltung klarer. Es etabliert sich eine Klarheit, die sehr erleichternd wirkt.

Was hindert mich Entscheidungen zu fällen?

Sollten Entscheidungen generell und immer, also auch bei kleineren Entscheidungen sehr schwer fallen, steckt meist mehr dahinter. Um sich selbst mit dieser Unsicherheit besser zu verstehen ist eine Psychotherapeutische Begleitung und Unterstützung sinnvoll.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

 

Glück und Zufriedenheit

Wie können wir dieses utopisch scheinende Ziel nach Glück und Zufriedenheit erreichen? Was macht uns Menschen glücklich und zufrieden? Dies ist eine der spannendsten Fragen. Schließlich sehen viele Menschen Glück und Zufriedenheit als den Sinn des Lebens. In Frühstück bei mir interviewte Barbara Stöckl den Glücksforscher Ha Vinh Tho . Er warf einige sehr interessante Fragen auf, die er auch in seinem Buch „Grundrecht auf Glück“ näher erläutert.

Wann haben wir genug?

….erwirtschaftet, gegessen, Autos, Straßen, Häuser, uvm.? Eine Frage, die sehr eng mit der Zufriedenheit zusammenhängt. Zufriedenheit entsteht durch Wertschätzung dessen, was wir bereits haben, sowie Dankbarkeit für all die wundervollen Seiten des Lebens. Gerade wir in unserer westlichen Welt leben in größtem materiellen Luxus, mit Überschuss an Essen, von dem sogar unglaublich viel im Abfall landet. Wir haben materiell gesehen von allem reichlich! Doch die innere Unzufriedenheit der Menschen wird dadurch eher größer. Materialismus ist also nicht die Lösung.

Wir nehmen hauptsächlich den Mangel wahr.

Die Werbung und die Konsumwirtschaft vermitteln uns genau das Gegenteil. Sie zeigen uns all das auf, was wir nicht haben. Sie konfrontiert uns ständig mit dem Mangel. Nach dem Motto: „Erst wenn dieses oder jenes gekauft wurde, oder konsumiert wurde, werden wir glücklich sein.“ Scheinbar glauben wir der Werbung, obwohl wir ständig am eigenen Leibe erfahren, dass es nicht stimmt.

Anscheinend sind wir über bereits Generationen gesellschaftlich programmiert, ständig den Mangel der Welt wahrzunehmen. Wir sehen all das was wir nicht haben. Damit beschäftigen wir uns intensiv. Die Dinge die wir noch brauchen, haben besondere Wichtigkeit für uns. Dieses Gefühl von „nicht genug“ lässt uns immer gieriger und unzufriedener werden.

„Lieben was ist“

Dieser wunderschöne Buchtitel von Byron Katie ist voller Wertschätzung und Dankbarkeit für die Realität, wie sie sich gerade zeigt. Den Moment – präsent im Jetzt- so anzunehmen, wie er ist, ohne in verändern zu wollen, sei der absolute Schlüssel zum Glück laut Eckard Tolle, dem Autoren des Bestsellers „Jetzt“.

Im Hier und Jetzt

Auch in der Gestalttherapie ist der Fokus auf das Hier und Jetzt gerichtet. Schließlich ist hier und jetzt das Einzige das existiert und tatsächlich real ist. Die Vergangenheit, die Zukunft, das Woanders sind ausgedacht und nur in unseren Gedanken existent. Sich bewusst zu machen, wie wir über die Vergangenheit oder die Zukunft denken – wertschätzend oder abwertend- gibt uns die Möglichkeit, die Gedanken auch zu verändern und damit das eigene Gefühl über die eigene Vergangenheit und Zukunft zu ändern.

Das Hier und Jetzt ermöglicht uns Bewusstheit oder Awareness. Mit diesem Bewusstsein verankert im Hier und Jetzt ist Veränderung hin zu Glück und Zufriedenheit im Leben möglich.

 

Autorin: MMag. Karin Haiderer

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Wir begrüßen Sie sehr herzlich auf unserem „Freiraum Lobau“-BLOG!

Am Sonntag feiern wir den 1. Advent und wir sind uns im Klaren darüber, der Heilige Abend nähert sich mit einer rasanten Geschwindigkeit und die Wunschliste ans Christkind wird immer länger. Der Weihnachtsstress scheint vorprogrammiert und der immer wieder kehrende „reizende“ Besuch ebenso. Die Weihnachtszeit gibt uns aber auch die Chance, dass wir uns auf die wichtigen Dinge im Leben besinnen. Rituale, Vorsätze fürs nächste Jahr, gemeinsame Zeit mit unseren Lieben gehören auf jeden Fall dazu. Wir wollen uns diesen Themen im Dezember widmen und Ihnen einen kleinen Leitfaden mitgeben, beginnend mit:

Am 01.12.2017 zu lesen:

Geschenke, Geschenke! Kinder im Geschenke-Wahn! Wie vorbeugen?