Warum Lesen für Kinder so wichtig ist.

Kind beim LesenVon Vampirmädchen, Sandwölfen und verliebten Skatern: Unsere Freiraum Lobau-Lesetipps für Kinder und Jugendliche

Die Sommerferien nahen mit großen Schritten. Es sind nur noch wenige Woche und wahrscheinlich stecken viele Eltern auch schon mitten in den Planungen. Doch ganz gleich ob ihr Nachwuchs den Urlaub z.B. am Meer verbringt, mit anderen Jugendlichen beim Sportkurs am Semmering oder bei Oma und Opa in der Wachau, ein gutes Buch hat immer Platz im Reisekoffer! Immerhin ist Lesen ist nicht nur ein Zeitvertreib für die kalten Monate am kuscheligen Sofa daheim. Gerade die Sommerferien bieten den Jüngeren die Möglichkeit, sich auch eimal auf eine längere Geschichte einzulassen und sich gemütlich, vielleicht auf einer grünen Almwiese, am schattigen Badesteg oder abends auf „Balkonien“, den Bildern im Kopf hinzugeben.

Lesen ist wichtig. Ja, eh… aber warum eigentlich?

Fantasie und Kreativität

Lesen regt die Fantasie und die Kreativität an; es beflügelt die Gedanken und bringt Kinder auf (andere) Ideen.

Lesen bildet

Lesen macht schlau. Klar, der Inhalt, die Geschichte eines Buches kann Wissen vermitteln und so den Nachwuchs fördern. Aber auch der Vorgang des Lesens an sich macht bereits klug. Beim Lesen erweitert der Nachwuchs seine Sprachkompetenz und ganz unbemerkt erweitert sich sein gesamtes Vokabular. Nachgewiesen ist auch, dass Kinder, die viel lesen, ganz automatisch lernen sich gewählt auszudrücken.

Ruhe, Entspannung und Erholung

Lesen ist einerseits etwas Aktives, dennoch wirkt es unglaublich entspannend. Eine Pause vom Alltag, abtauchen in eine Fantasiewelt, all das hat etwas von Entschleunigung und kann Ruhe und Ausgleich verschaffen.

Eltern-Kind-Bindung

Gemeinsames Lesen stärkt die Eltern-Kind-Bindung enorm! Gemeinsames Mitfiebern, Mitleben mit den Charakteren einer Geschichte verbindet und schafft oft Erinnerungen fürs Leben. Des Weiteren ist es oft gemeinsame Kuschelzeit und viel liebevoller Körpekontakt.

Bei so viel positiven Aspekten des Lesens, wollen wir Sie nun nicht länger auf die Folter spannen.

Hier sind unsere Freiraum Lobau-Buchtipps für Kinder und Jugendliche:

„Wenn Glühwürmchen morsen“

von Ralph Caspers (Thienemann Verlag) (ab 6 Jahren)

Der Autor ist bekannt aus „Die Sendung mit der Maus“ und Wissen macht Ah!“. Lustige, liebevolle und überraschende Vorlesegeschichten mit fantastischen Elementen, die man nicht vergisst.

„Ein Freund wie kein anderer“

von Oliver Scherz mit Bildern von Barbara Scholz (Thienemann Verlag) (ab 6 Jahren)

Ein Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen Wolf und Erdhörnchen, die bald auf eine harte Probe gestellt wird…

Den Buchtrailer finden Sie unter:

https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=nH0hb7U0yl8

„Polly Schlottermotz – Walfisch Ahoi“

von Lucy Astner (Thienemann Verlag) (ab 8 Jahren)

Der fulminante Abschlussband der beliebten Mädchenserie. Polly Schlottermotz ist ein Vampirmädchen mit Zauberkraft, die die wildesten und lustigsten Abenteuer besteht. Diesmal geht es um das sinkende Hausboot Ihre Tante, die gemeinen Finsterfürsten und einen Wal im Kanal… Chaos, Spannung und Unterhaltung vorprogrammiert! Schnell noch lesen, bevor der Film kommt… Drehbeginn steht schon vor der Tür.

„Zoya – Heldin der Lüfte“

von Dan Walker (Thienemann Verlag) (ab 8 Jahren)

Abenteurliche Fantasygeschichte über ein selbstbewusstes Waisenmädchen, das sich sogar gegen Luftpiraten zu wehren weiß. Spannend bis zur letzten Seite – für Buben und Mädchen geeignet!

„Fritzi Klitschmüller – Geheimkram Alarm!“

von Britta Sabbag (Thienemann Verlag) (ab 8 Jahren)

Fritzi ist eigenwillig, frech und unkonventionell, kurz: eine starke Mädchenheldin. Im zweiten Band des beliebten Kinderbuches geht es um Fritzis Schulwechsel, ein Vorsingen und wie der Titel schon sagt, ein Geheimkramprojekt…also psssst!

„Zackarina und der Sandwolf“

(Gulliver von Beltz & Gelberg Verlag)(ab 7 Jahren)

Philosophisches Kinderbuch mit Geschichten aus dem Leben von Zackarina, dem Mädchen, das, wenn sie sich langweilt, zum Strand geht, um sich mit ihrem Freund, dem Sandwolf, zu besprechen.

40 tiefgründige, augenzwinkernde Geschichten über Freundschaft, Tod, die Unendlichkeit des Universums, schmutzige Schuhe und schimpfende Eltern…

Eines meiner ganz persönlichen Lieblingsbücher!!

Jugendbuch

„Stella Montgomery und die bedauerliche Verwandlung des Mr Filbert“

von Judith Rossell (Thienemann Verlag) (ab 10 Jahren)

Als die 11-jährige Stella sich heimlich aus dem Hotelzimmer ihrer drei schrulligen Tanten schleicht, wird sie plötzlich Zeugin eines mysteriösen Verbrechens. Ein warmherziger, stimmungsvoller und magischer Roman über ein außergewöhnliches Mädchen, das mutig für das Gute einsteht und ein bezauberndes Leseabenteuer für Groß und Klein – und für Fans des viktorianischen Zeitalters!

„Manchmal dreht das Leben einfach um“

von Kathrin Steinberger (Verlag Jungbrunnen) (ab 15 Jahren)

Mein ganz persönlicher Geheimtipp!!

Keine Neuerscheinung aber, wer es noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen. Nachdem ich zufällig ein Radiointerview mit der Autorin gehört habe, habe ich mir das Buch gekauft – und es in einer Nacht ausgelesen. Gelacht, geweint…einfach grandios! Schon mehrmals weiterempfohlen und auch dort wurde es ähnlich „verschlungen“.

