Full-time Job Mama

Frauen, die sich bewusst gegen Job und für Familie entscheiden, gelten fast schon als Exoten. Ein Plädoyer für einen Full-time Job, dem es oft an Wertschätzung mangelt.

Was, du bleibst wegen der Kinder zu Hause?Mutter und Kind

So, reagieren die meisten irritiert, wenn frau heutzutage zugibt, ihr Beruf sei Hausfrau und Mutter. Oft folgt dann die besorgte Nachfrage: „Ist das auf Dauer nicht langweilig?“ Keineswegs! Denn Mama zu sein ist ein Fulltime-Job – ohne fixe Arbeitszeiten, dafür mit einer Abrufbereitschaft rund um die Uhr, wechselnden Aufgabenbereichen – und nicht zu vergessen, einem durchaus emotionsgeladenen „Betriebsklima“. Für Sabine Mänken, Bettina Hellebrand und Gabriele Abel, die Herausgeberinnen des Buches „Die verkaufte Mutter“, sind Mamis „Frauen, die jenseits unseres Zeitgeistes ihr Muttersein ernst nehmen; die die Bedürfnisse ihrer Kinder fühlen. Und sich diesen stellen. Im Wissen, durch die eigene Präsenz Räume zu schaffen, die Ruhe, Beziehung, und Kreativität ermöglichen.“

Können sich Familien das leisten?

Und trotzdem: Die Freiheit dieser Frauen, die sich trotz beruflicher Chancen, für die Familie und somit gegen einen betreuten Krippen- oder Ganztagsschulplatz entscheiden, scheint immer eingeengter. Kaum eine Familie kann es sich noch leisten, dass nur ein Elternteil arbeiten geht. Wer in Österreich nach zwei Jahren nicht an seinen alten Arbeitsplatz zurückkehrt, verliert diesen. In Italien oder Spanien, endet der Mutterschutz gar schon nach vier Monaten. „Die ganz persönlichen Einstellungen, Erfahrungen und Lebensbedingungen der Frauen, die ein Zuhause für Kinder bewusst gestalten, werden nicht gehört“, klagen Mänken, Hellebrand und Abel unisono. Dafür bewirbt die Politik lautstark die „frühe Bildung“ in Kiga, Kita oder Schule. Eltern wird der Eindruck vermittelt, sie könnten ruhig arbeiten gehen und die Erziehung ihrer Kinder dem geschulten Fachpersonal überlassen. Durchaus! Doch wenn nicht? Dann erfordert es besonderen Mut sich all dem entgegenzustellen. Daher: Chapeau! Hut ab und Danke, liebe Mamas, für Euren Einsatz. Das muss an dieser Stelle auch mal gesagt werden.

Achtung: Burn-out Gefahr!

Mama sein ist ein Full-time Job. Wer also zusätzlich noch arbeitet, hat also eigentlich zwei Jobs gleichzeitig. Machen wir uns das klar, wird deutlich, warum wir einer gefährlichen Tendenz entgegensteuern. Burnout ist keine Erfindung der heutigen Gesellschaft sondern ein ernst zunehmender Überlastungszustand.

Wenn die Anerkennung fehlt… Burnout bei Müttern kommt immer häufiger vor

Kinder, Küche, Haushalt – in der Familie gibt es immer was zu tun. Doch selten gibt es hierfür die nötige Anerkennung. Dabei kommen gerade bei Müttern Burnout- und Überlastungszustände sehr häufig vor. Oft werden die Anzeichen dafür allerdings übergangen und nicht ernst genommen. Doch wer viel leistet, sollte auch viele kleine Pausen zwischendurch einlegen. Daher: Selbstfürsorge nicht vergessen – und dabei auch die Hilfe von Großeltern und Partner einfordern!

„Unser Gesellschaftssystem braucht Ganztagsschulen und Krippen. Kinder brauchen vor allem geborgene Beziehungserfahrungen“

Autorin: Nina Petz

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