Worum gehts?

Die hochbegabte Ali verliebt sich in den jungen Skater Kevin, der wegen eines Unfalls seine Karriere beenden musste. Eine besondere, ehrliche Liebesgeschichte mit vielen Wendungen.

Für Mütter und Töchter!

„Good Night Stories for Rebel Girls – 100 außergewöhnliche Frauen“

von Elena Favilli und Francesca Cavallo (Carl Hanser Verlag) (ab 12 Jahren)

100 inspirierende Geschichten über beeindruckende Frauen, die jedem Mädchen Mut machen, an seine Träume zu glauben. Plus: Illustriert von über 60 Künstlerinnen aus aller Welt.

„Scheiße bauen: sehr gut“

von Tobias Steinfeld (Thienemann Verlag) (ab 12 Jahren)

Gymnasiast Paul macht ein Schnupperpraktikum in einer Förderschule. Doch es kommt zu einer Verwechslung und so nimmt Paul die Rolle eines neuen Schülers ein und lernt Schule und Schüler ganz anders kennen. Hinreißend komischer und warmherziger Unterhaltungsroman rund um die Themen Inklusion, Toleranz und Freundschaft.

„Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“

von Steven Herrick (Thienemann Verlag) (ab 13 Jahren)

Australischer Bestseller! Voller Poesie und Zartheit erzählt Steven Herrick vom Leben seines Helden Harry am Land. Schwimmen im Sumpf, Böller loslassen, auf einen Baum klettern und Leute beobachten – das sind Harrys Lieblingsbeschäftigungen. Über die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens eines Jugendlichen.

 

Autorin: Eltern-Kids-Coach Nina Petz

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Schlafen Kinder im Kinderzimmer oder im Elternbett?

Schlaf KinderSchlafen, aber wo?

Viele Eltern richten vor der Geburt des Babys das „perfekte Kinderzimmer“ für den Familienzuwachs her. Doch kaum ist der neue Erdenbürger da, stellen sie fest: Das Baby lässt sich nicht so einfach ins eigene Bettchen ablegen und schläft dann friedlich. Neben Mami im Elternbett hingegen schlummert die ganze Familie besser.
Doch plötzlich wissen es alle anderen besser und die Eltern sind verunsichert. Doch keine Gute Idee den Nachwuchs bei sich schlafen zu lassen?
Ob Bettchen im Kinderzimmer, Beistellbett oder Baby im Familienbett- diese Entscheidung sollten alle Eltern selbst treffen und sich auf ihr Gefühl verlassen.

gemeinsame Schlafrythmen entwickeln sich im gemeinsamen Bett

Fakt ist, so auch Nicola Schmidt in ihrem Buch „artgerecht, Das andere Babybuch“: „Wenn Eltern und Kinder nach der Geburt gemeinsam schlafen, etablieren sich gemeinsame Schlafrythmen. Das heißt, wenn das Baby in eine leichtere Schlafphase kommt, geht Mama mit und umgekehrt.“
Fakt ist auch: Es ist Unsinn, dass Kinder, die im Familienbett mit den Eltern schlafen sich dort für den Rest ihres Lebens einquartieren. Im Gegenteil, Kinder, die sich geborgen und sicher fühlen und wissen, sie können jederzeit zu den Eltern kommen, ziehen ganz von selbst irgendwann, oft zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr ins eigene Bett um.

Unabhängigkeit durch Co-Sleeping

Meret Keller und Wendy Goldberg von der Universität Kalifornien veröffentlichten 2004 eine Studie zum „Co-Sleeping“ (Familienbettkinder). Hierbei untersuchten sie Mütter und ihre Vorschulkinder daraufhin, ob Co-Sleeping die Unabhängigkeit von Kindern eher fördert oder behindert.
Die Ergebnisse:
– Alleinschläfer schliefen allein ein, schliefen die Nacht durch und wurden früher abgestillt als Familienbettkinder.
– Familienbettkinder waren selbständiger (sie konnten sich zum Beispiel früher allein anziehen) und sozial unabhängiger (sie fanden zum Beispiel neue Freunde ohne Hilfe der Mutter).
Familienbettkinder entwickeln sich anders als Alleinschläfer. Sie brauchen wie auch Sears in seinem Buch … sagt, für manche Entwicklungsschritte länger, vor allem das Allein-Einschlafen und später das Durchschlafen. Dafür stärkt das Familienbett ihre sozialen Fähigkeiten und oft schlicht ihr Selbstbewusstsein.

Das Kind schläft mit 10 noch immer im Bett der Eltern. Was tun?

Ab einem gewissen Alter jedoch ist das Schlafen im Elternbett für alle Beteiligten nicht mehr angenehm und ist nicht selten Ausdruck, das etwas im Familiengefüge nicht ganz stimmig ist. Häufig ist auch eine übergroße Ängstlichkeit der Kinder Grund dafür. Hier ist liebevolles Verständnis und klare Grenzen im Sinne dessen was die ganze Familie braucht von Nöten. Psychotherapeutische Beratung kann hier sehr hilfreich sein.

Autorin: Nina Petz

Buchtipp: Artgerecht, Das andere Babybuch“  von  Nicola Schmidt

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Durch friedliche Gedanken wird die Welt ein friedlicher Ort

Der Kampf gegen das, was ist

Friedliche WeltDer Kampf gegen die Realität ist zwar häufig, aber man verliert ihn und zwar absolut und ausnahmslos immer!!! Das kann man mit 100%iger Wahrscheinlichkeit vorhersagen. Die Realität fragt nicht um unsere Zustimmung. Sie ist einfach.

Sich über die Realität zu beschweren bedeutet zwei innere Bilder, die sich gegenseitig ausschließen gegenübergestellt zu sehen. Das eine Bild ist die Phantasie, wie wir uns die Realität ausdenken, wie sie unserer Meinung nach sein sollte. Der Markt sollte offen haben, wenn ich etwas zu essen brauche. Die Socken meiner Kinder sollten aufgeräumt sein. Das Geschirr in der Küche sollte abgewaschen sein, wenn ich nach Hause komme. Es sollte heute die Sonne scheinen, weil wir heute wandern gehen wollen.

Zwei Bilder: „Wie es sein sollte“ vs. „wie es ist“

Das andere Bild ist die Realität, wie sie tatsächlich zu Tage tritt. Dieses Bild ist die Tatsache des Lebens, des Moments, des Jetzt. Es zeigt genau, das was gerade ist. Dieses Bild fragt nicht um Erlaubnis. Es ist einfach.

Ein innerer Konflikt entsteht, wenn sich die beiden Bilder gegenseitig widersprechen. Der Markt ist geschlossen, die Socken liegen am Boden, das Geschirr stapelt sich schmutzig in der Spüle und es gießt in Strömen.  Dieser Konflikt, dieser Kampf bedeutet Schmerz, denn er kann niemals gewonnen werden.

Der Grund warum wir uns gegen die Realität wehren, wie sie ist, ist der, dass wir der Überzeugung sind, dass sie an etwas mangelt. Es gibt zu wenig Liebe, zu wenig Sonnenschein, zu wenig Sicherheit, zu wenig Kontrolle, zu wenig Ordnung, zu wenig Klarheit, zu wenig Steuern, zu wenig Geld, zu wenig Unterstützung, zu wenig Vertrauen, zu wenig Verständnis, zu wenig Wärme, zu wenig Freundlichkeit, zu wenig Vergebung, zu wenig Humor, zu wenig Kunden, zu wenig Erfolg, zu wenig Verlässlichkeit, zu wenig Ruhe und Erholung, zu wenig Unterhaltung, zu wenig Freiheit….. Ich denke Sie haben verstanden. Doch kann dieser gefühlte Mangel durch  Beschwerde darüber ausgeglichen werden? Anders formuliert ändert die Beschwerde über die Realität etwas an der Situation? – Ist die innere Beschwerde in irgendeiner Weise dienlich, um mit diesem Mangel umzugehen? Die Beschwerde ändert nichts an der Wirklichkeit. Sie fühlt sich jedoch in jedem Fall unangenehm für dich und dein Umfeld an.

Denn die Realität ist, wie sie eben ist – nicht besser und nicht schlechter, sondern genauso wie sie ist. Wenn man sich dieser Tatsache des Lebens hingibt, sinkt der innere  Stresslevel bereits um einen gewaltig.

Beschwerde über die Realität raubt Kraft

Mein Lieblingsbeispiel ist die Fahrt auf einer Autobahn. Nehmen wir an Sie sitzen  im Auto und fahren die Autobahn entlang. Nun haben Sie  zwei Möglichkeiten über die Autobahn zu denken: Sie beschweren sich oder Sie nehmen die Autobahn dankbar an.

Die Beschwerde könnte zum Beispiel lauten: „Diese Autobahn ist eine Umweltkatastrophe. Fruchtbarer Boden wird für stinkende, laute Autos zu betoniert. Tausende von Lebewesen mussten für diese Autobahn ihr Leben lassen. Ständig gibt es nur Baustellen und Staus. Die Wartung der Autobahn lässt wirklich zu wünschen übrig.“

Wie geht es Ihnen während dieser Autofahrt, wenn Sie so über die Autobahn denken, die ja Realität ist und mit all ihren Unannehmlichkeiten so ist wie sie ist? Fühlen Sie sich gestresst, frustriert und resigniert?

Die andere Möglichkeit der Dankbarkeit wäre: „Ich danke der Menschheit, dass Sie mir Möglichkeiten zur Verfügung stellt in dieser Geschwindigkeit von A nach B zu kommen. Ich danke der Autobahn, dass sie eine sichere und komfortable Reiseform bietet. Ich danke für die technische Entwicklung, dass Autos immer umweltschonender und leiser werden. Usw.“

Wie geht es Ihnen während dieser Autofahrt, wenn Sie so über die Autobahn denken, die ja Realität ist und mit all ihren Unannehmlichkeiten auch viele Annehmlichkeiten bietet? Wie gestresst und frustriert fühlen Sie sich jetzt? Fühlen Sie sich resigniert oder aktiviert?

Die Autobahn ist da. Das ist eine Tatsache, die sich nicht ändern lässt. Welchen Sinn hat also die Beschwerde außer Frust und Resignation? Beenden Sie den Kampf gegen die Realität und ihr Leben wird um vieles leichter. Machen Sie sich bewusst, dass Sie ihr Denken auf Sinnhaftigkeit überprüfen kannst.

Friedvolle Gedanken machen die Welt friedlicher

Leider lauert die Beschwerde überall. Sie ist ein gesellschaftlich tradiertes, tief eingefahrenes Muster.  Um also einen wichtigen Beitrag zu mehr Frieden auf der Welt zu leisten, fangen Sie mit dem Frieden Ihrer Gedanken über die Welt an. Üben Sie sich in Dankbarkeit über die Welt und Sie betrachten dadurch die Welt mit ganz anderen Augen.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

Unsere Buchempfehlung:

 

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Die „Jugend von heute“ ist genau das, was wir brauchen!

Jugend von heuteSteht es um unsere Jugend wirklich so schlimm wie alle sagen? Die deutsche Autorin Julia Dibbern ist sich sicher, dass es nicht so ist und plädiert in ihrem kurzweiligen Ratgeber „Die Tyrannenlüge – Warum unsere Kinder genau das sind, was die Welt von morgen braucht“ für mehr Gelassenheit im Umgang mit der Next Generation. Das Freiraum Lobau-Team hat das Buch vorab für Sie gelesen. Warum Sie es auch tun sollten, lesen Sie hier.

Wir wollen ja den Frieden. Gibt es denn da keine Möglichkeit, uns zu ändern, ehe es zu spät ist? Können wir es nicht versuchen, eine ganz neue Art von Mensch zu werden? Wie aber sollte das geschehen? Und wo sollte man anfangen? Ich glaube, wir müssen von Grund auf beginnen. Bei den Kindern.“

Mit diesem berühmten Zitat Astrid Lindgrens aus ihrer Rede anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises des Deutschen Buchhandels 1978 beginnt auch das neue Buch von Julia Dibbern. Die deutsche Weltenbummlerin – sie lebt mal in Hamburg, mal in Kalifornien, mal „anderswo in der Welt“ – ist nicht nur erfahrene Autorin zahlreicher Ratgeber, wie Verwöhn dein Baby nach Herzenslustoder Slow Family – sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern , sondern auch Mitbegründerin des wunderbaren artgerecht Projekts , Fachjournalistin für Nachhaltigkeit und, wie sie selbst schreibt, „Mutter eines phantastischen Teenagers“.

Disziplin, Respekt und Leistungsbereitschaft vs. Gelassenheit und Fröhlichkeit

Laut, sehr laut, hörte man in letzter Zeit immer wieder die Rufe Älterer nach mehr Disziplin, Respekt und Leistungswillen im Kinderzimmer. Und so bedacht ich bisher meine Rezensionsexemplare gewählt habe, so bewusst habe ich mich auch dieses Mal gegen einen der zahlreichen „Tyrannenkinder“-Titeln entschieden, die gerade die Bestsellerlisten stürmen und auf die auch Julia Dibbern im Buchtitel anspielt. Wenngleich ich auch verstehe, worauf diese abzielen, finde ich es alles andere als eine geeignete Sprache, um Eltern mit Herausforderungen im alltäglichen Familienleben zu begegnen.

Die positive Einstellung zu Kindern und dem Leben macht den Unterschied

Dibbern ist zwar keine Therapeutin, beschäftigt sich aber seit vielen Jahren persönlich und journalistisch mit erzieherischen Themen. Sie gibt auch ganz offen zu, dass sie nicht sagen könne, wie man mit Geschwisterstreit umgehen oder Konflikte beim Zähneputzen vermeiden soll.„Worin ich aber Wirklich gut bin, ist, eine positive Einstellung zu Kindern und dem Leben insgesamt zu entwickeln, die zu mehr Gelassenheit und Fröhlichkeit führt.“ Dies beschreibt die Essenz dieses erfrischend positiven Buches. Dibbern bestärkt Eltern darin, ihre Kinder liebevoll zu erziehen, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und zu verstehen. Der allgemeinen Panikmache rund um die Jugend von heute nimmt sie den Wind aus den Segeln. Sie ist sich sicher, die Welt von morgen braucht keine Ja-Sager, sondern mutige, kreative und sozial kompetente, junge Menschen, die anstehende Probleme auf ihre ganz eigene Weise lösen.

Vertrauen und der Glaube an sich und die Kinder

Die Tyrannenlüge“ ist eine herrliche Lektüre für den Sommer. Der Leser wird auf eine positive Welle aus Vertrauen zu den eigenen Kindern und zu sich selbst mitgezogen. Eltern werden ermuntert – abseits der Flut der immer gleichen Erziehungsratgeber – mehr an uns selbst und die eigene Familie zu glauben, und dies auch 110%-ig zu leben!

Die Autorin zeigt einfach, klar und anhand fundierter Fakten auf, dass die Next Generation keinesfalls mehr hohle Strenge oder gar Bestrafung braucht, sondern vielmehr dass die meisten Eltern heutzutage einen ziemlich guten Job machen.

Dibbern wünscht sich, „dass Eltern wissen, dass niemand auf Methoden aus dem letzten Jahrhundert zurückgreifen muss, um ein entspanntes Familienleben zu haben.“ Das unterschreibe ich gerne!

Trotzdem erlebe ich in meiner Praxis immer wieder Eltern am Rande der Ratlosigkeit und Verzweiflung. Dass die Gelassenheit entschwindet kann einmal sein, kann passieren und darf sein. In diesem Fall: Melden Sie sich jederzeit gerne bei uns! Freiraum Lobau bietet auch Elternberatungen an. Das Leben stellt uns und unsere Kinder vor viele Herausforderungen, nicht alle müssen oder können wir alleine meistern.

Autorin: Nina Petz

Buchtipp: Die Tyrannenlüge von Julia Dibbern

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Gleichaltigenorientierung- verlieren wir unsere Kinder an die Gleichaltrigen?

 

Gleichaltrigenorientierung – Verlieren wir unsere Kinder an die Gleichaltrigen?

„Schlägerei unter Jugendlichen“, „Cyber-Mobbing in Schulklasse“ – die Medienberichte zeichnen derzeit nicht gerade ein optimistisches Bild unserer Jugend. Neufeld führt das auf die Gleichaltrigenorientierung zurück.

Gleichaltrigenorientierung
Straffällige Jugendliche haben eins gemeinsam: Sie haben keine sichere Bindung an ihre Eltern. Daher sollen diese ihre Autorität als „Leitwölfe“ ernst nehmen – gerade in der Pubertät.

„In der Pubertät haben wir einfach nichts mehr zu sagen.“ Diesen Satz hört man häufig, wenn man sich mit Eltern von Kindern im Teenager-Alter unterhält. Und fast schon resignierend fügen sie oft hinzu: „Meinem Kind sind nur seine Freunde wichtig – alles was wir sagen, ist uncool. Aber wir waren in der Pubertät ja auch nicht anders. Das ist scheinbar normal.“ Beim kanadischen Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld schrillen bei solchen Sätzen die Alarmglocken. Er arbeitet viel mit delinquenten Jugendlichen. „Schwierige Kinder“ sind seit Jahren sozusagen sein Hauptgeschäft. Er ist davon überzeugt, dass es höchst an der Zeit ist, in der Kindererziehung umzudenken. „Studien belegen, dass straffällige Jugendliche eines gemeinsam haben: Sie haben keine sichere Bindung an ihre Eltern oder andere erwachsene Bezugspersonen. Diese jungen Menschen sind vor allem auf ihre Altersgenossen fixiert. Diese haben den Platz der Eltern übernommen und von diesen übernehmen die Jugendlichen ihre Werte, Gedanken und Ideen.“ Doch wie können unerfahrene Jugendliche sich gegenseitig Orientierung fürs Leben geben und dabei helfen, Entwicklungsaufgaben zu meistern? „Es klappt eben nicht, und genau das ist das Problem der Gleichaltrigenorientierung“, so Neufeld. Er setzt den Hebel bei den Eltern an. Diese sollten nie aufhören sich einzubringen – vom Babyalter bis zum Ende der Pubertät – denn nur eine sichere Eltern-Kind-Bindung sei die beste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung.

Elterliche Autorität ist gefragt

GleichaltrigenorientierungNeufeld will Eltern dazu ermutigen, ihre elterliche Autorität wieder ernst zu nehmen. „Mama und Papa sollen wieder führen. Der Nachwuchs soll wieder zu den Eltern aufschauen können, ihnen vertrauen und sich nach den Eltern richten – und nicht nach den Schulfreunden“. Auch der dänische Erziehungsexperte Jesper Juul sieht viel mehr Eltern als „Leitwölfe“, die sowohl Vorbilder sein sollen als auch Verantwortung für die Qualität der Beziehung zu ihren Sprösslingen übernehmen sollen. Juul spricht vom Ende des „Kuschelkurses“. Dabei geht es folglich nicht um eine autoritäre Erziehung per se. Strafen, wie Zimmerarrest, wirken eher manipulativ, ein Verhaltensdrill würde die Eltern-Kind-Bindung nur nachhaltig schädigen, warnen die Experten. Gerade in Krisensituationen gilt es gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten, den Nachwuchs „zu sich zu holen“ und den Kontakt zu den Gleichaltrigen einzuschränken. „Eine enge, gute Bindung schafft, dass Kinder zuhören und kooperieren möchten“, ist sich Neufeld sicher. Eltern können sich daher vom Druck befreien, „cool“ sein zu müssen. Wichtig ist vielmehr, dass sie authentisch und für Ihre Kinder der Nähe- und Ankerpunkt sind. „Nicht was wir tun als Eltern ist wichtig, sondern wer wir sind als Eltern für unsere Kinder“, so Neufeld.

Elterliche Bindung für große und kleine Kinder wichtig

Auch das oft genannte „Fremdeln“ von Kleinkindern lässt sich durch diese Bindungstheorie leicht erklären. Denn die kindlichen Vorbehalte vor neuen Personen stellen sicher, dass die Bindung zu Mama und Papa enger wird. Emotionale Szenen bei der Eingewöhnung in Krippe oder Kindergarten sind für den Experten nicht verwunderlich, ganz im Gegenteil: „Kinder gehören nicht zu Kindern, sondern zuerst zu ihren Eltern. Natürlich sind Freunde wichtig, aber zur Ausformung einer stabilen Persönlichkeit ist es entscheidend, dass die Eltern-Kind-Bindung nicht mit dieser zu Gleichaltrigen konkurriert“.

Autorin: Nina Petz

„Kinder gehören nicht zu Kindern, sondern zuerst zu ihren Eltern. Für eine stabile Persönlichkeit ist es entscheidend, dass die Eltern-Kind-Bindung nicht mit dieser zu Gleichaltrigen konkurriert.“ – Gordon Neufeld (Unsere Kinder brauchen uns)

Buchtipp von Freiraum-Lobau:

Unsere Kinder brauchen uns!  von Gordon Neufeld

Gleichaltrigenorientierung

 

GleichaltrigenorientierungGordon Neufeld ist ein international renommierter kanadischer Entwicklungspsychologe.

In seinem Bestseller „Unsere Kinder brauchen uns“ (2004) ermutigt Dr. Gordon Neufeld Eltern und Erzieher, selbst der wichtigste Einfluss im Leben ihrer Kinder zu bleiben, anstatt dies deren Altersgenossen zu überlassen. Im Zuge der „Gleichaltrigenorientierung“ komme es zu einem Entwicklungsstillstand der Kinder, der die Individualität unterdrückt. Der nach ihm benannte „Neufeld-Ansatz“ spießt sich dadurch mit den derzeit oft vorherrschenden

Erziehungspraktiken und auch der Familien- und Bildungspolitik vielerorts. Doch trotz Kritik, Neufeld ist überzeugt, dass seine Erkenntnisse Eltern davor bewahren können, ihre Kinder zu „verlieren“ und helfen, wenn nötig, die tiefe Verbindung zu ihnen wiederherzustellen: „Wir sind die beste Chance für unsere Kinder. Auch wenn sie es manchmal nicht wissen, sie brauchen uns“.

Der kanadische Entwicklungspsychologe ist selbst fünffacher Vater und arbeitet seit über 30 Jahren mit Kindern und den für sie verantwortlichen Erwachsenen. Bekannt wurde Neufeld u.a. auch für seine mehrjährige Zusammenarbeit im Gefängnis mit jugendlichen Gewaltverbrechern. Er hat 20 Jahre lang an der University of British Columbia als Professor gelehrt und war viele Jahre in eigener therapeutischer Praxis tätig. Inzwischen konzentriert er sich auf die Weitergabe seines Wissens und die Schulung von Eltern und beruflich mit Kindern Tätigen in der hilfreichen Anwendung der von ihm gewonnenen Erkenntnisse über Bindungen. Der 69-jährige ist außerdem gern gesehener Gast in zahlreichen US-Fernseh- und Radiosendungen.

http://neufeldinstitute.org/

Weiterer Buchtipp: Jesper Juul – Leitwölfe sein; Liebevolle Führung in der Familie

Jesper Juul

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Was ist Kinderpsychotherapie?

Was ist Kinderpsychotherapie?

Wenn Kinder plötzlich ihr Verhalten ändern, sich zurückziehen, öfter gereizt reagieren oder sie Angst haben in die Schule zu gehen, fühlen sich Eltern oft hilflos. In den Situationen, in denen der Leidensdruck der Kinder/Jugendlichen offensichtlich scheint, ist es ratsam professionelle Unterstützung hinzu zu ziehen und an eine Kinderpsychotherapie zu denken.

Wann ist Kinderpsychotherapie sinnvoll?

Kinder stehen immer wieder  neuen Herausforderungen und Entwicklungsschritten gegenüber, die sie beKinderpsychotherapiewältigen müssen. In den meisten Fällen gelingt dies gut.  Kritische Situationen, wie Trennungen, Verluste, Belastungen in der Schule u.v.m. gibt es bereits in vielen Kinderleben. Wenn sie nicht mehr verarbeitet werden können, führt dies zu psychischen Erkrankungen.

Kinder drücken ihre erlebten emotionalen Belastungen meist nicht eindeutig aus, es gibt eine Reihe von Verhaltensweisen, die einen Hinweis auf den Leidensdruck des Kindes geben können, wie:

  • Schlafstörungen
  • Einnässen
  • vermehrte Ängste
  • Rückzugsverhalten
  • auffälliges aggressives Verhalten
  • traumatische Erlebnisse
  • Schulverweigerung
  • Selbstverletzungen, u.v.m.

Halten diese Symptome länger an, nehmen Sie bitte Kontakt mit einer Psychotherapeutin auf.

Was passiert in einer Kinderpsychotherapie?

Allgemein hat die Kinderpsychotherapie das Ziel psychische Erkrankungen und Leidenszustände zu lindern bzw. zu heilen. Dies gelingt durch Veränderung und Entwicklung neuer Lösungswege.

In den ersten Einheiten steht der Beziehungsaufbau im Vordergrund. Die Beziehung und das Vertrauen bilden den Grundstein der Psychotherapie zwischen dem Kind/Jugendlichen und der Psychotherapeutin. Dadurch kann das Kind entsprechend seinen Möglichkeiten zeigen wie es ihm geht.

Kinder drücken ihre erlebten Erfahrungen vor allem im Spiel oder mittels kreativer Medien (malen, Tonarbeit, Sandspiel u.v.m.) aus. Die Psychotherapeutin hält den „roten Faden“ fest und leitet daraus ab, was das Kind ausdrücken möchte, wie es ihm geht u.s.w.

Gemeinsam werden Probleme gemeistert und neue Lösungswege erarbeitet.  Das Kind lernt, dass es selbst sein Erleben und den Umgang mit unangenehmen Situationen beeinflussen kann. Die Psychotherapeutin beachtet im Kontakt mit dem Kind immer den emotionalen und geistigen Entwicklungsstand. Gespräche mit den Eltern sind ebenso bedeutend für die Kinderpsychotherapie. Bei Kleinkindern werden die Eltern stärker mit einbezogen als bspw. bei Jugendlichen.

Ein Kind muss nicht perfekt sein, sondern glücklich!

Im Zuge der Elterngespräche wird auch der Verlauf besprochen und die mögliche Dauer der notwendigen therapeutischen Begleitung. Jedes Kind ist einzigartig und benötigt einen individuellen Behandlungsplan!

Autorin: Mag. Birgit Prislinger

Erfahren Sie mehr über Schulprobleme.

Buchtipp: Ängstliche Kinder unterstützen von Haim Omer und Eli Lebowitz

 

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Kompetenzzentrum für Psychotherapie und Körperarbeit

Freiraum Lobau eröffnet mit vollem Haus

Der Tag der Offenen Tür des Kompetenzzentrums „Freiraum Lobau“ war ein voller Erfolg. Besucher informierten sich über Psychotherapie und verschiedenste Körper-bezogene Therapien. Auch Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec ließ sich die Backstage-Führung nicht entgehen und gratulierte zur Praxis-Eröffnung.

Nach monatelanger Vorbereitung war es am 14. April endlich soweit. Unter dem Motto „Psychotherapie backstage“ eröffneten die vier Psychotherapeutinnen Karin Haiderer, Nina Petz, Andrea Leidlmayr und Barbara Bettesch, sowie die beiden Cranio Sacral-Therapeutinnen Ulrike Kerschbaum und Bettina Bolzer mit großem Erfolg ihre Gemeinschaftspraxis im Herzen von Groß Enzersdorf. In der Elisabethstrasse 7 fanden sich zahlreiche Interessierte ein, die sich von der Arbeitsweise der Therapeutinnen, ihren liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten – die Praxisräume tragen übrigens Namen, wie „Blätterrauschen“ oder „Blütenduft“ – und dem riesigen Garten ein erstes Bild machen wollten. Besonders beliebt waren die informativen Workshops und Vorträge zu Kinder-, Jugendlichen-, Eltern- und Familienthemen, dem „Spezialgebiet“ des Freiraum Lobau. Ein buntes Rahmenprogramm mit u.a. Feuerjonglage, leckere Kärntner Kas-Broten von Peter Fürnhammer und ein herrlich sonniges Frühlingswetter rundeten den vollends gelungenen Tag der Offenen Tür noch weiter ab.

Psychotherapeutinnen informieren über ihre Arbeit

Vier Psychotherapeutinnen arbeiten mittlerweile im Kompetenzzentrum und bieten regelmäßig Unterstützung bei den unterschiedlichsten seelischen Erkrankungen und Beschwerden. Ihr Ziel war es auch, am Tag der Offenen Tür mit einem bekannten Tabu zu brechen. „Es ist in unserer heutigen Gesellschaft immer noch so, dass körperliche Erkrankungen oft mehr Stellenwert und „Berechtigung“ erfahren als seelische. Dabei beweisen Studien, dass psychische Belastungen genauso krank machen, wie körperliche – nur sieht man sie oft nicht so deutlich auf den ersten Blick, wie zum Beispiel eine rote, rinnende Nase bei einer Erkältung“, erklärte „Freiraum Lobau“-Gründerin Karin Haiderer und schilderte anschaulich die Vorteile einer Psychotherapie.

Das Kompetenzzentrum zeichnet sich durch Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen aus.

Tierische Unterstützung und Backstage-Unterhaltung lieferte „Co-Therapeut“ Cosmo. Der Retriever Mischling unterstützt normalerweise Psychotherapeutin Andrea Leidlmayr bei ihren Therapiesitzungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In einem weiteren Vortrag konnten viele Besucher erstmals eine Trance hautnah miterleben. „Eltern-Kids-Coach“ Nina Petz, die für die Hypnose-Psychotherapie im Freiraum Lobau steht, lud zu einer kurzen Entspannung mit Hypnose ein. Barbara Bettesch informierte über Selbstverteidigung von Frauen und Mädchen. „Die Fähigkeit sich zu behaupten und wehren zu können, steigere das Selbstbewusstsein,“ so die Psychotherapeutin

Auch die beiden Cranio Sacral-Therapeutinnen Ulrike Kerschbaum und Bettina Bolzer standen den zahlreichen Interessierten, darunter auch die Groß Enzersdorfer Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec, gerne für Fragen zur Verfügung.

Nach dem erfolgreichen Eröffnungs-Tag planen die sechs „Freiraum-Frauen“ bereits ihre nächsten Schritte, unter anderem steht im Mai ein Vortrag über die richtige Mediennutzung für Kinder und Jugendliche auf der „To-Do-Liste“. Barbara Bettesch bietet einen Selbstverteidigungskurs für Mütter und Töchter an.

Autorin: Nina Petz

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Es ist gar nicht so einfach glücklich zu sein….

Angst vor dem Glück„Das kann ich doch gar nicht glauben“, werden sie sagen. „Was soll denn daran beängstigend sein?“ Doch glücklich zu sein bedeutet oftmals einen völlig neuen Kurs als bisher einzuschlagen, alles anders zu machen, zu denken und zu fühlen als bisher. Das ist Veränderung und Veränderung macht sehr oft große Angst, weil wir damit das Gefühl aufgeben unser Leben unter Kontrolle zu haben, zu wissen, wie der Hase läuft, zu wissen, was als Nächstes auf uns zukommen wird.

Verzweifelt reden wir uns ein zu wissen, was die vorhersehbare Zukunft bringen wird. Wir machen uns selbst vor, die Zukunft unter Kontrolle zu haben und geben uns dieser Illusion hin. Dieser Kontrollzwang über das was kommen wird, basiert vor allem auf der Angst, dass etwas Unvorhergesehenes, etwas Neues eintritt. Doch dass wir durch diese scheinbare Kontrolle über die Zukunft, uns unglaublich einschränken, verweigern wir wahrzunehmen. Wir schränken uns durch unser Denken selbst ein. Wir glauben auf A folgt B. Das war immer schon so und wird auch so bleiben.

Wenn ich zum Zahnarzt gehe, wird es schmerzhaft. Wenn ich ein falsches Wort zu meinem Vorgesetzten sage, werde ich gefeuert. Wenn ich einen Knollenblätterpilz esse, sterbe ich. Wenn ich Falten und graue Haare bekomme, bin ich nicht mehr begehrenswert. Wenn ich nicht trainiere, übe und Leistung erbringe, werde ich keine Erfolge erzielen. Wenn ich von einer Giftschlange gebissen werde, sterbe ich. Was sich alles eröffnen kann, wenn man diese Glaubenssätze aufbricht und neu beleuchtet, ist eine kaum betrachtete Welt. Was passiert, wenn diese scheinbaren Naturgesetze in Frage gestellt werden? Was wenn sie gar nicht stimmen.

Tatsächlich gibt es Menschen, die das Gift der Schlangen aushalten…. Nur weil sie nicht davon überzeugt sind, dass das Gift tödlich ist. Es gibt Menschen, die beim Zahnarzt keine Schmerzen spüren, weil sie Selbsthypnose üben. Und viele Beispiele mehr. Das bedeutet aber auch, dass B nur dann auf A folgt, wenn das innere Denkmuster und die Gefühlshaltung davon überzeugt sind.

Wie funktioniert Veränderung?

Wie kann sich etwas ändern, wenn wir alles so sehen wie wir es immer gesehen haben, wenn wir uns nichts Neues zu wagen trauen, wenn wir nichts Ungewohntes ausprobieren und einfach mal Kopf stehen? Wie kann sich etwas ändern, wenn wir an alten Überzeugungen, Vorstellungen, Glaubenssätzen über unsere Welt verhaftet bleiben?Was genau ist so schwierig daran aus alten Denkmustern der Vergangenheit auszubrechen?

Stellen wir uns mal für einen kurzen Moment vor, wir hätten die Macht all unsere Wünsche und Träume zu verwirklichen, die Welt so zu gestalten, wie wir sie uns wünschen – nämlich zu unserem  größten Glück. Dann gäbe es plötzlich keine Ausreden mehr für Griesgram, Ärger und Sorgen. Wir hätten keine Möglichkeit mehr für Niedergeschlagenheit – schließlich könnten wir unsere Welt ja auch anders gestalten. Nehmen wir an, wir hätten diese Macht. Können Sie sicher sein, dass Sie diese Welt wollen würden – eine Welt ohne Ausreden, wie Angst, Sorgen, Bedenken und Trostlosigkeit?

Je größer die Möglichkeiten der Veränderung, desto größer die Angst vor der Veränderung.

Die Angst, dass die eigenen Träume tatsächlich realisiert werden können wird unermesslich. Es stellt sich die Frage: „Wer und wie bin ich, wenn ich glücklich bin? Kann ich das, will ich das? Das bedeutet ja ernsthaft mich von meiner, schon so vertrauten schlechten Laune und all meinen Ängsten zu lösen. Nochmals: „Wer bin ich ohne die Angewohnheit mich zu fürchten, mich unwohl zu fühlen, ohne meine Traurigkeit und Unzufriedenheit als ständiger Begleiter?“ Die Identifikation mit den eigenen Gedanken und Gefühlen löst sich auf und damit beinahe die vertraute Identität, so wie ich sie kenne. Wenn das nicht beängstigend ist. — Es ist gar nicht so einfach glücklich zu sein, stellen wir hier fest. Lesen Sie mehr über Glück hier.

Tipp: Im Magazin Gehirn und Geist ist dazu ein interessanter Artikel zu lesen.

Autorin: MMag. Karin Haiderer

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Freiraum Lobau meets Gerald Hüther

Gerald Hüther in Wien März 2018Am Mittwoch 7. März 2018 in Wien 15, hatte ich das große Vergnügen einen Vortrag von Prof. Gerald Hüther live zu hören. Und wenn ich sage Vergnügen, dann meine ich das so. Eineinhalb Stunden größte Redekunst. Der Mann kann mit Worten die Aufmerksamkeit fesseln ohne dazu Hilfsmittel wie PowerPoint zu brauchen. Er steht auf der Bühne und spricht in ganzen wohl formulierten Sätzen, erklärt dabei auf einfache Weise komplexe Gedankengänge, spannt einen riesigen Bogen über diese Rede, in der sich letztendlich alle Bausteine zu einem in sich logisch geschlossenen Ganzen zusammenfinden. Man hört, ich bin sehr beeindruckt.

Würde

Dieses Wort, legt  den Grundstein seiner Rede. Gerald Hüther hat ein neues Buch geschrieben: Würde. Was uns stark macht- als Einzelne und als Gesellschaft

Der Titel macht bereits sehr neugierig. Kann Würde mich als Einzelnen oder gar die ganze Gesellschaft stark machen? Und Hüther führt den Leser, oder Zuhörer behutsam zu dem Schluss: ja. Und zwar brauchen wir Würde, wie einen Bissen Brot. Dazu erklärt Hüther auch Einiges in dem Interview von Veit Lindau mit Prof. Hüther.

Hüther führt den Leser in seinem Buch durch die Geschichte. Er zeigt wie, die Menschheit mit zunehmender Komplexität ihre Probleme durch Einführung hierarchischer Systeme lösen konnte. Nunmehr steigt die Komplexität durch Digitalisierung und Globalisierung und viele andere Phänomene weiter an. Hierarchie kann diese Komplexität nicht mehr reduzieren. Sämtliche Trends gehen auch in Richtung Gleichberechtigung, flache Strukturen und Demokratisierung. Doch wer sagt uns dann, was richtig und was falsch ist? Wer gibt uns Richtung?

Hüther führt in seinem Buch aus, dass diese Leitung oder Orientierung aus einem inneren Kompass, aus dem zutiefst Menschlichen in uns erwächst. Die Besinnung auf die Würde ist laut Hüther die zentrale Aufgabe des 21. Jahrhunderts.

Kinder würdevoll begleiten

Die Würde zu wahren und unsere Kinder voll Würde zu begleiten und würdevoll zu behandeln wäre laut Hüther die Aufgabe von Eltern und Schule in einer Welt, wie sie sich heute zeigt. Kinder die immer wieder Demütigungen erfahren, egal ob durch Noten, ob durch achtlose Worte oder Gesten, ob durch tätliche Angriffe, sind versuchter ihre Probleme mit kurzfristigen Strategien zu lösen. Nach dem Motto: „Klaus war heute so gemein und die Frau Lehrerin auch. Wenn ich zwei Stunden Computer spiele, geht es mir wieder besser.“ Wie gesagt, kurzfristig stimmt das. Langfristig ist diese Lösungsstrategie weder würdevoll noch zielführend. Nach den abgelaufenen zwei Stunden Spiel am Computer verspüren Kinder häufig eine unglaubliche Leere und Sinnlosigkeit. Die Probleme mit Klaus konnten für zwei Stunden vergessen werden, gelöst sind sie jedoch nicht.

Hüther zeigt in seinem Buch, wie wir uns auf unsere Würde besinnen und diese zurückgewinnen können. Er macht klar, dass Würde ein sinnvoller Lösungsweg sein kann für sämtliche Probleme des 21. Jahrhunderts. Schließlich ruft er auf, seine ins Leben gerufene Petition über die Würde zu unterschreiben. Machen Sie doch auch mit!

Autorin: MMag. Karin Haiderer

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Ratschläge bei Schulproblemen!

Ratschläge bei SchulproblemenDiese Ratschläge betreffen die Fortsetzung des am 23.02. geposteten Thema: „Schulprobleme?! Hochbegabt? Lese- oder Rechtschreibstörung? Teilleistungsschwächen?“.

Der Schwerpunkt liegt in den Empfehlungen an die Eltern, die sich aus der klinisch-psychologischen Diagnostik ergeben haben.

Die Empfehlungen an die Eltern basieren auf den Ergebnissen der psychologischen Testverfahren, der Verhaltensbeobachtungen sowie der persönlichen Vorgeschichte des Kindes und der Eltern und den zusätzlich ausgefüllten Fragebögen der Eltern zu einem spezifischen Thema, die das Kind bzw. den Jugendlichen betreffen.

Therapien bei Schulproblemen

Im Prinzip teilen sich die möglichen Behandlungen in zwei große Teilbereiche. Der erste Bereich betrifft die Förderung bestimmter Alltagsfertigkeiten des Kindes, durch sogenannte „funktionelle Therapien“, die im Folgenden kurz dargestellt werden.

Ergotherapie

Ergotherapie bedeutet übersetzt „Arbeitstherapie“ und meint, dass die Ergotherapeutin das Kind in bestimmten schulischen Fertigkeiten trainiert und unterstützt um den Alltag besser zu meistern. Dazu gehört die Förderung der visuellen Wahrnehmung, die für das Erlernen des Schreibens notwendig ist. Manche Kinder haben Schwierigkeiten in der Dosierung der Kraft beim Schreiben, hier wird die die Feinmotorik beim Schreiben geschult. Einige Kinder haben ein regelrechtes Chaos in der Schultasche, finden die Aufgabenstellungen oft nicht, in diesem Falle unterstütz die Ergotherapeutin die Kinder in der Handlungsplanung.

Lesen Sie näheres unter: www.ergotherapie.at

Logopädie

Der Bereich der Logopädie umfasst ein breites Gebiet, beginnend mit der Förderung der Aussprache, der Grammatik sowie der Erweiterung des Wortschatzes. Bei Kindern, die die Laute nicht richtig wahrnehmen und verarbeiten können, kann auch eine Unterstützung seitens der LogopädIn erfolgen.

LogopädInnensuche auf: www.logopaedieaustria.at/logopaedische-therapie-hauptmenu

Physiotherapie

In der Beobachtung können Haltungsproblemen bei Kindern sichtbar werden, die möglicherweise mit Schmerzen verbunden sind. In diesem Falle und bei Kindern, die eine körperliche Einschränkung haben, wird auf die Physiotherapie verwiesen.

PhysiotherapeutInnen finden Sie auf: www.physioaustria.at/og/wien

Psychotherapeutische/Psychologische Behandlung

Kinderpsychotherapie ist ein Spezialgebiet, das eine besondere Qualifikation voraussetzt.

Lesen Sie dazu näheres unter:

www.psychotherapie.at/oebvp/arbeitsbereiche/saeuglings-kinder-und-jugendpsychotherapie

Die erste Hürde besteht natürlich darin Kontakt mit einer Kinderpsychotherapeutin aufzunehmen, es ist nicht leicht mit einer fremden Person über Schwierigkeiten, die das Familienleben betreffen, zu sprechen. Anzumerken ist, dass die (Kinder-)PsychotherapeutInnen einer strengen Verschwiegenheitspflicht unterliegen, dies bedeutet, dass absolut keine Informationen nach außen gelangen dürfen.

Im Erstgespräch lernen sich die Psychotherapeutin, die Eltern und das Kind kennen. Die Psychotherapeutin klärt in diesem Rahmen ab, ob eine behandlungsbedürftige Krankheit vorliegt, wie stark das Alltagsleben der Familie beeinträchtigt ist und welche Ressourcen innerhalb der Familie aktiviert werden können.

Ganz allgemein gilt, dass je jünger die Kinder sind umso mehr gewinnt die Elternarbeit an Bedeutung. Dies bedeutet, dass KinderpsychotherapeutInnen sowohl mit den Kindern arbeiten als auch regelmäßige Elterngespräche führen, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten.

Wenn bei den Kindern eine erhöhte Angst im Vordergrund steht, in Zusammenhang mit bestimmten Schulfächern oder aber auch im Kontakt mit Mitschülern u.v.m., wird eine psychotherapeutische Behandlung und/oder Elternberatung empfohlen. Kinder können auch aufgrund der alltäglichen Belastungen in der Schule eine Depression entwickeln, die sich in gereiztem Verhalten, Rückzug, Schlafproblemen und/oder gedrückter Stimmung äußern. In diesen Fällen sind nicht nur die Gefühle der Kinder beeinträchtigt, sondern auch die Leistungsfähigkeit ist meist deutlich vermindert.

Kinder drücken ihre erlebten Belastungen oft auf

eine andere Weise als Erwachsene aus. Wichtig hierbei ist, dass sich die Eltern aufmerksam und offen den Erzählungen ihrer Kinder widmen sowie veränderte Verhaltensweisen, wie Rückzug, Gereiztheit, nicht ignorieren. Wenn sich die Situation nicht verbessert sollte eine professionelle Hilfe hinzugezogen werden.

Das Team Freiraum-Lobau ist spezialisiert auf Kinderpsychotherapie und Kinderpsychologie und steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung (http://www.freiraum-lobau.at/team).

Autorin: Mag. Birgit Prislinger

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